Better Days (spanisch: Mejores Dias) ist ein 2010 veröffentlichter kolumbianischer Popsong von Natalia Gutiérrez und Angelo. Der Song wurde von der kolumbianischen Armee und Radio Bemba, einem kleinen Aufnahmestudio für Werbejingles, geschrieben, um eine versteckte Nachricht an kolumbianische Soldaten zu übertragen, die zu dieser Zeit von FARC-Guerrillas gefangen gehalten wurden.

Der Song ist ein hoffnungsvoller Dance-Pop-Titel, der davon handelt, dass sich schwierige Situationen zum Besseren wenden werden. Im Refrain des Songs ist Morsecode verborgen, der in die Keyboard-Melodie eingebettet ist und von Gitarre und Schlagzeug überlagert wird. Die versteckte Botschaft lautet: „19 Menschen befreit. Ihr seid die Nächsten. Verliert nicht die Hoffnung.“ (spanisch: "19 liberados. Siguen ustedes. Ánimo.")

Damit sollten die gefangen gehaltenen Soldaten erfahren, dass die kolumbianische Armee in FARC-kontrollierte Gebiete vorgedrungen war und ihre Befreiung vorbereitete.

Der Song wurde auf mehr als 130 kleinen Radiosendern ausgestrahlt und von rund drei Millionen Menschen gehört. Das kolumbianische Militär kontrollierte viele der örtlichen Radiostationen, auf die auch die FARC Zugriff hatte. In einem Fernsehauftritt bat Generalmajor Luis Herlindo Mendieta Ovalle die Guerillakämpfer darum, den Gefangenen Zugang zu Radios zu gewähren, scheinbar damit sie Anrufe ihrer Angehörigen hören konnten. Tatsächlich sollten sie so den Song hören und erkennen, dass eine Befreiungsaktion bevorstand.

Hintergrund und Ursprung Während des kolumbianischen Konflikts, einem asymmetrischen Bürgerkrieg zwischen der kolumbianischen Regierung und verschiedenen paramilitärischen und Guerillagruppen, wurden mehr als 6800 Menschen von der linksgerichteten Guerillaorganisation FARC entführt.

2010 entdeckte die kolumbianische Armee ein Gefangenenlager tief im Dschungel, das von bewaffneten FARC-Guerillas bewacht wurde. Ungefähr 500 Soldaten wurden in diesem Lager gefangen gehalten, wobei einige dort schon bis zu 10 Jahre eingesperrt waren. Die kolumbianische Armee infiltrierte das kontrollierte Territorium und plante, die Soldaten bald zu befreien. Sie brauchte dazu aber auch einen Weg, den Gefangenen mitzuteilen, dass Hilfe unterwegs war. Oberst (spanisch: Coronel) Jose Espejo kontaktierte einen engen Freund, einen Werbefachmann namens Juan Carlos Ortiz, der der Armee schon in der Vergangenheit mit Anti-FARC-Werbung geholfen hatte.

Espejo sagte Ortiz, dass er eine Möglichkeit brauchte, den Gefangenen mitzuteilen, dass sie bald befreit würden. Im Allgemeinen ist es sehr riskant, Nachrichten an Gefangene weiterzuleiten, da alles, was die Gefangenen sehen, wahrscheinlich auch von den Guerillas gesehen wird. Letztendlich hatten sie die Idee, einen Popsong mit einer versteckten Nachricht zu schreiben und ihn dann mithilfe von regierungskontrollierten Radiosendern, die die FARC oft hörte, zu verbreiten.

Die andere Idee, Morsecode in die Pieptöne, mit denen Schimpfwörter eines geplanten Witzes zensiert werden sollten, einzubauen, wurde in Betracht gezogen, später jedoch verworfen.

Produktion Oberst Espejo und Ortiz arbeiteten mit kolumbianischen Werbefachleuten wie Rodrigo Bolivar, Alfonso Diaz, Mario Leon, Luis Castilla und Produzent Carlos Portela. Portela beschrieb Ortiz und sein Team als „sehr genau bezüglich dessen, was sie wollten“. Er sagte, dass Ortiz wissen musste, ob sie die Nachricht im Song verstecken könnten, sodass niemand ohne Morsecode-Kenntnisse die Nachricht entdecken könne.

Dies erwies sich als große Herausforderung, da sehr viele Faktoren darauf Einfluss nahmen. Die Nachricht sollte verständlich sein, aber nicht zu sehr aus dem Song herausstechen. Nach viel Experimentieren fand das Team laut Portela heraus, dass sich ungefähr 20 Morsecode-Wörter in einen Refrain einfügen ließen, ohne dass es unnatürlich klang.

Einzelnachweise

Kategorie:Morsecode Kategorie:Lied 2010 Kategorie:FARC Kategorie:Popsong