Gary Baring Nash (* 27. Juli 1933 in Merion Station, Pennsylvania; † 29. Juli 2021 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Historiker, der zur Amerikanischen Revolution geforscht hat, besonders zu Rassenfragen und zur Bildung politischer Kommunen wie Philadelphia. Er gehörte zur Bewegung der New Left history und setzte sich 1970 in einem Verteidigungskomitee gegen die Kündigung der Bürgerrechtlerin Angela Davis durch ihre Universität ein.
Leben und Werk Nach der Schule in Merion, einem Vorort von Philadelphia, studierte Nash an der Princeton University (BA 1955, PhD 1964). 1955–58 diente er in der U.S. Navy. Sein akademischer Weg führte ihn von Princeton (Assistant Professor 1965/6) an die University of California, Los Angeles (UCLA; Assistant Professor 1966–68), über den Associate Professor 1969–72 zur Vollprofessur von 1972 bis 1994.
Nash interessierten marginalisierte soziale Gruppen, besonders die Armen, Arbeiter, Afroamerikaner, Native Americans. In der American Revolution betonte er die Rolle von Seeleuten, Farmern, Stadthandwerkern, Sklaven und Frauen. Dies richtete sich gegen den Mainstream der traditionellen Historiker, die eher die politischen Eliten im Auge hatten. Edmund S. Morgan kritisierte ihn, dass es sich nur um lokale und vereinzelte Phänomene gehandelt habe, entscheidend seien letztlich die Eliten des Kontinentalkongresses gewesen.
Das Buch The Urban Crucible (1979) brachte eine neue Sicht auf das Kolonialleben und die Ursachen der Amerikanischen Revolution. Die Geschichte dreier Hafenstädte – Boston, New York, and Philadelphia – führt auf feine Veränderungen im sozialen und politischen Bewusstsein und beschreibt die Entstehung der Revolution durch gemeinsame Aktionen gegenüber Herausforderungen durch Zoll und Gesetz.
Nash beteiligte sich an der Entwicklung von historischen Standards für den US-Geschichtsunterricht in der K-12-Schule durch das National Center for History in the Schools, dessen Gründungsdirektor er war. Er wollte Minderheiten mehr Platz im Curriculum geben, deswegen griff ihn 1994 Lynne Cheney an, die für die Finanzierung des Projektes zuständig und die Ehefrau des späteren republikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney war, er betreibe eine falsch politisierte Erziehung, in der zwar der Ku Klux Klan und Joseph McCarthy vorkämen, nicht aber die Gebrüder Wright.
Nash war Präsident der Organization of American Historians im Zeitraum 1994/95 und in vielen Vorständen historischer Verbände. Er war Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.
Schriften Quakers and Politics: Pennsylvania, 1681–1726 (1968) Class and Society in Early America (1970) Red, White, and Black: The Peoples of Early America (1974), ISBN 978-0205887590. The Private Side of American History: Readings in Everyday Life (1975) The Urban Crucible: Social Change, Political Consciousness and the Origins of the American Revolution (1979) Race, Class and Politics: Essays on American Colonial and Revolutionary Society (1986) Forging Freedom: The Formation of Philadelphia’s Black Community, 1720–1840 (1988), ISBN 978-0674309340. Race and Revolution: The Inaugural Merrill Jensen Lectures (1990) Forbidden Love: The Hidden History of Mixed-Race America (1999; 2010), ISBN 978-0805049534. First City: Philadelphia and the Forging of Historical Memory (2001) The Unknown American Revolution: The Unruly Birth of Democracy and the Struggle to Create America (2005), ISBN 978-0224061841. The Forgotten Fifth: African Americans in the Age of Revolution (2006)
Einzelbelege
Kategorie:Geschichtsdidaktiker Kategorie:Neuzeithistoriker Kategorie:Historiker (Geschichte des Kolonialismus) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Los Angeles) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Gestorben 2021 Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Mann