Bei der St.-Narcissus-Bruderschaft handelt es sich um die religiöse Bruderschaft der Schneiderzunft („Schneiderbruderschaft“). Ihr Patron ist der heilige Narcissus von Gerona. Dieser hatte die Augsburger Bistumspatronin Afra einst zum christlichen Glauben bekehrt und deren Onkel Dionysius um das Jahr 304 zum ersten Bischof von Augsburg geweiht.
Der St.-Narcissus-Bruderschaft stand im 18. Jahrhundert eine eigene Kapelle im Augsburger Mariendom zur Feier der heiligen Messe zur Verfügung. Diese Kapelle befand sich beim Durchgang von der Ulrichskapelle zur Johanneskapelle, der heute, begehbar durch das Diözesanmuseum, als Ausstellungsraum für archäologische Ausgrabungen dient. Für diese damalige „Schneiderkapelle“ hatte die Bruderschaft im 18. Jahrhundert die Messgarnitur bei Franz Anton Bettle aus Konstanz († 1728) in Auftrag gegeben. Der in der damaligen Zeit für große Skulpturen bekannte Künstler vollendete die Garnitur am 21. September 1716.
Durch die Karolinische Regimentsordnung von 1548 wurde die Zunftordnung abgeschafft und beendete damit die politische Rolle der Zünfte. Danach haben sich in Augsburg neun Zunftbrüderschaften für verschiedene Handwerksberufe (Bierbrauer, Kornmesser, Metzger, Bäcker, Müller, Krämer, Maler, Goldschmiede, Uhrmacher, Buchdrucker, Steinmetzen, Kompassmacher, Schuhmachermeister und Schneider) gegründet, deren Bruderschaftsidee auf Gottesverehrung und Nächstenliebe beruhte. Mit Hilfe von Bruderschaften versuchte Bischof Heinrich von Knöringen, die Rekatholisierung im Bistum Augsburg voranzutreiben. Am 18. Juli 1603 wurde die St.-Narcissus-Bruderschaft für die katholischen Schneider errichtet, sie besteht bis heute (Februar 2026) in Augsburg. Diese feierten ihre gemeinsamen Gottesdienste in der Narcissuskapelle in der ’finsteren Gräd’ (Friedhöfe), die im Volksmund den Namen ’Schneiderkapelle’ trug und 1808 abgebrochen wurde. +MitgliederzahlJahrMitglieder1604916144916841141805130193179194270196025200260202629
Einzelnachweise
Kategorie:Bruderschaft