Monika Betzler (* 25. Juli 1962 in Krumbach) ist eine deutsche Philosophin und Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie ist Inhaberin des Lehrstuhls für Praktische Philosophie und Ethik, leitet den Master-Studiengang Philosophie, Politik und Wirtschaft (PPW) und ist Sprecherin des Zentrums für Ethik und Philosophie in der Praxis (ZEPP).ZEPP: Prof. Dr. Monika Betzler, Mitglied des Vorstandes und Sprecherin des ZEPP auf der Webseite des Zentrum für Ethik und Philosophie in der Praxis. Abgerufen am 12. Februar 2026.

In ihrer Forschung befasst sie sich v. a. mit Themen der normativen Ethik und der Moralpsychologie. In Interviews, Podcasts und Publikationen macht sie diese Fragen für die Allgemeinheit zugänglich.

Werdegang 1992 promovierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Dr. phil. Nach einem Aufenthalt an der EU-Kommission in Brüssel ging sie 1994 ging sie als McCloy Scholar an die Kennedy School of Government, Harvard University, wo sie den Master of Public Administration (M.P.A.) erwarb. Nach einer langjährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Göttingen, Forschungsaufenthalten am Philosophy Department der University of California, Berkeley/USA, als Feodor-Lynen-Research Fellow der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und als Gastdozentin am Institut für Philosophie der Universität Bern/Schweiz, kehrte sie an die LMU zurück, wo sie 2005 habilitierte und die venia legendi für Philosophie erhielt.

2006 folgte sie einem Ruf der Universität Bern/Schweiz als Ordinaria für Philosophie mit Schwerpunkt praktische Philosophie.Graduate School of the Arts and Humanities (GSAH): Eintrag Monika Betzler. Abgerufen am 13. Februar 2026.

Seit 2014 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls V für Praktische Philosophie und Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dazu kommen Gastprofessuren an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, der Universität Wien, der Universität Lund und der Fudan University Shanghai.

Seit 2024 ist Betzler Mitglied der Academia Europaea sowie des Institut International de Philosophie.

Forschungsschwerpunkt Betzler beschäftigt sich mit praktischer Philosophie und normativer Ethik, insbesondere der Ethik menschlicher Beziehungen und der Normativität persönlicher Projekte sowie der Empathie als normatives Phänomen und der Autonomie.

In Fragen der praktischen Vernunft und der moralischen Psychologie versucht sie zu zeigen, wie Philosophie helfen kann, Probleme zu lösen – vom Einsatz von Gentechik bis zu familiären Konflikten.

In einem Interview für die Volkswagen Stiftung meint Betzler, dass Ethik heute aktueller denn je sei, weil sie helfe, drängende Fragen zu beantworten („Was schulden wir anderen Menschen, wenn wir sie als gleichberechtigte Wesen betrachten?“). Themen wie künstliche Intelligenz, Genmanipulation an Lebensmitteln oder familiäre Konflikte müssten zunächst klar definiert werden, um dann Entscheidungen zu treffen. Sie beschäftigt sich auch mit scheinbar trivialen Themen wie der Unfähigkeit mancher Menschen, gute Vorsätze umzusetzen, oder dem inneren Konflikt, Klimaschutz mit Urlaubswünschen zu vereinbaren.

Betzler macht ihre Arbeit auch in Podcasts und Artikeln für den interessierten Leser und in Essays und Büchern für Fachpublikum zugänglich.

Auszeichnungen

Prinzessin Therese von Bayern-Preis für exzellente Forschung 2025 Preis für gute Lehre (Philosophie) der LMU, Platz 2, July 2022 und 2018 Robert Papazian Essay Prize 2018 für den Artikel “The Relational Value of Empathy”, International Journal for Philosophical Studies 27, 2019 Faculty Fellowship, Center for Ethics and Public Affairs, Murphy Institute, Tulane University, USA, 2012–2013 Feodor Lynen Fellowship, Humboldt Stiftung, Visiting Scholar, Philosophie der University of California, Berkeley, 2002–2003 Lise Meitner Fellowship/Austrian Science Foundation, 2001 (nicht wahrgenommen) Habilitations-Fellowship bei der FAZIT-Stiftung, 2001–2002 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes, 1988–1992

Gremienarbeit Betzler ist Mitglied des International Bioethics Committee (IBC) der UNESCOMitglieder des International Bioethics Committee (IBC) der UNESCO, abgerufen am 12. Februar 2026. und des wissenschaftlichen Beirats der Fritz Thyssen Stiftung sowie in der Jury des Deutschen Preises für Philosophie der Max Uwe Redler Stiftung und des Auswahlausschusses für die Vergabe von Humboldt Forschungspreisen der Alexander von Humboldt-Stiftung. Sie ist zudem für zahlreiche wissenschaftliche Organisationen tätig. Sie war gewähltes Mitglied des Kollegiums "Philosophie" der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Mitglied der Eidgenössischen Ethikkommission für Biotechnologie im Außerhumanbereich (2012–2023).

Schriften (Auswahl)

Herausgeberin mit eigenen Beiträgen in Sammelbänden 1998: mit Julian Nida-Rümelin: Ästhetik und Kunstphilosophie von der Antike bis zur Gegenwart in Einzeldarstellungen. Kröner, Stuttgart. ISBN 978-3-520-37501-8. 2000: mit Barbara Guckes: Autonomes Handeln. Beiträge zur Philosophie von Harry G. Frankfurt. Akademie Verlag, Berlin ISBN 978-3-05-003511-6. 2004: mit Peter Baumann: Practical Conflicts: New Philosophical Essays. Cambridge University Press, Cambridge, ISBN 978-0-521-01210-2. 2007: Kant’s Ethics of Virtue. de Gruyter, Berlin/New York ISBN 978-3-11-017728-2. 2013: Autonomie der Person. Mentis, Münster, ISBN 978-3-89785-415-4. 2015: mit Barbara Bleisch: Familiäre Pflichten. Berlin, ISBN 978-3-518-29720-9. 2025: mit Jörg Löschke: The Ethics of Relationships: Broadening the Scope. Oxford University Press, ISBN 978-0-19-892815-7.

Beiträge in Fachzeitschriften

2026: Deference and Advice, in: Journal for Value Inquiry. 2025: Accounting for the Normative Force of Project-Dependent Reasons, in: Philosophy: The Journal of the Royal Institute of Philosophy, 1-17 [online view: DOI: https://doi.org/10.1017/S0031819125100909]. 2025: Post-Divorce Duties: What We Owe Ourselves and Our Exes as Former Partners, in: The Ethics of Relationships: Broadening the Scope (hg. zus. mit Jörg Löschke). Oxford: Oxford University Press, 100-118. https://doi.org/10.1093/9780198928188.003.0006 2025: Paternalism in Friendship (zus. mit Holger Baumann), in: The Monist 108, 167-178. https://doi.org/10.1093/monist/onaf006 2024: Ending a Special Relationship: Toward an Ethics of Divorce, in: Philosophical Quarterly (2024) [online view: https://academic.oup.com/pq/advance-article/doi/10.1093/pq/pqae136/7874795?guestAccessKey=a50e8113-eb4b-4fa2-9e0c-9f92ca27e883]. 2023: Eine Metatheorie ethischen Entscheidens (zus. mit André Chapuis), in: Ricarda Rübben und Matthias Trautmann (Hrsg.): Moralische Konflikte im Lehrer:innenberuf: Fallgeschichten und Kommentare. Münster und New York: Waxmann Verlag, 247-258. ISBN 978-3-8252-6102-3 2023: Was ist Familie und was macht sie besonders? (zus. mit Jörg Löschke), in: Johannes Drerup und Gottfried Schweiger (Hrsg.): Philosophie der Kindheit. Berlin: Suhrkamp, 235-263. ISBN 978-3-518-30006-0 2023: Responsibility and the Deep Self, in: Maximilian Kiener (Hrsg.): Routledge Handbook of Philosophy of Responsibility. London: Routledge, 177-189. ISBN 978-1-03-225243-8 2023: Moral Indifference (zus. mit Jonas Vandieken), in: Oxford Studies in Normative Ethics Vol 13, 55-76. https://doi.org/10.1093/oso/9780198895909.003.0004 2022: Friendship and Family Relationships, in: Diane Jeske (Hrsg.): Routledge Handbook of the Philosophy of Friendship. London: Routledge, 153-165. ISBN 978-1-03-230627-8 2022: The Normative Significance of Adolescence, in: Journal of Applied Philosophy 39, Issue 4, 547-561 [online view 2021 https://doi.org/10.1111/japp.12556]. 2022: Inverse Akrasia: A Case for Reasoning About One’s Emotions, in: Carla Bagnoli (Hrsg.): Time in Action: The Temporal Structure of Rational Agency and Practical Thought. London: Routledge, 243-263. ISBN 978-1-03-224686-4 2021: Verschwörungstheorien in Zeiten der Pandemie: Zur Bedeutung ethischer Standards im Prozess politischer Meinungsbildung, in: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie/Archives for Philosophy of Law and Social Philosophy 7 (2021), 475-494. https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/9783110788341-005/html. 2021: Collegial Relationships (zus. mit Jörg Löschke), in: Ethical Theory and Moral Practice 24, 213-229. https://doi.org/10.1007/s10677-021-10165-9. 2021: Shared Belief and the Limits of Empathy (zus. mit Simon Keller), in: Pacific Philosophical Quarterly 102, 267-291. https:/// doi.org/10.1111/papq.12345. 2020: Moralismus und die Tugend der Aufgeschlossenheit, in: Christian Neuhäuser und Christian Seidel (Hrsg.): Kritik des Moralismus. Berlin: Suhrkamp, 106-133. ISBN 978-3-518-29928-9 2019: The Relational Value of Empathy, in: International Journal for Philosophical Studies 27 (2019) 136-161, doi:10.1080/09672559.2019.1598081. [Papazian Essay Prize].

Weblinks Persönliche Website von Monika Betzler LMU, Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft: Monika Betzler LMU, Zentrum für Ethik und Philosophie in der Praxis: Monika Betzler

Einzelnachweise

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