mini|Grabstein auf dem evangelischen Friedhof in Cieszyn Helmut Kajzar (* 18. August 1941 in Bielitz; † 21. August 1982 in Breslau) war ein polnischer Schriftsteller und Theaterregisseur.

Leben Helmut Kajzar studierte in den 1960er Jahren Polnische Sprache und Literatur sowie Philosophie an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Während seiner Studienzeit gehörte er dem Studententheater 38 an und begann nach seinen Abschlüssen Regie an der Staatlichen Theaterhochschule PWST in Warschau zu studieren. Seine ersten Inszenierungen als Regisseur waren bereits ab 1967 in Kattowitz und Wrocław zu sehen, bevor er 1969 sein Regiestudium abschloss. 1969 schrieb er auch sein erstes Drama mit dem Titel Paternoster. Als Autor und Regisseur war er dem absurden Theater und dem experimentellen Theater verbunden. Er schrieb zahlreiche originelle Essays über Theatermacher wie Jerzy Grotowski, Tadeusz Kantor und Konrad Swinarski und übersetzte Stücke von Peter Handke und Franz Xaver Kroetz ins Polnische. Neben seinen zahlreichen Inszenierungen in Polen arbeitete er auch in Theatern in Deutschland, England und Schweden. 1980 lebte er ein Jahr mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin. Er schrieb außer seinen Dramen noch Romane und Hörspiele.

Er war mit Jolanta Lothe verheiratet.

Werke Theaterstücke

1969 – Paternoster 1970 – Ritter Andreas 1971 – Antigone 1971 – Der Star 1972 – Mit drei Kreuzchen 1977 – Selbstschutz 1978 – Villa Dei Misteri 1980 – Der Kuhstall

Prosa

1980 – Ohne Ende 1980 – Die Haare des Clowns 1981 – Kaufhaus des Westens

Regiearbeiten

1969 – Bolesław Śmiały von Stanisław Wyspiański am Teatr Współczesny in Wrocław 1969 – Guernica – 3 Einakter von Fernando Arrabal am Dramatischen Theater Warschau 1970 – Der Mann mit der Blume im Mund von Luigi Pirandello am Zeitgenössischen Theater Warschau 1973 – Tartuffe von Molière am Teatr Polski in Warschau 1973 – La traviata von Giuseppe Verdi an der Oper- und Operette in Krakau 1975 – Die Polizei von Sławomir Mrożek am Theater in Tübingen 1977 – Śmieszny staruszek von Tadeusz Różewicz am Theater Eclipse in London

Darüber hinaus inszenierte er mehrmals seine eigenen Theaterstücke in unterschiedlichsten Theatern.

Literatur Borowski, Mateusz; Sugiera, Malgorzata: Theater spielen und denken, Polnische Texte des 20. Jahrhunderts, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2008 (darin u. a. Manifest des Metaalltäglichen Theaters).

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