mini|hochkant|Wappen der Schwarte im Wappenbuch des Westfälischen Adels Swarte (auch Schwarte o. ä.; lat. niger) ist der Name eines erloschenen Münsteraner Patrizier- und Adelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem Dortmunder Patrizier- und Adelsgeschlecht Schwarte, dem schwedisch-deutschen Patrizier- und Briefadelsgeschlecht Schwartz und dem lippischen Uradelsgeschlecht Schwartz.
Geschichte Max von Spießen zählt das Geschlecht zu den Erbmännern.Spießen (1901–1903), S. 116. Ob bereits der 1330 und 1331 auftretende Gerewinus dictus Swarte,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 105u / Domkapitel Münster, Domburse / Urkunden, Nr. 9, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 209u / Stift Freckenhorst / Urkunden, Nr. 89, abgerufen am 14. Februar 2026. der 1335 erwähnte Münsteraner Bürger Gottfried genannt Swarte, der 1339 genannte Kanoniker von St. Mauritz, Henricus dictus Swarte,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 226u / Kollegiatstift St. Martini, Münster / Urkunden, Nr. 70, Nr. 76, abgerufen am 14. Februar 2026. oder der 1352 als Bürge für die Münsteraner Neubürgerin Gertrudis Bruninc auftretende Everhardus SwarteGünter Aders: Das verschollene älteste Bürgerbuch der Stadt Münster (1350–1531). In: Westfälische Zeitschrift 110, Münster 1960, S. 42 (PDF; 35,4 MB). zur Familie gehören, kann nicht sicher entscheiden werden. Aufgrund eines anderen Siegelbilds (Mohrenkopf) ist dagegen sicher, dass der Knappe Bernhardus dictus Swarte (urkundlich 1356–1362), weltlicher Richter des Bischofs von Münster zu Wolbeck,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 211u / Stift Hohenholte / Urkunden, Nr. 34, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 105u / Domkapitel Münster, Domburse / Urkunden, Nr. 23, abgerufen am 14. Februar 2026. und der mit einer Heyleke verheiratete Knappe Johann de Swarte von den Hovelen (urkundlich 1389–1419),Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 101u / Domkapitel Münster / Urkunden, Nr. 0 - I R 102, Nr. 0 - III D Nr. 1., abgerufen am 14. Februar 2026.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ass.Uk / Assen, Urkunden, Nr. Ass.Uk - 151, Nr. Ass.Uk - 169, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 251 / Siegelsammlung, Nr. 912, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 129u / Familie von Kerckerinck zur Borg (Dep.) / Urkunden, Nr. 53, Nr. 54, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 001u / Fürstbistum Münster, Landesarchiv / Urkunden, Nr. 1298, abgerufen am 14. Februar 2026. 1394 Gograf zu Telgte sowie 1408–1411 Gograf zu Sendenhorst, nicht zum hier behandelten Geschlecht gehören. Letztere stammen vielmehr aus einem gleichnamigen landadeligen Geschlecht.Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 116 (Schwarte von Hovele V) (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 292 (hhu.de).
Die sichere Stammfolge beginnt mit den Brüdern Johannes Swarte (urkundlich 1365–1393)Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.C / Kredit- und Schuldensachen, Nr. Bur.C - Urk. 16, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 101u / Domkapitel Münster / Urkunden, Nr. 0 - IV N Nr. 4, abgerufen am 14. Februar 2026. und Dietrich Swarte (urkundlich 1370–1376), beide Bürger zu Münster. Johannes Swarte war 1369–1371, 1376 und 1391 Ratsherr sowie 1369–1371 und 1384 Bürgermeister.Mirko Crabus: Die Ratsherren der Stadt Münster im Mittelalter. In: Westfälische Zeitschrift 166, Münster 2016, S. 98 und 133 (PDF; 1,7 MB).Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 101u / Domkapitel Münster / Urkunden, Nr. 0 - in I D 1, Nr. 0 - IV E Nr. 54, Nr. 0 - III Bb Nr. 29, Nr. 0 - I R 91, abgerufen am 14. Februar 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 226u / Kollegiatstift St. Martini, Münster / Urkunden, Nr. 112, abgerufen am 14. Februar 2026.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ass.Uk / Assen, Urkunden, Nr. Ass.Uk - 130, abgerufen am 14. Februar 2026. 1389 fungierte Johannes zusammen mit Gottfried Kerckerinck als Bürge für die Münsteraner Neubürgerin Walburgis filia Gerhardi ton Honekamp.Günter Aders: Das verschollene älteste Bürgerbuch der Stadt Münster (1350–1531). In: Westfälische Zeitschrift 110, Münster 1960, S. 52 (PDF; 35,4 MB). Johannes, seine Ehefrau Christina (urkundlich 1381–1386) und ihre Nachkommen saßen auf dem Hornekotten im Kirchspiel St. Mauritz.
Die weitere Stammfolge stellt sich wie folgt dar:
Wie genau der Münsteraner Bürger Richwin (Rijcwuin)/Richard de Swarte (urkundlich 1432–1435)Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 129u / Familie von Kerckerinck zur Borg (Dep.) / Urkunden, Nr. 113, Nr. 121, abgerufen am 14. Februar 2026.Stadtarchiv Münster, C-KK-KlRinge / Kloster Ringe, Nr. Urk. Nr. 16, abgerufen am 14. Februar 2026. in die Stammfolge einzusortieren sind, ist nicht bekannt. Dass er zur Familie gehörte, ist jedoch wahrscheinlich, da es schon Mitte des 14. Jahrhunderts einen Riquin de Swarte gab. Dieser war 1367 der noch unmündiger Sohn des gerade verstorbenen Bernds des Swarten und der Berta. Letztere wurde in jenem Jahr vom Propst von St. Mauritz für ihren Sohn mit der curtis bovinclo (Hof Schulte Bovingloh im Kirchspiel Hoetmar) belehnt, unter den Bürgen war Heinrich Vincke von Ostenfelde.Wilhelm Kohl: Das Bistum Münster 9: Das Kollegiatstift St. Mauritz vor Münster (Germania Sacra N. F. 47), Berlin/New York 2006, S. 201. Anfang des 16. Jahrhunderts scheint die Familie ausgestorben zu sein.
Wappen Blasonierung: Etwas nach oben gebogener schwarzer rechtsschräger Balken, darüber ein silbernes, darunter ein goldenes Feld. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken wiederholt sich der Schild mit sechs grünen Pfauenfedern besteckt.
Es besteht eine Wappenverwandtschaft mit dem Münsteraner Erbmännergeschlecht Steveninck.
Literatur Theodor Ilgen: Die Westfälischen Siegel des Mittelalters, Heft IV, Münster 1894–1900, S. 59 (uni-muenster.de) und Tfl. 167 (uni-muenster.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 116 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 291 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Patriziergeschlecht (Münster) Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht