Henry Gustav Dittmar (geboren als Heinrich Gustav Dittmar 7. März 1913 in Köln; gestorben 22. September 1998 in San Bernardino, Kalifornien) war ein deutsch-US-amerikanischer Historiker.

Leben Heinrich Gustav Dittmar war ein Sohn des Berliner Korrespondenten der Kölnischen Zeitung Julius B. Dittmar (1871–1942) und der Meta DeWitt Simon (1877–1972). Dittmar war als Jugendlicher Mitglied des Nerother Wandervogels. Er nahm als Protestant an einem Gesprächskreis für Jugendliche des Berliner Rabbiners Joachim Prinz teil und schloss sich dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an.

Dittmar besuchte das Grunewald-Gymnasium und begann nach dem Abitur 1933Angabe aus der Festschrift „50 Jahre Walther-Rathenau-Schule (vormals Grunewald-Gymnasium)“, Berlin 1953. ein Studium an der Hochschule für Politik Berlin, das er in Wien, Breslau und Bonn fortsetzte. Dittmar wurde 1937 bei Fritz Kern mit einer Dissertation über die deutsch-englischen Beziehungen promoviert. Er setzte das Studium 1938/1940 an der London University und beim emigrierten Historiker Veit Valentin fort.

Dittmar arbeitete in London für den Labourabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretär Harold Nicolson. Nach Kriegsausbruch wurde er 1940 als Enemy Alien im Hutchinson Internment Camp auf der Isle of Man interniert, im Lager beteiligte er sich an der Herausgabe einer Lagerzeitung.

Im Jahr 1942 wurde Dittmar freigelassen und unterrichtete bis 1945 an der Raynes Park School. Er heiratete 1944 die Wiener Emigrantin Elisabeth Stoerk (1908–1953), er war in zweiter Ehe mit Elizabeth White verheiratet. Von 1944 bis 1947 arbeitete er für die in England stationierten Einheiten der US Army und zog 1948 in die USA, wo er 1958 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Dittmar wurde 1948 an der University of Redlands als Assistant Professor angestellt und machte eine Hochschullehrerkarriere als Associate Professor und seit 1961 als Professor für Geschichte. Dittmar engagierte sich in der Kirchengemeinde der Episkopalkirche und wurde als Laienprediger verpflichtet.

Schriften (Auswahl) Die deutsch-englischen Beziehungen in den Jahren 1898/99: Die Vorbesprechungen zu den Bündnisverhandlungen von 1900/01. Stuttgart: Kohlhammer, 1938 Zugl.: Bonn, Phil. Diss. Jugo-Slavs in the Julian March, in: Contemporary Review, 157 (1940), S. 327–333 East Prussia and the Teutonic Order, in: Contemporary Review, 167 (1945), S. 108–111 American Zone, in: Contemporary Review, 173 (1948), S. 154–157

Literatur Dittmar, Henry Gustav, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 1. München: Saur, 1983, ISBN 3-598-10087-6, S. 219, Henry G. Dittmar, in: Catherine Epstein: A past renewed: a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Cambridge: Cambridge University Press, 1993, ISBN 978-0521522793, S. 55 f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) Kategorie:Hochschullehrer (University of Redlands) Kategorie:Mitglied der American Historical Association Kategorie:Mitglied im Reichsbanner Kategorie:Person (Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant im Vereinigten Königreich Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Mann