Die Kleesenmühle/Obermühle ist ein Wohnplatz der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.Bad Belzig Forsthaus Rothebach, Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. Januar 2026.

Geografische Lage mini|Springbachmühle und Kleesenmühle/Obermühle im Urmesstischblatt Die Kleesenmühle/Obermühle gehört zu einer Gruppe historischer Mühlenstandorte entlang des Lumpenbachs und des Springbachs, die den nordöstlichen Teil des Belziger Stadtgebietes prägten. Die Kleesenmühle/Obermühle liegt rund 1,2 Kilometer nordnordöstlich des historischen Stadtkerns. Südwestlich liegt der weitere Wohnplatz Waldsiedlung. Nordöstlich schließt sich die Springbachmühle an, gefolgt von der Ölschlägers Mühle jenseits der Bundesstraße 102. Das Gelände ist überwiegend bewaldet; lediglich im südlichen Bereich wird es landwirtschaftlich genutzt. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund und fällt nach Nordwesten auf rund 70 Meter ab.Kleesemühle/Obermühle, Brandenburgviewer, abgerufen am 19. Januar 2026.

Geschichte Die Mühle wurde erstmals 1524 urkundlich als Papiermühle erwähnt. Sie lag zu dieser Zeit im nördlichsten Teil Kursachsens und wurde von Laurentius (Lorenz) Selfisch betrieben. Er belieferte sowohl das Amt Belzig wie auch die kursächsische Kreisstadt Wittenberg und die Mark Brandenburg mit Papier. Im 18. Jahrhundert gehörte die Belziger Papiermühle zu den wirtschaftlich bedeutendsten Anlagen ihrer Art: Von den etwa 70 Papiermühlen, die um 1770 in Sachsen betrieben wurden, erzielte sie den zweithöchsten Umsatz.Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH (Hrsg.): Alte Stadt – Museum oder Zukunfslabor: Handwerk/Kaufleute und Handel in Bad Belzig, 2016, S. 9. Im Jahr 1874 war die Mühle im Besitz der Familie Dietzel, die sie auch als Ausflugsziel bewarb. Anschließend übernahm der Landwirt Albert Rettig das Bauwerk mit den angrenzenden Grundstücken, der es 1911 an den Fabrikbeamten Vehs aus Tangermünde verkaufte.

Die Mühle wurde 1858 außer Betrieb genommen. Laut Rohrlach wohnten im Jahr 1925 sechs Personen im Wohnplatz. In der Zeit der DDR plante die LPG Pflanzenproduktion Lütte auf dem Fundament der mittlerweile abgerissenen Mühle ein Hotel für den Reitsport zu errichten. Mit dem Rohbau wurde begonnen, jedoch nach der Wende nicht weitergeführt und verfiel. Im Jahr 2018 gab es Pläne eines Interessenten aus Sachsen-Anhalt, das Gebäude zu einem ökologischen Mehrgenerationenhaus auszubauen.Christiane Sommer: Neuer Interessent für die Kleesenmühle. In: Märkische Allgemeine, 2. Oktober 2018, abgerufen am 19. Januar 2026.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 16, 20 und 25)

Einzelnachweise

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