Mud (engl. für Schlamm oder Matsch) war eine britische Glam-Rock-Band der 1970er Jahre. Mit Songs wie Dyna-Mite, Tiger Feet, The Cat Crept In oder Oh Boy war sie in zahlreichen europäischen Ländern erfolgreich.
Bandgeschichte Die Gruppe wurde 1966 in Carshalton in der englischen Grafschaft Surrey von den Schulfreunden Les Gray, Dave Mount, Ray Stiles und Rob Davis gegründet. Zunächst war sie eine von vielen drittklassigen, schlecht bezahlten britischen Clubbands, bis sie 1972 bei der Plattenfirma RAK Records von Mickie Most einen Vertrag bekam.
Die Produzenten Nicky Chinn und Mike Chapman (Chinnichap) bauten Mud als weitere Glamrockband neben ihren anderen erfolgreichen Produkten wie The Sweet und etwa zeitgleich Suzi Quatro und Smokie auf.
Rock-and-Stomp-Nummern wie Crazy, Dyna-Mite, Tiger Feet, The Cat Crept In, Rocket und das Buddy-Holly-Cover Oh Boy stürmten die europäischen Charts. Zwischen 1973 und 1976 platzierte Mud elf Titel in den britischen Top Ten, in Deutschland gelang dieser Erfolg fünf Mal. Weniger bekannt ist ihre Version von Glenn Millers In the Mood, die 1974 unter dem Bandnamen Dum als Single erschienen ist. Nachdem die Zusammenarbeit mit RAK Records und dem Duo Chinn/Chapman Mitte 1975 endete (letzte Original-Single auf RAK war One Night), stand die Gruppe unter anderem noch bei Private Stock Records (ab L'L'Lucy), RCA Records und Carrere unter Vertrag. Als weitere Erfolge ausblieben, löste sich die Band 1980 auf.
Äußere Markenzeichen waren die Pilotenbrille des Leadsängers, die gleichförmigen Bewegungen und Tanzschritte und der uniformierte Auftritt in gleichfarbigen Partyanzügen oder Overalls (der damaligen Mode entsprechend mit breitem Hemdkragen und Schlaghosen), wovon lediglich der Gitarrist Rob Davis abwich, der zwar farblich übereinstimmend, jedoch in den ersten Jahren mit einer Art Damenkleid, schillerndem Ohrgehänge und ebensolchen Halsketten einen androgynen Charakter verkörpern sollte, wie er für Bands des Glamrocks typisch war.Julian Thiele: Spielarten mit Männlichkeitsbedeutungen im Glam-Rock. Hausarbeit von 2008, München 2008, GRIN Verlag, ISBN 978-3-640-83059-6. Dazu zeigten Bandmitglieder (oder begleitende Tänzer) oftmals einen besonderen Bühnentanz, bei dem zwei Personen gegenüber stehen und diese sich mit ruckartigen Bewegungen der Oberkörper zueinander und so abwechselnd einander vorbei bewegten, die Daumen lässig im eigenen Gürtel verhakt. Hatte einer der Beteiligten eine Gitarre in der Hand, waren die Bewegungen weniger ausladend.
Rob Davis trat später als Co-Autor von Hits wie Groovejet (If This Ain’t Love) (Spiller, 2000) oder Can’t Get You out of My Head (Kylie Minogue, 2001) in Erscheinung. Bassist Ray Stiles ist seit 1986 Mitglied der Hollies.
Der Sänger Les Gray erlag im Februar 2004 einem Herzinfarkt, nachdem er an Krebs erkrankt war. Im Dezember 2006 starb der Schlagzeuger Dave Mount.
Diskografie
Studioalben
Weitere Studioalben 1976: It’s Better Than Working 1978: Rock On 1979: As You Like It 1990: Sealed with a Kiss
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1976: Mud Rocks 1976: BRAVO präsentiert: Mud 1977: Mudpack 1990: Let’s Have a Party – The Best of Mud 1993: Mud Is Back 1993: The Night Has a 1000 Eyes 1993: Mud 1994: L-L-Lucy 1994: Dynamite 1995: Gold 1995: Original Hits 1996: The Gold Collection 1997: Rock ’n’ Roll Stars (Del Shannon, Fats Domino, Little Richard und Les Gray’s Mud) (Box mit 4 CDs) 1998: The Very Best of Mud 1998: Oh Boy 1998: Careless Love 2000: Greatest Hits 2000: Best of the 70’s 2004: A’s, B’s & Rarities 2009: Rock On / As You Like It
Singles
Weitere Singles 1967: Flower Power 1968: Up the Airy Mountain 1969: Shangri-La 1970: Jumping Jehosaphat 1974: In the Mood (als Dum) 1975: Use Your Imagination 1976: Living Doll 1976: Let’s Have a Party 1976: Nite on the Tiles 1977: Slow Talking Boy 1977: Just Try (A Little Tenderness) 1977: Beating Round the Bush 1978: Cut Across Shorty 1978: Drift Away 1978: Why Do Fools Fall in Love 1979: Drop Everything and Run 1979: You’ll Like It 1980: Rico (als Ring) 1983: Lipstick on Your Collar
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
1976: für das Album Mud Rock
Quellen
Weblinks
Fanpage
Kategorie:Britische Band Kategorie:Glam-Rock-Band