mini|hochkant|James Nairn (1890) James Nairn (vollständiger Name: James McLachlan Nairn; Pseudonym: Kopeeks; * 18. November 1859 in Aberfoyle, Perthshire; † 22. Februar 1904 in Wellington, Neuseeland) war ein neuseeländischer Maler und Zeichner schottischer Abstammung. James Nairn zählt zu den namhaftesten impressionistischen Malern Neuseelands. Er war einer der ersten Künstler des Landes, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich vom Verkauf ihrer Bilder bestreiten konnten. Mit seinen für die damalige Zeit modernen künstlerischen Auffassungen, der Bevorzugung eher unspektakulärer Sujets und der von ihm praktizierten Freilichtmalerei mit spontanem Farbauftrag übte er einen großen Einfluss auf die eher konservativ ausgerichtete neuseeländische Kunst aus und trug wesentlich zur Rezeption des Impressionismus dort bei.
Leben James Nairn studierte von 1879 bis 1883 an der Glasgow School of Art bei Robert Greenlees. In den 1880er Jahren besuchte er zudem die Académie Julian in Paris. Er war mit dem Glasgow Art Club verbunden, in dem er von 1883 bis 1889 ausstellte, sowie mit dem Kreis um William York MacGregor. Dieser Kreis wurde als „Glasgow School“ beziehungsweise „Glasgow Boys“ bekannt. Im Jahr 1883 wurde Nairn Mitglied des Glasgow Institute of the Fine Arts.
Anlässlich der Glasgow International Exhibition 1888 war er an großformatigen, dekorativen Malereien auf Giebelwänden von Kunstgalerien beteiligt. Außerdem publizierte er in der Zeitschrift Quiz vor Ort gefertigte Skizzen der Ausstellung unter dem Pseudonym „Kopeeks“. 1889 entstanden Wandmalereien im Auftrag der Kyrle Charitable Society. Aus gesundheitlichen Gründen entschloss sich Nairn, nach Neuseeland auszuwandern. Er erreichte am 2. Januar 1890 Dunedin. Im August 1890 zog er nach Wellington. Seine Zeichnungen, die im Buch Strike Notes, Wellington 1890, veröffentlicht wurden, sind ein wichtiges Dokument dieses Ereignisses. Nairn wurde Mitglied der New Zealand Academy of Fine Arts und gehörte von 1890 bis 1903 deren Vorstand an, von 1898 bis 1900 als Vizepräsident. Von 1891 bis 1904 lehrte er an der Wellington School of Design, dem späteren Wellington Technical College, die Fächer Stilllebenmalerei, Zeichnen nach der Natur und Aktzeichnen.
Im Jahr 1892 war er Mitbegründer des Wellington Art Club als Gegenpol zur konservativ eingestellten New Zealand Academy of Fine Arts. Von 1892 bis 1896 war er Vorsitzender des Clubs. Sein ab 1894 gemietetes Haus in Silverstream bei Wellington, genannt „Pumpkin Cottage“, war ein beliebter Treffpunkt für die Clubmitglieder, darunter M. E. R. Tripe und Mabel Hill. Nairn stellte von 1880 bis 1889 im Glasgow Institute of the Fine Arts, von 1882 bis 1885 in der Royal Scottish Academy und von 1890 bis 1903 in der New Zealand Academy of Fine Arts in Wellington aus.
Werk Nairn malte vorwiegend Landschaften, aber auch Porträts wie Ma Belle – Portrait of Mabel Hill sowie figürliche Szenen wie Mending the Net, die er beide um 1899 in Öl auf Leinwand bzw. Holz schuf. Er arbeitete mit Öl- und Aquarellfarben und hinterließ auch Pastell- und Kohlezeichnungen. Zunächst durch die realistische Maltradition in der schottischen Malerei geprägt, kam Nairn während seines Aufenthalts in Frankreich mit dem Impressionismus in Berührung, der ihn nachhaltig beeindruckte und sein weiteres Schaffen bestimmen sollte. Der Stil und das motivische Repertoire seiner Werke zeugen von der Kenntnis der Gemälde von Jean-François Millet, Gustave Courbet und Jules Bastien-Lepage.
In Neuseeland widmete sich Nairn überwiegend der Pleinairmalerei, hauptsächlich im Hutt Valley in der Umgebung des Pumpkin Cottage. Daneben entstand eine Reihe populär gewordener Bilder mit Darstellungen von Landarbeitern wie Tess von 1893. Zu seinen herausragendsten Arbeiten gehören Winter Morning, Wellington Harbour (Aquarell, um 1900) und A Summer Idyll (Öl, 1903).
Seine Werke befinden sich in der Auckland Art Gallery Toi o Tāmaki, der Christchurch Art Gallery, dem Dowse Art Museum in Lower Hutt, der Bishop Suter Art Gallery in Nelson, der Manawatu Art Gallery in Palmerston North, der Sarjeant Gallery in Wanganui und im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in Wellington, das über die größte Werksammlung verfügt.
Literatur
Gil Docking: Two Hundred Years of New Zealand Painting, Lansdowne Press, Melbourne, 1971. 6 James McLachlan Nairn (1859–1904). In: Gordon H. Brown, Hamish Keith: An Introduction to New Zealand Painting 1839–1980. Collins, London / Auckland / Sidney 1982, ISBN 0-00-216989-4, S. 79–86 (englisch, – Leseprobe). James L. Caw: Scottish Painting – Past and Present, 1620–1908. T. C. & E. C. Jack, Edinburgh 1908. Mary Kisler: Angels and Aristocrats. Early European Art in New Zealand Public Collections. Random House New Zealand, Auckland 2010. Michael Dunn: New Zealand Painting: A Concise History. Auckland University Press, Auckland 2003. Nairn, James McLachlan. In: Peter J. M. McEwan: Dictionary of Scottish Art & Architecture. Antique Collectors’ Club, Woodbridge 1988, ISBN 1-85149-134-1, S. 429 (englisch, ). Victoria Hearnshaw: James Nairn: The New Zealand Years. University of Canterbury, Christchurch 1992 (Dissertation M.A.).
Weblinks
Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa Victorian Web ArtUK
Einzelnachweise
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