Roman Weishaupt (* 1979 in Degen im Val Lumnezia) ist ein Schweizer Schauspieler, Regisseur und Autor. Er leitete von 2020 bis 2024 als geschäftsführender Direktor das Theater Chur.
Leben und Wirken Weishaupt wurde 1979 in Degen im Graubündner Val Lumnezia geboren. Nach seiner Ausbildung zum Primarlehrer studierte er Theaterpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste. 2006 schloss er das Studium als «Leitender Künstler, Schwerpunkt: Theaterpädagogik» mit der Produktion Durchzug ab. Im selben Jahr pilgerte er au dem Jakobsweg die 2400 km von Degen bis nach Santiago de Compostela. Daraus entstand der Dokumentarfilm «Zu Fuss nach Santiago de Compostella» (2007) von Bruno Moll.Bruno Moll, Roman Weishaupt: Zu Fuss nach Santiago de Compostela. Erscheinungsort nicht ermittelbar: Frenetic Films, 2007.
Von Dezember 2007 bis Juni 2014 arbeitete Weishaupt am Theater Chur. Er war zuständig für ein Programm für das junge Publikum als Zielgruppe. Aus dieser Tätigkeit entstand das «Junge Theater», welches Weishaupt am Theater Chur als neue Sparte gründete.Roman Weishaupt. 15. Berliner Festspiele, abgerufen am 17. Februar 2026. 2010 gründete Weishaupt das Ensemble «Bagat» für mobile Theaterproduktionen für ein junges Publikum und erstes professionelles Ensemble für romanischsprachige Produktionen. Die Leitung übernahm ebenfalls Weishaupt selbst. Weishaupt war ebenfalls beteiligt an der Tätigkeit des Jugendensembles «basta!». Mit diesem inszenierte er Klassiker wie Büchners «Lena und Leonce» oder Goethes «MyWerther». 2011 folgte die Gründung des mehrsprachigen Projektes «Junge Theater Graubünden», welches er gemeinsam mit Chris Hunter und Corsin Zarn entwickelte und bis 2020 leitete. 2016 wurde diese Arbeit mit dem Schweizer Theaterpreis ausgezeichnet.
Als erster Bündner in der Geschichte des Theaters Chur wurde Weishaupt 2019 zu dessen Direktor gewählt. Die operative Leitung übernam Weishaupt im August 2020. Er modernisierte den Kulturbetrieb und positionierte das Theater neu. Unter seiner Leitung wurden zweimal die «DigiDays – Theater und Digitalität» durchgeführt. Die von ihm als Co-Autor und Produzent begleitete Eigenproduktion «Peiden» wurde vom Schauspielhaus Zürich übernommen. In der Saison 2023/24 wurde das Theater Chur für die «Gesamtleistung eines Theaterhauses» beim Kritikerpreis des Magazins Theater der Zeit nominiert.
Im Jahr 2018 schloss Weishaupt den Executive Master of Arts Administration an der Universität Zürich ab. Seine Masterarbeit trägt den Titel «Nudging im Theater» und behandelt innovative Ansätze im Kulturbetrieb.
Sein Vertrag als geschäftsführender Direktor des Theaters Chur, der bis Ende der Spielzeit 2023/24 galt, wurde nicht verlängert.Direktor Roman Weishaupt und das Theater Chur trennen sich. In: Südostschweiz. 15. Dezember 2022, abgerufen am 17. Februar 2026.
Romanische Literatur Weishaupt verfasst Theaterstücke, Geschichten und Liedtexte in seiner Muttersprache sowie auf Deutsch und neuerdings auch in englischer Sprache. Zu seinen Werken gehören die Kriminalkomödie «Comander», die im historischen Ilanz spielt, oder Stücke wie «Giaglina Ida & Stgilat Pilat», welche für das Ensemble BAGAT produziert wurden. In «Carussel, carussel – digl affon che viveva sin ina plonta» schreibt Weishaupt über kindliche Traumwelten. Die Ideen dazu stammen aus einem gemeinsamen Brainstorming mit Kindern. Ausserdem übersetzt er Stücke ins Sursilvan. Für das Weihnachtsoratorium «Nadal – in oratori» schrieb er das Libretto.
Er macht szenische Lesungen eigener Texte. Weishaupt setzt seine Mehrsprachigkeit gezielt in seinen Werken ein.
Zuletzt trat als Sänger in der Rolle des Evangelisten bei den Passionskonzerten des Männerchors Val Lumnezia auf.
Vom Theater zum Film Neben seiner Theatertätigkeit erweiterte Weishaupt sein Tätigkeitsfeld und wurde Filmschauspieler. Er arbeitete zusammen mit Regisseuren wie Christoph Schaub (Amur senza fin, 2017) und Giorgio Diritti (LUBO, 2023). Letzteres lief im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig.
In den Serien «Metta da fein» (2020) und «L’ultim rumantsch» (2024/2025) zeigt er seine Wandlungsfähigkeit als Schauspieler. Zuletzt arbeitete er zusammen mit der amerikanischen Regisseurin Lauren Wolkstein und den Londoner Regisseuren Zhu Rancho und Adam Cowie.
Auszeichnungen 2008: Förderpreis des Kanton Graubünden 2011: Auslandstipendium Paris, halbjähriger Aufenthalt in der Cité des Arts Paris 2011: Wettbewerb des Kantons Graubünden für professionelles Kulturschaffen (kleiner Wettbewerb) 2012: Felix-Rellstab-Starthilfe für theaterpädagogische Projekte des Fachverbands Theaterpädagogik Schweiz zur Gründung und für die Produktion «Parzivals Projekt» des Jungen Theater Graubünden 2013: Aufenthalt im Litteraturatelier Blumenhalde Ritterhaus Ürikon, cultura+/Lia Rumantscha 2013: Förderpreis der Stadt Chur 2014: Stipendiat Pro Helvetia Internationales Theaterforum am Theatertreffen Berlin 2015: Gewinner des Wettbewerbs des Kantons Graubünden für professionelles Kulturschaffen (grosser Wettbewerb) 2016: Schweizer Theaterpreis für das Junge Theater Graubünden 2016: Shortlist Schweizer Theatertreffen „besonders bemerkenswerte Inszenierung: Las flurs dil di“
Quelle: Theapolis
Werke Inszenierung: Peiden
Partituren:
Roman Weishaupt, Peter Appenzeller (Komposition) Armon Ulber (Dirigent): Nadal – in Oratori (Uraufführung 2008)
Theaterstück:
Bücher:
Texte:
Filmographie
Zu Fuss nach Santiago de Compostela. (2007) Die Verliesen des Flüchtigen(2012) 1818. Die Liechtenstein-Saga (2014) Amur senza fin (2017) Metta da fein (2020) Tranter magia, birocrazia e corona - Roman Weishaupt, il nov directur (2021) Der Molchkongress (2022) Luba (2023) L'ultim rumantsch (Fernsehserie, 2024) Mein Surname (2025)
Weblinks Website von Roman Weishaupt
Roman Weishaupt bei Filmmakers.eu Roman Weishaupt bei Theapolis.de
Einzelnachweise
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