Stephan Kay Kostrzewa (* 1966 in Duisburg) ist ein deutscher Fachbuchautor zu den Themen Demenz- und Palliative Care. Er ist Inhaber des Instituts für palliative und gerontopsychiatrische Interventionen in Mülheim an der Ruhr und gilt als Urheber des pflegewissenschaftlichen Konzepts des „Therapeutischen Gammelns“ für Menschen mit Demenz.

Leben Stephan Kostrzewa legte sein Abitur in Duisburg ab und absolvierte anschließend nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger mit praktischer Erfahrung in der ambulanten und stationären Pflege sowie in der Hospizarbeit. Er studierte Sozialwissenschaften (Soziologie, Psychologie und Thanatologie) und war von 1995 bis 2007 als Dozent und Kursleiter für Altenpflege tätig.

Seit 2007 arbeitet Kostrzewa freiberuflich als Dozent, Projektbegleiter und Referent über sein eigenes Institut für palliative und gerontopsychiatrische Interventionen und war bis 2024 Chefredakteur der Fachzeitschrift Palliativpflege heute im PPM Verlag. Im Jahr 2021 promovierte er an der Universität Duisburg-Essen zum Dr. rer. medic. mit einem wissenschaftlichen Schwerpunkt in Palliative Care.

Therapeutisches Gammeln und die Gammeloase Kostrzewa ist vor allem durch das Konzept des „Therapeutischen Gammelns“ bekannt geworden, einem pflegewissenschaftlichen Ansatz für Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Dieser Ansatz stellt Selbstbestimmung, Wohlbefinden und Autonomie der Betroffenen in den Mittelpunkt und verzichtet weitgehend auf starre Abläufe, Training und strukturierte therapeutische Programme.

Die Gammeloase im Juli-Kolb-Seniorenzentrum Ein praktisches Beispiel für das Therapeutische Gammeln ist die sogenannte „Gammel-Oase“ im Juli-Kolb-Seniorenzentrum der AWO in Marl (Nordrhein-Westfalen). Im Mai 2023 wurde dort ein Wohnbereich eröffnet, in dem Menschen mit weit fortgeschrittener Demenz leben und ihren Alltag nach eigenen Bedürfnissen gestalten können. Nach Angaben Kostrzewas führt dieses Setting zu weniger Stress und Zwang, einem reduzierten Einsatz psychotroper Medikamente sowie zu mehr emotionaler Sicherheit und individueller Lebensqualität. Das Konzept wurde unter anderem in einer Dokumentation der WDR-Reihe Menschen hautnah vorgestellt.

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Einzelnachweise

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