Die Parlamentswahl in Thailand 2026 fand am 8. Februar 2026 statt.

Hintergrund Während der Legislaturperiode nach den Parlamentswahlen 2023 wurden nacheinander drei Koalitionsregierungen gebildet. Ein erster Versuch zur Regierungsbildung unter Führung der progressiven Fortschrittspartei wurde vom Senat blockiert. Daraufhin verließ die Pheu-Thai-Partei die geplante Koalition, um stattdessen im Bündnis mit konservativen und pro-militärischen Parteien selbst die Regierung zu führen, zunächst unter Srettha Thavisin und später unter Paetongtarn Shinawatra. Beide Regierungen scheiterten, Srettha wurde im August 2024 und Paetongtarn im August 2025 jeweils durch ein Urteil des thailändischen Verfassungsgerichts des Amtes enthoben. Durch ein weiteres Urteil des Verfassungsgerichts im August 2024 wurde zudem die Fortschrittspartei – die stärkste im Parlament vertretene Partei – aufgelöst. Als Ersatzorganisation bildete sich daraufhin die Volkspartei, die von ihrem Programm und Personal weitgehend mit ihrer Vorgängerin identisch ist und wie diese auch als „orange Partei“ bezeichnet wird.

Die Bhumjaithai-Partei (BJT), die zuvor als Juniorpartner der Pheu-Thai-Partei der Regierung angehörte, und die oppositionelle Volkspartei schlossen im September 2025 eine Vereinbarung, den BJT-Vorsitzenden und bisherigen Innenminister Anutin Charnvirakul als Premierminister zu unterstützen, mit der Auflage, dass Anutin das Parlament innerhalb von vier Monaten nach Vorlage des Regierungsprogramms auflösen muss. Das Parlament wurde am 12. Dezember 2025 aufgelöst, wobei innerhalb von 60 Tagen Neuwahlen erforderlich waren.

Durchführung, Ergebnis und Unregelmäßigkeiten Zugleich wurde am Wahltag ein Referendum abgehalten zur Frage, ob die während der Militärherrschaft 2017 verabschiedete Verfassung, die dem Senat erheblichen politischen Einfluss einräumte, neugeschrieben werden soll. Bei einem Auszählungsstand von 95 % der Stimmen stimmten 65,4 % der gültigen Stimmen einer Verfassungsänderung zu.

Nach Angaben der thailändischen Wahlkommission (ECT) vom 12. Februar 2026 waren nach Auszählung von 94,00 % der Stimmen die Bhumjaithai-Partei mit 193 Sitzen die stärkste Kraft im Repräsentantenhaus. Die Volkspartei (Phak Prachachon) erreichte 118 Sitze, während die Pheu-Thai-Partei 74 Sitze erhielt. Die Wahlbeteiligung verzeichnete einen deutlichen Rückgang um 10,64 Prozentpunkte im Vergleich zur vorangegangenen Wahl.

Die Durchführung der Wahl durch die ECT stieß auf breite Kritik. Aufgrund gemeldeter Unregelmäßigkeiten verbreitete sich in den sozialen Medien der Hashtag #RecountNationwide (#นับใหม่ทั่วประเทศ). Mehrere Politiker, erklärten sich mit einer Neuauszählung der Stimmen einverstanden. Zivilgesellschaftliche Wahlbeobachtungsnetzwerke gaben an, insgesamt 4.993 Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wahlvorgang erhalten zu haben.

Internationale Medien analysierten das Ergebnis als einen seltenen Erfolg für das konservative und nationalistische Parteien in Thailand – den ersten Wahlsieg dieser Strömung in diesem Jahrhundert. Der Bhumjaithai-Partei wurde zugeschrieben, massiv von einer nationalistischen Stimmung profitiert zu haben, die infolge von Grenzkonflikten zwischen Thailand und Kambodscha entstanden war. Während die beiden anderen großen Parteien zwar solide Ergebnisse erzielten, führte dies letztlich zu einer Stimmenzersplitterung innerhalb des moderaten und liberalen Spektrums.

Wahlsystem Das thailändische Parlament – die Nationalversammlung – besteht aus zwei Kammern: dem Repräsentantenhaus mit 500 und dem Senat mit 250 Mitgliedern. Nur das Repräsentantenhaus wird bei dieser Wahl gewählt. Die 250 Senatoren wurden vom „Nationalen Rat zur Erhaltung des Friedens“ ernannt. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten stimmen alle 750 Mitglieder der Nationalversammlung – beide Kammern – gemeinsam ab.

Nach dem geltenden Wahlrecht werden 400 der 500 Sitze im Repräsentantenhaus als Direktmandate in den Wahlkreisen vergeben. Die übrigen 100 Sitze werden proportional über landesweite Parteilisten verteilt, wobei die Direktmandate der Partei angerechnet werden. Eine Partei, die im Verhältnis zu ihrem Stimmenanteil schon viele Direktmandate hat, bekommt somit keine weiteren Sitze für die Parteiliste. Eine Partei, deren Direktmandate hinter ihrem landesweiten Stimmenanteil zurückbleiben, erhält hingegen zum Ausgleich weitere Sitze über die Parteiliste.

Parteien und Kandidaten

Umfragen center|mini|1000x1000px|

Folgen Die Bhumjaithai-Partei und die Pheu-Thai-Partei planen eine gemeinsame Regierungskoalition.

Einzelnachweise

Thailand #2026