Der Yamakawa-Kikue-Preis () war ein von 1981 bis 2014 alljährlich zu Ehren von Yamakawa Kikue vergebener Wissenschaftspreis. Er wurde für herausragende Forschungen über die Frauenfrage vergeben. Die offizielle Bezeichnung lautete „Yamakawa-Kikue-Gedenkpreis, Förderpreis für Forschung zur Frauenfrage“ (, Yamakawa Kikue kinen fujin mondai kenkyū shōreikin). Angeregt wurde die Einrichtung des Preises von Ishii Yukie, Sugaya Naoko und der Politikerin und Übersetzerin Tanaka Sumiko (1909–1995).

Die Gründungsurkunde und die Satzung der Yamakawa-Kikue-Gedächtnisgesellschaft legen das Geschlecht der Preisträger nicht fest. In der öffentlichen Ausschreibung von 2007 hieß es jedoch, dass der Preis sich grundsätzlich an Frauen und Frauengruppen richtet. Die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgte durch ein von der Yamakawa-Kikue-Gedächtnisgesellschaft eingesetztes Auswahlkomitee, dem auch Männer angehörten.

Preisträgerinnen 1981 bis 1989 1981 Hoshino Yumiko, Yamada Keiko u. a. für Yamakawa Kikue no kenkyū hōkoku (, Yamakawa Kikue Forschungsbericht), Mitteilungen der Konferenz zur Frauenfrage Nr. 34, S. 52–71 1982 Suzuki Yūko für Yamakawa Kikue-shū (), kommentierte Gesamtausgabe der Werke Kikues in 10 Bänden 1983 Fukui Mitsuko für die Übersetzung von Paul Désalmands „L'emancipation de la femme en Afrique et dans le monde“ und Gisèle Halimis „Choisir la cause des femmes“ aus dem Französischen ins Japanische 1984 Kameyama Michiko für Kindai Nihon kango-shi 1+2 (, Geschichte der modernen japanischen Krankenpflege 1+2) 1985 Kanō Michio und die Gesellschaft für gegenwärtige Frauenfragen für Jūgo-shi nōto (, Notizen zur Heimatfrontgeschichte), Nummer 1 bis 10 1986 Awazu Kiyo für Hikari ni mukatte sake ― Saitō Yuri no shōgai (, etwa: Dem Licht entgegen blühen – Das Leben von Yuri Saitō) 1987 Für die Übersetzung von Bundan jidai no Kankoku josei undō (, Die koreanische Frauenbewegung während der Teilung) aus dem Koreanischen ins Japanische, Original von Li Hyo Chě 1988 Yang Ching-ja für Umi o watatta chōsenjin ama (, Das Meer überquerende koreanische Tauchfischerinnen) 1989 Ōhayashi Michiko für Josanpu no sengo (, Hebammen nach dem Krieg)

1990 bis 1999 1990 nicht vergeben 1991 Asakura Mutsuko für Danjo koyō hyōdō hōron (, Juristische Betrachtung der Gleichstellung von Mann und Frau) 1992 An die Santama Vereinigung zum Nachdenken über Arbeit und Geschlechterdiskriminierung für die Herausgabe von Onna 6500-jin no shōgen hataraku onna no mune no uchi (, Zeugnisse von 6500 Frauen – Gedanken berufstätiger Frauen) 1993 Ōsawa Mari für Kigyō chūshin shakai o koete (, Überwinden der unternehmenszentrierten Gesellschaft) und Yoshizumi Kyōko für Kongaishi no shakaigaku , Soziologie unehelicher Kinder 1994 Ochiai Emiko für 21 Seiki kazoku e (, Hin zur Familie des 21. Jahrhunderts) 1995 Women’s Center Osaka für Onna no gekkei, onna no karada shikyūnaimakushō to wa (, Menstruation der Frau, der Körper der Frau, Was ist Endometriose?) 1996 Asano Chie für Onna wa naze yaseyou to suru no ka sesshoku shōgai to jendā (, Warum versuchen Frauen abzunehmen? Essstörungen und Gender) und Morikawa Machiko für Bun gyokushu Biruma sensentate shidan no ianfu datta watashi (, Moon Ok-ju: Ich war eine „Trostfrau“ für die Date Division an der Burma-Front) 1997 Fujime Yuki Sei no rekishigaku kōshō seido datai-zai taisei kara baishun bōshi-hō yūsei hogo-hō taisei e (, Geschichte der Sexualität: Vom lizenzierten Prostitutionssystem und dem System der illegalen Abtreibung bis zum Antiprostitutionsgesetz und dem Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses und zum Schutz der Mütter) 1998 Kasuga Kisuyo für Kaigo to jendā otoko ga mitoru onna ga mitoru (, Pflege und Gender – Männer pflegen, Frauen pflegen) 1999 Tamura Unkyo für Kindai Doitsu josei-shi shimin shakai josei nashonarizumu (, Moderne deutsche Frauengeschichte: Zivilgesellschaft, Frauen, Nationalismus)

2000 bis 2009 2000 Tsuke Azumi für Bunka to shite no seishoku gijutsu (, Reproduktionstechnologie als Kultur) 2001 Amano Hiroko für Sengo nihon no josei nōgyōsha no chii (, Die Stellung der Bäuerinnen im Nachkriegsjapan) Sonderpreis an das japanische Netzwerk zu Krieg und Gewalt gegen FrauenDas ist das „Violence Against Women in War Research Action Center“, kurz: VAWW RAC. für Nippongun seidoreisei o sabaku ― 2000-nen josei kokusai senpan hōtei no kiroku (, Urteile zur sexuellen Sklaverei im japanischen Militär: Aufzeichnungen des Women's International War Crimes Tribunal on Japan's Military Sexual Slavery von 2000), 5 Bände 2002 Kainō Tamie für Domesutikku baiorensu (, Häusliche Gewalt) 2003 Miyake Yoshiko für Joseigaku no saisōzō (, Neuschöpfung der Frauenstudien) 2004 An die Forschungsgruppe zum historischen Charakter der Chinesisch-Japanischen Kriege aus der Perspektive sexualisierter Gewalt und die Herausgeberinnen von Ōdo no mura no sei bōryoku ― dānyantachi no sensō wa owaranai (, Sexualisierte Gewalt im Dorf Ōdo: Der Krieg der Mädchen von Danyang ist noch nicht zu Ende) 2005 Mori Masumi für Nihon no sei sabetsu chingin (, Geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung in Japan) 2006 Nukatsuka Yasue für Parite no ronri: Danjo kyōdō sankaku no gihō , Die Logik der Parität: Techniken für die Gleichstellung der Geschlechter 2007 Nakamura Momoko für Onna kotoba wa tsukurareru (, Eine Frauensprache formen) 2008 nicht vergeben 2009 Nishikua Miki für Kao ni aza no aru josei-tachi ― mondai keiken no katari no shakaigaku (, Frauen mit Muttermalen im Gesicht: Soziologie der „Erzählungen problematischer Erfahrungen“) und Horie Setsuko für Ningen de atte ningen de nakatta ― hansenbyō to Tamaki Shige (, Mensch sein und Nicht-Mensch sein: Lepra und Shige Tamaki)

2010 bis 2014 2010 Sugiura Hiromi für Hataraku josei to mataniti harasumento (, Berufstätige Frauen und Mobbing von Schwangeren) Sonderpreis an das Bündnis aus Klägern und Opfern des Fujimi-Krankenhauses für Fujimi sanfujinka byōin jiken watashitachi no 30-nen no tatakai (, Der Vorfall in der Geburtshilfe und Gynäkologie des Fujimi-Krankenhaus: Unser 30-jähriger Kampf)Hierbei handelt es sich um unnötige und gravierende medizinische Behandlungen, die 1980 in Tokorozawa in der Präfektur Saitama aufgedeckt wurden. Ein Arzt hatte bei Schwangeren falsche Diagnosen über Gebärmutterkrebs gestellt und die Organe operativ entfernt. 2011 Ōhashi Fumie für Gendai Chūgoku no ijū kaji rōdō-sha ― nōson toshi kankei to sai seisan rōdō no jendā poritikusu (, Migrantische Hausangestellte im heutigen China: Ländlich-städtische Beziehungen und die Geschlechterpolitik der Reproduktionsarbeit) 2012 So Aki für Zainichichōsenjin josei ni yoru 「kai no taikōteki na kōkyōken」 no keisei ― Ōsaka no yakan chūgaku o kaku to shita undō (, Die Bildung einer „untergeordneten oppositionellen Öffentlichkeit“ durch koreanische Frauen in Japan: Eine Bewegung mit Schwerpunkt auf Abendschulen in Osaka) 2013 Maruyama Satomi für Josei hōmuresu to shite ikiru ― hinkon to haijo no shakaigaku (, Leben als obdachlose Frau: Soziologie von Armut und Ausgrenzung) 2014 Hirai Kazuko für Nihon senryō to jendā ― beigun baibaishun to Nihon joseitachi (, Die Besatzung Japans und Gender: US-Militär, Prostitution und japanische Frauen) und Tsukahara Kumi für Chūzetsu gijutsu to ripurodakutivu raitsu ― feminisuto rinri no shiten kara (, Abtreibungstechnologie und reproduktive Rechte: aus dem Blickpunkt der feministischen Ethik)

Anmerkungen

Weblinks

Kategorie:Wissenschaftspreis (Japan) Kategorie:Auszeichnung (Frauen) Kategorie:Frauenförderpreis Kategorie:Erstverleihung 1981