mini| Denkmal für Gertrude Bocanegra auf dem Gertrude Bocanegra Plaza in Pátzcuaro, Michoacan María Gertrudis Teodora Bocanegra Lazo Mendoza (* 11. April 1765 in Pátzcuaro, Mexiko; † 10. Oktober 1817 ebenda) bekannt als Gertrudis Bocanegra, war eine Frau in Neuspanien, die die Aufstandsbewegung während des Mexikanischen Unabhängigkeitskrieges unterstützte. Sie wurde entdeckt und zum Tode verurteilt, weil sie sich weigerte, der Vizekönigsregierung Informationen über die Aufständischen preiszugeben.
Leben und Werk Bocanegra war die jüngste Tochter von Pedro Xavier Bocanegra und Feliciana Mendoza. Ihr aus Spanien stammender Vater besaß einen Gemischtwarenladen. Ihre Mutter war in Neuspanien als Tochter eines spanischen Vaters und einer Purépecha geboren. Ihre Familie sprache fließend Spanisch und die Taraskische Sprache, auch Purépecha genannt. Bocanegra konnte auch Französisch sprechen und lesen. Es war zu dieser Zeit ungewöhnlich, dass Frauen lesen und schreiben konnten, und der Zugang zu aufklärerischen Schriften war stark eingeschränkt. Bocanegra hatte Zugang zu den bedeutendsten politischen und philosophischen Werken ihrer Zeit.
Zum Zeitpunkt des ersten Aufstands im formellen mexikanischen Unabhängigkeitskrieg 1810 war Bocanegra 45 Jahre alt. Sie war mit Pedro Advíncula Lazo de la Vega verheiratet, nachdem er von Kuba nach Neuspanien versetzt worden war, um in den spanischen Provinzstreitkräften von Michoacán zu dienen. Sie hatte mit ihm vier Töchter und zwei Söhne. Als im Oktober 1810 eine Rebellengruppe unter der Führung von Miguel Hidalgo y Costilla durch die benachbarte Stadt Valladolid (das heutige Morelia) marschierte, schlossen sich ihr Ehemann und ihr ältester Sohn an.
Bocanegra führte das Familienunternehmen weiter und engagierte sie sich im Kurierdienst zwischen Pátzcuaro und Tacámbaro, zwei Hochburgen der Aufständischen, und half die Kommunikation zwischen den Militärkommandos zu gewährleisten. Im Januar 1811 fielen sowohl ihr Mann als auch ihr Sohn in der Schlacht an der Calderón-Brücke. Sie unterstützte die Kriegsanstrengungen im Geheimen weiter und führte ihr ausgebautes Kuriernetzwerk fort. Auf dem Weg nach Pátzcuaro wurde sie Anfang 1817 von den Royalisten gefangen genommen. Sie wurde wiederholt gefoltert und verriet auch nach monatelanger Gefangenschaft keine Informationen über Hidalgos Armee. Die spanischen Behörden befanden sie des Hochverrats für schuldig und verurteilten sie zum Tode. Am 11. Oktober 1817 wurde Bocanegra auf der Plazuela de San Agustín in Pátzcuaro, dem Platz, der heute ihren Namen trägt, an einen Baum gefesselt erschossen.
Ehrungen mini|Geschichte von Michoacán, Wandgemälde von Juan O’Gorman in der öffentlichen Bibliothek Gertrudis Bocanegra, Pátzcuaro Sie ist in Mexiko als La Heroína de Pátzcuaro (Die Heldin von Pátzcuaro) bekannt. Ihr zu Ehren wurde in dieser Stadt ein Platz benannt und eine Bronzestatue errichtet. An dem Ort, an dem sie getötet wurde, erinnert eine Gedenktafel neben dem Baum, an dem Gertrudis Bocanegra hingerichtet wurde. 1965 wurde an ihrem Geburtshaus eine Genektafel angebracht. Das 1576 erbaute Augustinerinnenkloster von Pátzcuaro bestand ursprünglich aus einer Kirche und einem Kreuzgang. 1936, unter dem Vorsitz des Revolutionsführers Lázaro Cárdenas, wurde die ehemalige Kirche zu einer Bibliothek und der Kreuzgang zu einem Theater umgebaut. Die Gertrudis-Bocanegra-Bibliothek ist mit Wandmalereien des irisch-mexikanischen Künstlers Juan O’Gorman, ein bedeutendes Kulturzentrum von Pátzcuaro. Auf dem Wandgemälde Geschichte von Michoacán wird sie kniend nach ihrer Hinrichtung gezeigt. Gertrudis ist ein mexikanischer biografischer Film aus dem Jahr 1992 über das Leben und die Hinrichtung von Gertrudis Bocanegra. Im Museum für Frauengeschichte Mexikos Museo de la Mujer im Bezirk Cuauhtémoc von Mexiko-Stadt wird Bocanegra in einer Dauerausstellung gewürdigt. Der Paseo de las Heroínas (Weg der Heldinnen) in Mexiko-Stadt ist ein 2002 gestartetes Projekt, welches Frauen ehrt, die einen bedeutenden Beitrag zur mexikanischen Geschichte geleistet haben. Es wurde am 5. März 2023 von der Regierungschefin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, mit der Enthüllung der Statue von Dolores Jiménez Muro offiziell eingeweiht. Zu dem aus insgesamt 14 Bronzestatuen bestehenden Skulpturenensemble gehört auch die Statue von Gertrude Bocanegra.
Literatur Alfredo Ávila, Juan Ortiz Escamilla, José Antonio Serrano Ortega: Actores y escenarios de la la revolución de los ajos . Guerra, pensamiento e instituciones, 1808–1825. México: Fondo de Cultura Económica, 2010, ISBN 978-607-16-0482-8. Mujeres insurgentes. Senado de la República, 2013, ISBN 978-6070301957.
Weblinks Youtube-Video: Gertrudis Bocanegra una excepcional heroina desconocida (spanisch)
Einzelnachweise
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