Claudia Schrader (* 2. Juli 1937 in Dresden; † 31. Januar 2025 in Dresden) war eine deutsche Architektin, die in Dresden an der Planung vieler Schul- und Kindereinrichtungen mitwirkte und danach als Abteilungsleiterin zum Wohnungsbaukombinat Dresden wechselte und dort ein neues Elemente-Sortiment für den Schulbau entwickelte.
Leben mini|Neubebauung am Albertplatz von 1987 Nach dem Abitur 1955 studierte sie an der Technischen Hochschule Dresden Architektur und schloss ihr Studium 1962 mit dem Diplom ab. Danach arbeitete sie von 1962 bis 1977 als Oberassistentin am Lehrstuhl Gesellschaftsbauten der TH/TU Dresden in enger Zusammenarbeit mit Helmut Trauzettel. In dieser Zeit erschienen zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Kindereinrichtungen und Schulbau. Thema ihrer 1969 abgelegten Promotion waren Bauten für sonderpädagogische Einrichtungen.
1962 beteiligte sie sich an einer Flugblattaktion gegen den Abriss der Sophienkirche.
Werk/Wirken mini|Oberschule in der Lommatzscher Straße 121 in Dresden Als Mitarbeiterin Trauzettels war sie an der Planung von Kindereinrichtungen, Schulbauten und Einfamilienhäusern sowie an 13 Wettbewerbsbeiträgen des Lehrstuhlkollektivs beteiligt, darunter zu Rostock-Lütten Klein (1966) sowie zu den Stadtzentren von Hoyerswerda (1975) und Bautzen-Gesundbrunnen (1974). Schrader selbst erhielt 1979 als Mitarbeiterin des Lehrstuhls den Preis der TU Dresden.
Ab 1977 arbeitete sie als Abteilungsleiterin beim Wohnungsbaukombinat Dresden und wurde mit dem Aufbau der Komplexabteilung für gesellschaftliche Bauten beauftragt, das über einen eigenen Mitarbeiterstab verfügte. Aus Elementen der WBS 70 entwickelte sie mit ihrem Kollektiv 1977–83 ein Elementesortiment für den Schulbau, der u. a. Anwendung fand in der Schulbaureihe SR 80 des WBK Dresden (Architektur-Preis des Bezirkes Dresden) beim Bau der Schulen im WG Bautzen-Gesundbrunnen (1985) und an der Lommatzschen Straße in Dresden (1985/86).
Das Büro baute Funktionsunterlagerungen mit Elementen der WBS 70G, die 1986–90 in der Dresdner Neustadt für die Gestaltung der Südseite des Platzes der Einheit und des Nordteils der Straße der Befreiung eingesetzt wurden. Für dieses Projekt erhielt das Kollektiv den 1. Preis im Wettbewerb, für die realisierten Bauten den Architekturpreis des Bezirks Dresden.
Nach der Wende gründete sie 1990 mit Klaus-Jürgen Schöler, Christian Matzke und Walter Kaplan, mit denen sie schon im Wohnungsbaukombinat zusammengearbeitet hatte, ein Architekturbüro, zu dessen Projekten der 1. Bauabschnitt des alten sächsischen Landtags (1992) und der Umbau der Villa Eschebach, der mit dem Erlweinpreis für die gelungene Sanierung ausgezeichnet wurde. Sie war in verschiedenen Wettbewerben als Preisrichterin tätig und engagierte sich u. A. in der Gestaltungskommission kulturhistorisches Zentrum.
Werke/Schriften
Schrader, Claudia: Allgemeinbildende Einrichtungen für die Erziehung und Bildung geschädigter Jugendlicher im Alter von 6–18 Jahren. Diss., TU Dresden, 1969 Schrader, Claudia: Steinbrück, Wolfgang; Trauzettel, Helmut: Entwicklungs- und Einführungsstand neuer Gesellschaftsbauerzeugnisse auf der Grundlage des WBS 70/G. In: AdDDR (1985) Nr. 5, S. 304 Steinbrück, Wolfgang; Schöler, Klaus-Jürgen: Straße der Befreiung – Neugestaltung des Platzes der Einheit in Dresden. In: deutsche bauzeitung (1990), Nr. 6
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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