Johanna Jacoba Koos Schregardus (geboren 12. Juni 1897 in Groningen; gestorben 29. Mai 1976 in Saint-Cybranet) war eine niederländische Verlegerin.

Leben Koos Schregardus wurde am 12. Juni 1897 in Groningen geboren. Ihr Vater war der Versicherungskaufmann Hendrik C. Schregardus (1862–1919), ihre Mutter Cornelia Tuithof (1859–1945). Sie hatte fünf Geschwister, von denen drei früh starben. Ihre Eltern zogen oft um, so lebte sie bis zu ihrem dritten Lebensjahr in Groningen, Utrecht, Ouderijn, Bilthoven und danach erneut in Utrecht. Sie zog im Juni 1925 nach Amsterdam und lebte dort mit Tine van Klooster zusammen, sie kannten sich bereits aus Kindertagen, als beide in Groningen gewohnt hatten.

Verlag De Spieghel Gemeinsam gründeten sie im August 1925 mit dem Lithografen Arie Rünckel den Verlag De Branding. Die Partnerschaft hielt nicht und ab März 1926 führte Rünckel den Verlag alleine weiter und Van Klooster und Schregardus gründeten im März 1926 in ihrem Haus am Amsteldijk den Verlag De Spieghel. Sie zogen im August 1928 in die Prinsengracht. Sie stellten den Verlag breit auf und zum Verlagsprogramm gehörten Romane, Essays, Gedichtbände sowie Kunst- und Geschichtsbücher. Im Jahr veröffentlichten sie im Schnitt 15 Bücher und sie gaben acht Zeitschriften heraus, darunter De Vrije Bladen (1928–1935) und Beeldende Kunst (1932–1942). Die Aufgabe von Koos Schregardus war hauptsächlich die kaufmännische Seite des Unternehmens. Dazu führte sie die Verhandlungen mit Druckereien und Autoren. Auch verfasste sie mehrere Kapitel für eine zweibändige Publikation über niederländische Windmühlen die in den Jahren 1926 und 1929 erschien.

Mit dem belgischen Autor Korneel Goossens (1900–1971) aus Mechelen arbeiteten sie ab 1929 zusammen, sie firmierten unter „De Spieghel, Goossens en Co.“ Dabei importierte Goossens Bücher aus den Niederlanden und zusammen mit De Spieghel veröffentlichte er unter dem Namen Het Kompas Bücher. Sie brachten mehrere ambitionierte Buchreihen heraus, darunter „Het Zilveren Bronneke“ (Das silberne Brunnlein) und die „Feniks“-Reihe. Die Zusammenarbeit endete, als 1935 Goossens wegen Veruntreuung entlassen wurde. Der Verlag Het Kompas zog nach Antwerpen und wurde nach dem Krieg von L.J. Veen übernommen.

In ihrem Verlag De Spieghel arbeiteten Schregardus und Van Klooster nicht mit vielen Frauen zusammen, auch wenn sie sich nicht direkt auf die Veröffentlichung von Büchern von und über Frauen spezialisiert hatten. Eine gute Freundin der beiden, die Illustratorin Tine Baanders, entwarf die Buchumschläge und Nelly Bodenheim, eine der Joffers, fertigte Illustrationen. Jantina L. van Hoorn und Alida M.D. Langezaal, eine Ingenieurin, wurden 1935 zu Kommissarinnen von „N.V. De Spieghel“ ernannt. Der Verlag veröffentlichte zudem mehrere Dissertationen von Frauen im Bereich Literatur sowie die Monatszeitschrift „Vrouw en Gemeenschap“ und den Newsletter des Lyceum Clubs (1926–1940).

Bald wurden Koos Schregardus und Tine van Klooster zumeist die „Spieghels“ genannt und sie gehörten zur Amsterdamer Künstlerszene. Dort waren sie mit dem Schriftsteller Kees Kelk und seine Frau Suzy van Hall, die sich kurze Zeit später von ihm trennte, sowie dem Malerpaar Else Berg und Mommie Schwarz befreundet. Im Jahr 1933 kauften sie ein Landhaus an den Vinkeveense Plassen, das sie 1942 gegen ein Haus in Loenersloot tauschten. Ihre Liebe zur Natur drückten sie durch Veröffentlichung von Büchern und Zeitschriften über Natur, Spiele und Sport aus.

Deutsche Besatzung der Niederlande Als sich Koos Schregardus und Tine van Klooster 1942 weigerten der Niederländischen Kulturkammer beizutreten, wurde ihr Verlag liquidiert. Danach schlossen sie sich dem Widerstand an und versteckten Menschen in ihrem Haus in Loenersloot. Zu den Personen, die sie versteckten, gehörten auch die Bildhauer und Widerstandskämpfer Gerrit Jan van der Veen, Frits van Hall und dessen Schwester Suzy van Hall. Nachdem Van der Veen bei einem gescheiterten Angriff auf das Einwohnermeldeamt Amsterdam im Jahr 1944 schwer verletzt wurde, tauchte er in ihrem Haus in der Prinsengracht unter und seine Partnerin Suzy van Hall pflegte ihn. Zehn Tage später wurde er verraten und Tine van Klooster, Suzy van Hall und die Krankenschwester Coos Frielink wurden verhaftet. Tine van Klooster wurde in das KZ Ravensbrück deportiert, wo sie am 30. Januar 1945 ermordet wurde. Zum Zeitpunkt der Razzia war Koos Schregardus nicht zu Hause und entkam so der Verhaftung.

Nachkriegszeit Zwischen 1942 und 1945 veröffentlichte der Verlag zwei illegale Publikationen. Im Jahr 1943 erschien eine Mappe mit Selbstporträts des Künstlers Cor van Teeselin, die in seiner Gefangenschaft entstanden waren und 1944 eine Neuauflage von „Een nieu geusenlieden boecxken“ (Ein neues Geusenliederbuch) aus dem Jahr 1581. Nach dem Ende der deutschen Besatzung am 25. Juli 1945 erhielt Koos Schregardus von der Handelskommission die Erlaubnis, ihr Verlagsgeschäft wieder aufzubauen. Gemeinsam mit Suzy van Hall gründete sie den Verlag neu. Auch gehörte sie dem Vorstand der Stichting Kunstenaarsverzet 1942–1945 (Stiftung Künstlerwiderstand 1942–1945) an. Im Jahr 1946 veröffentlichte sie eine stark hagiografische Biografie von Gerrit Jan van der Veen, der während des Krieges der Partner von Suzy van Hall gewesen war, verfasst von Albert Helman, die sie Tine van Klooster widmete. Auch erschien 1946 ein Buch von Mari Andriessen über die Skulpturen von Suzys Bruder Frits van Hall, der 1945 in einem Arbeitslager in Gleiwitz ermordet worden war.

Mit Suzy van Hall zog Koos Schregardus in die Dordogne. Sie übergab den Verlag zunächst an das befreundete Ehepaar Catharina und Aart van Breda-de Vries, die ihn bis 1954 führten und dann übergab Schregardus ihn an C.P.J. van der Peet. Es wurden in den folgenden Jahren noch einige Bücher vom Verlag De Spieghel herausgegeben, das letzte erschien 1972.

In Saint-Cybrane starb Koos Schregardus am 29. Mai 1976. Ihre Partnerin Suzy van Hall starb zwei Jahre später. Sie wurden gemeinsam in Saint-Cybranet beigesetzt.

Einzelnachweise

Weblinks Koos Schfregardus auf Huygens Instituut Koos Schregardus Koos Schregardus auf Biografischportaal.nl

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