mini|Mary Elizabeth Adams Brown, um 1900 Mary Elizabeth Adams Brown (* 30. Mai 1842 in New York; † 15. Februar 1918 ebenda) war eine US-amerikanische Sammlerin und Kennerin von Musikinstrumenten.

Leben Mary Elizabeth Adams wurde am 30. Mai 1842 in New York geboren. Ihr Vater war Rev. William Adams (1807–1880), ein angesehener presbyterianischer Pfarrer, ihre Mutter Martha Adams geborene Magoun (1812–1885).

Ihr Vater wurde 1873 zum dritten Präsidenten des Union Theological Seminary ernannt, auf dem viele amerikanische Missionare ihre Ausbildung erhielten. Er war eine Führungspersönlichkeit und Prediger und engagierte sich im In- und Ausland. Er reiste viel und seine Auslandsreisen wurden regelmäßig von zurückkehrenden Missionaren erwidert. Vermutlich hatten diese Geschenke von ihrem jeweiligen Einsatzorten mitgebracht, darunter können sich auch Musikinstrumente befunden haben. Mary Elizabeth Adams interessierte sich früh für alte Musikinstrumente und bat eine Cousine in Florenz ihre „ersten Instrumente“ zu kaufen, die ursprünglich als Dekoration für ihr Musikzimmer gedacht waren. Sie heiratete 1864 den Bankier John Crosby Brown (1838–1909). Das Paar bekam sechs Kinder Rev. William Adams Brown (1865–1943), Elizabeth Coe „Eliza“ Brown Moore (1868–1959), Mary Magoun Brown (1869–1962), James Crosby Brown Jr. (1872–1930), Thatcher Magoun Brown (1876–1954) und Amy Brighthurst Brown deForest (1878–1960).

Sammlung von Instrumenten aus aller Welt Aus Aufzeichnungen ihrer Eltern geht hervor, dass sie ebenso wie ihre Schwester im Juni 1883 Preise von der „Miss Doremus’ Vorbereitungsschule“ erhielten. Diese Organisation gehörte zu den ersten, die Missionarinnen in Länder entsandten, in denen einheimische Frauen isoliert und von physischer, schulischer und spiritueller Unterstützung ausgeschlossen waren und somit auch durch männliche Missionare schlecht angesprochen werden konnten. Mit vielen der anderen Absolventinnen trat sie in Briefkontakt. Auch durch ihren Mann John Crosby Brown, der familiäre Verbindungen zum Union Theological Seminary als Vorstandsmitglied und später als Präsident besaß, wurde der Kreis der Personen, mit denen sie korrespondierte vergrößert. Anfang der 1880er Jahre brachte Doremus Mary Elizabeth Brown mit Elizabeth Stevens, der Frau eines Missionars in Rangun, Burma in Kontakt. Diese schrieb ihr: Ich kann Ihnen nun endlich mitteilen, dass die Kiste mit den Musikinstrumenten nach New York verschickt wurde… ihr Inhalt ist so unfein und von so niedrigem Niveau, dass er in dem eleganten Musikzimmer, das Sie beschreiben, völlig deplatziert wirken wird. Auch geriet Stevens ins Schwärmen, als sie eine Harfe beschrieb, die sich ebenfalls auf dem Weg nach New York befand und sie fügte eine Liste der von ihr erworbenen Instrumente bei. Fünf dieser Instrumente waren in Browns erstem Sammlungskatalog „Musical Instruments and Their Homes“ (1888) abgebildet. 1898 schrieb Stevens von einer weiteren, eleganteren burmesischen Harfe, die sie erworben hatte und an Mary Elizabeth Brown geschickt hatte. Dabei dürfte es sich um eine Harfe handeln, die heute in der Musikinstrumente-Sammlung des Metropolitan Museum of Art ausgestellt ist. Sie ist vollständig vergoldet und mit Szenen aus dem hinduistischen Ramayamaepos verziert.

Korrespondenz Durch Briefwechsel ist belegt, dass Mary Elizabeth Brown mit vielen Missionaren, denen sie begegnete, Freundschaft schloss. Wie zuvor ihren Vater besuchten diese nun die Browns. Vor allem in ihrem Landhaus Brighthurst in Orange, New Jersey. Dort trugen sich die Missionare in die Gästebücher ein. Einer dieser Gäste war George E. Post, viele Jahre Professor für Chirurgie am Syrian Protestant College in Beirut. Er schickte 1886 Brown eine sorgfältig beschriftete Kiste mit „nahöstlichen“ Instrumenten und trug sich bei seinem Besuch bei den Browns ein Jahr später auf Hebräisch in das Gästebuch ein. Ein anderer war George Gilmore, ebenfalls ein Gast der Browns, der 1885 als einer von drei Männern ausgewählt die unter der Schirmherrschaft von König Gojong die erste englischsprachige Schule in Korea zu gründen. Er trug bis 1888 eine repräsentative Sammlung koreanischer Musikinstrumente zusammen, die er Brown schickte. Oft äußerten sich westliche Missionare in ihren Briefen abfällig über die Musik und die Instrumente indigener Völker, jedoch teilte Mary Elizabeth Brown diese Ansichten nicht und suchte stattdessen aktiv nach Musikinstrumenten aller Art.

Der Korrespondenzsekretär des Missionsausschusses, ein Freund und Nachbar der Browns, Reverend Henry N. Cobb brachte sie zusätzlich mit weiteren Missionaren in Kontakt. Er stellte ihr James L. Amerman vor, einem unabhängigen Missionar in Tokio. Dieser schickte viele Musikinstrumente an die Browns und von denen, die 1886 in ihrem Katalog abgebildeten japanischen Instrumente waren von Amerman auf dem Seeweg über den Suezkanal geschickt worden. Amerman, der sich mit einem Experten für japanische Musik beraten hatte, konnte später auch wertvolle Korrekturvorschläge zum Katalogentwurf von Mary Elizabeth Brown geben. Eine Cousine der Browns, Annie Hammond Bradshaw lebte als Missionarin in Sendai, nördlich von Tokio. Sie schickte vermutlich keine Instrumente nach New York, jedoch belegen zahlreiche Fotos ihre Arbeit in Japan. Ihre engagierteste und treueste Korrespondentin, Florence H. Learned, lebte mit ihrem Ehemann Dwight W. Bearned, einem Professor an der Doshisha-Universität, über zwanzig Jahre als Missionare in Japan. Sie schickten sich oft Zeichnungen potenzieller Erwerbungen. Learneds beeindruckendster Fund war ein riesiger Gong, der von zwei geschnitzten Oni, gehalten wurde.

Expertin für Musikinstrumente Mary Elizabeth Brown galt von 1889 bis 1909 als führende Expertin für Musikinstrumente aus aller Welt in Amerika. Sie vermachte bis zu ihrem Tod im Jahr 1918 dem Metropolitan Museum of Art über 3.300 Instrumente. Ihre erste Schenkung datierte aus dem Jahr 1889 und umfasste 276 Instrumente. Diese Objekte stammten von „wilden und orientalischen“ Völkern, wie sie sie in der damaligen Sprache bezeichnete. Im Museum füllten die Instrumente bis zum Jahr 1901 fünf Räume. Dies entsprach 10 % der damaligen Ausstellungsfläche des Museums. Ihre Sammlung nannte Mary Elizabeth Brown zu Ehren ihres Mannes „Die Crosby-Brown-Sammlung von Musikinstrumenten aller Nationen“.

Mary Elizabeth Adams Brown starb am 15. Februar 1918 in New York.

Weblinks

Mary Elizabeth Adams Brown Metropolitan Museum of Art

Einzelnachweise

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