Werner Friedrich Schneeberger (* 26. Januar 1897 in Bern; † 27. März 1985Der Hinkende Bott, 259, 1986, S. 92: Gedenktafel [...] 27.[März], Muri, Werner F. Schneeberger, Geologe, geb. 1897. in Muri bei Bern, heimatberechtigt in Ochlenberg),Matrikel Universität Bern, Sommer-Semester 1919: Heimat: Ochslenberg war ein Schweizer Geologe und Ethnologe. Er wurde durch seine Tätigkeit als Erdölgeologe in Übersee sowie seine kurzzeitige Lehrtätigkeit an der Universität Bern bekannt.
Leben und Wirken Schneeberger wurde am 26. Januar 1897 in Bern geboren. Er besuchte das Progymnasium, trat 1913 ins Staatliche Lehrerseminar Hofwil ein und bestand 1917 die Patentprüfung. Nach Lehrtätigkeiten am Institut Grünau in Wabern studierte er ab 1921 Geologie, Mineralogie-Petrographie, Zoologie und Geographie. 1923 erhielt er das Sekundarlehrerpatent phil. II, 1925 das Gymnasiallehrerpatent und promovierte 1926 summa cum laude mit der Dissertation Die stratigraphischen Verhältnisse von Kreide und Tertiär der Randkette nördlich des Thunersees. 1931 wurde er Mitglied der Geologischen Gesellschaft.
Nach der Promotion arbeitete Schneeberger als Erdölgeologe für Royal Dutch Shell in Niederländisch-Indien, Ost-Borneo, Kanada, Kalifornien, Australien (1940–1943)The Telegraph (Brisbane, Qld), 9 Apr. 1940, p. 11 Company Official from Borneo. Herr W. F. Schneeberger, ein Beamter der Shell Company, reiste zusammen mit seiner Frau und ihren Töchtern heute mit dem niederländischen Flugzeug durch Brisbane nach Sydney. Herr Schneeberger, der seit einiger Zeit in Niederländisch-Borneo stationiert war, diente früher für das Unternehmen in Britisch-Nord-Borneo. Davor war er in Kanada und Kalifornien tätig. Der Krieg habe Borneo kaum beeinflusst, so Schneeberger, doch man halte die Entwicklungen wachsam im Auge. Die Insel werde zunehmend zu einem Anziehungspunkt für australische Touristen. (Übers. d. Verf.)Passagierlisten von Kalifornien: Am 19. Juli 1943 traf Werner Schneeberger mit seiner Frau und seinen zwei Kinder auf dem Schiff Mirrabooka von Melbourne herkommend in San Francisco ein., den Rocky Mountains (1943–1945) und Peru (1945–1947). 1932 heiratete er in Balikpapan die Schweizerin Elsa Graf; der Ehe entstammten zwei Töchter. Parallel widmete er sich der Ethnologie, lernte einheimische Sprachen und baute Sammlungen auf.
Schneeberger bewarb sich 1939/40 erfolglos um die Nachfolge von Rudolf Zeller. 1941 erhielt er ein Angebot für ein Lektorat Völkerkunde (2–3 Std.), konnte es jedoch nicht antreten. 1948 kehrte er zurück, übernahm einen dreistündigen Lehrauftrag und habilitierte sich 1950 mit der Schrift „Zentral-Nordost-Borneo und seine Bewohner. Eine geographisch-ethnologische Studie“.Der «Fall Schneeberger» und das Ende der Ethnologie
1950 wurde Schneeberger zum nebenamtlichen Extraordinarius gewählt, trat jedoch kurz darauf zurück. Aufgrund von Missverständnissen und Verzögerungen und eines parallelen Angebots aus Australien entschied er sich gegen die feste Anstellung und kehrte zu seiner internationalen geologischen Laufbahn zurück.
1950 deponierte Schneeberger seine indonesische Sammlung (ca. 340 Objekte aus Borneo, Sumatra, Java; 1926–1939) bei der Stadt Thun. Nach sieben Jahren Magazinlagerung wurde die Sammlung erstmals vom 21. September bis 10. November 1957 in der Mädchensekundarschule in Thun gezeigt. Das Depositum gelangte später ans Basler Museum für Völkerkunde.
Von 1952 bis 1962 arbeitete Schneeberger in Denver (Colorado), wo er 1957 eingebürgert wurde. Nach Denver kehrte Schneeberger kurz nach Australien zurück,World Petroleum 1960-10: Vol 31 Iss 11, S. 80: Dr. Werner F. Schneeberger of Ball Associates, Ltd., Denver, is in Australia on behalf of American and British interests. Dr. Schneeberger previously worked in Australia for Royal Dutch Shell and the Bureau of Mineral Resources of the Commonwealth Government of Australia. beendete seine Tätigkeit als Erdölgeologe (zuletzt Vice President Foreign Exploration bei Ball Associates, Ltd., USA) und war bis 1967 als Berater in Männedorf ZH tätig.
1972 liess er sich endgültig in Muri bei Bern nieder. Er starb 1985 im Alter von 88 Jahren. Die Trauerfeier fand am 1. April in der Kirche Muri statt. Die Urnenbeisetzung erfolgte auf dem Friedhof Seidenberghttps://www.rkmg.ch/friedhof: Drei Friedhöfe in Muri-Gümligen in Muri.Der Bund, Band 136, Nummer 75, 30. März 1985: Todesanzeige
Ehrungen Die Ausstellung der Schneeberger-Sammlung wurde 1957 in Thun gezeigt und diente als Ehrung für den damals in den USA lebenden Forscher, der in jenem Jahr sein 60. Lebensjahr vollendete und im Rahmen einer neuerlichen Reise die Stadt sowie die vorbereitete Ausstellung besuchte. Schriften (Auswahl) Die stratigraphischen Verhältnisse von Kreide und Tertiär der Randkette nördlich des Thunersees. Bern 1927. Über Tanzfiguren (Sigale-gale) der Toba Batak auf Sumatra. In: Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums. 10, 1930. S. 118–121. Die Bataker in Nord-Sumatra: In: Schweizer Geograph. 7, 1930, 9. S. 129–135. [Schluss:] 7, 1930, 10. S. 145–151. A short vocabulary of the Banggi and Bajau language. Singapur 1937. S. 146–164. In: Journal [of the] Royal Asiatic Society; Malayan Branch. 15, 1937, S. 146–164.
The Kerayan-Kalabit Highland of Central Northeast Borneo. In: Geographical Review. 35, 1945, 4. S. 544–562. Australien : Natur, Mensch, Geschichte und Wirtschaft. Bern: Kümmerly & Frey.1950. [=Kleine K&F-Reihe für Auswanderer und Kaufleute]. Abstract of the stratigraphy of the Springsure area and adjacent areas (Queensland). Bureau of Mineral Resources, Geology and Geophysics, Commonwealth of Australia (Records 1952/34), Canberra 1952. 20 S.
Dr. Werner Tappolet 1892–1956. In: Bulletin der Vereinigung Schweiz. Petroleum-Geologen und -Ingenieure. 23, 1956–1957, 65. S. 53–54. Contributions to the ethnology of Central Northeast Borneo : (parts of Kalimantan, Sarawak and Sabah). Bern, 1979. [=Studia ethnologica Bernensia ; 2], Some notes on the hilt of the keris. In: Ethnologica Helvetica. 10, 1985. S. 107–124.
Literatur
J.P. Kapp: Bericht über das Museumspraktikum : März 1978. Basel: Museum für Völkerkunde, 1978. [Enthält Sammlung von Werner Schneeberger]. Der «Fall Schneeberger» und das Ende der Ethnologie. In: Georges Grosjean: 100 Jahre Geographisches Institut der Universität Bern, 1886–1986. In: Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft Bern. 56, 1986, S. 84–88. Martin Baier: Salzgewinnung und Töpferei der Dayak im nordwestlichen Ost-Kalimantan (Indonesisch-Borneo). In: Tribus, Jahrbuch des Linden-Museums. Stuttgart, 54, 2005. 57–69.
Weblinks
Publikationen von Werner Friedrich Schneeberger bei WorldCat Publikationen von Werner Friedrich Schneeberger im Katalog Trove (Australien)
Artikel in The Telegraph vom 9. April 1940 (englisch) Suche. im Museum der Kulturen Basel
Einzelnachweise
Kategorie:Geologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Ethnologe Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann