mini|Frauenstatue in einem Felsblock, am Grab der Einsamen im Friedhof Thun Johanna Keller (* 28. August 1902 in Bern; † 8. Februar 1991 ebenda) war eine Schweizer Bildhauerin und Primarlehrerin, mit Bürgerort Bern.
Leben Johanna Keller wuchs mit vier Geschwistern im Pfarrhaus von Steffisburg als Tochter von Pfarrer Alfred Keller (1868–1942) auf. Nach dem Abschluss des Lehrerinnenseminars der Neuen Mädchenschule übernahm sie zunächst viele Stellvertretungen. Danach lernte sie 1920–1922 bei Karl Hänny an der Kunstgewerbeschule in Bern zu modellieren und darauf an der École des Beaux-Arts in Genf die Bildhauerei bei Maurice Sarkissoff (1882–1946). Dank eines Stipendiums konnte sie sich an der Akademie der Künste in Berlin weiterbilden. In einer Zwischenperiode ertüchtigte sie sich im Meisseln an Gestein in Florenz, bevor sie ihre Ausbildung in Paris an der Kunstschule Académie de la Grande Chaumière abschloss.
In dieser Zeit erfüllte sie die Bedingungen zur Aufnahme in die Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen (GSMBK) wo sie nebenbei während acht Jahren als Sekretärin wirkte. In Bern benutzte sie zunächst ein Atelier in der Lorraine und ab 1935 ihr eigenes an der Altenbergstrasse 106, wo während ihrer langen Wirkungszeit unzählige Werke entstanden.Kurzporträt unter Persönliches im Archiv der Gosteli-Stiftung Vor allem aus Stein, aber auch aus Bronze und Gips schuf sie Porträtbüsten, Brunnenfiguren, Grabsteine und Plastiken von Menschen und Tieren. Dazu gehört ihr Werk auf dem Thuner Friedhof, genannt Den Einsamen, wo sich eine Frau aus einem Steinblock windet, gleichsam als Auferstehende. In ihrer späteren Lebenszeit wurde ihre Schaffenskraft hauptsächlich für die Betreuung ihrer alten Eltern beansprucht. Johanna Keller selbst trat 1977 ins Burgerspital Bern ein und verstarb am 8. Februar 1991.
Nachlass Ihr Nachlass (Fonds) wird im Gosteli-Archiv aufbewahrt. Dort befinden sich zahlreiche Schriftstücke, Korrespondenz, Zeitungsartikel, gedruckte Porträts, Fotografien eigener Werke, Auszeichnungen und Diplome sowie 22 Skulpturen (Büsten).Nachlass in Gosteli-Stiftung
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl) 1939: Kunststeinrelief Werden und Vergehen, Reformierte Kirche, Zollikofen BE 1942: Der Geissbub, Dalmaziquai Bern 1952: Bronzeplastik, Frauenfigur am Wasser, Haushaltlehrerinnenschule Bern 1968: Skulptur Den Einsamen, Friedhof Thun Säulibrunnen, Dorfbrunnen Steffisburg Lebenslauf, Relief im Altersheim Steffisburg
Ausstellungen 1929: Gruppen-Kunstausstellung «Bildhauer und Maler im Berner Oberland», Frutigen 1934: XIII. Ausstellung der Gesellschaft schweiz. Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen, Kunsthaus Luzern 1945: Gruppenausstellung mit Cornelia Forster, Sonja Falk, Marcella Grundig, Ruth Stauffer-Classen, Johanna Keller, Dora Lauterburg, in der Kunsthalle Bern 1948: Weihnachtsausstellung bernischer Maler, Bildhauer und Architekten, Kunsthalle Bern 1988: Gruppenausstellung «Berner Künstlerinnen gestern + heute. 1909–1987.» Bern
Literatur Keller ist erwähnt in sieben Publikationen oder Ausstellungskatalogen.Literaturverzeichnis auf SIKART
Weblinks
Johanna Keller in Swisscovery Johanna Keller in Artnet Nachlass Johanna Keller in den Findmitteln der Gosteli-Stiftung, Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Bern) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Frau