Audiatur-Online ist eine 2011 gegründete Website mit Sitz in der Schweiz. Sie verbreitet Inhalte, die von einer israelfreundlichen Haltung bis hin zu proisraelischer Propaganda reichen.

Gründung und Ziele Audiatur–Online wurde 2011 von Sacha Wigdorovits gegründet, dem Inhaber der PR-Firma Contract Media AG und bereits zuvor Journalist, unter anderem als Chefredaktor des Blick. Wigdorovits kündigte die Gründung mit einem Vortrag vor der Handelskammer Schweiz–Israel an: Journalisten seien „traditionell mehrheitlich links – und deshalb anti-israelisch oder anti-zionistisch“. Nur einzelne Journalisten und Medien würden „unabhängig denken“, positive Beispiele seien etwa der Blick und Die Weltwoche. Israel brauche daher „eine aktive Lobby in Bern und gegenüber den Medien“.Vergleiche

Als Antwort auf diese Situation schlug er die Gründung der Audiatur-Stiftung mit dem erklärten Ziel, ein „Gegengewicht zur Unausgewogenheit in der Nahost-Berichterstattung“ zu bilden, vor. Mit ihrer Hilfe sollte die Strategie umgesetzt werden, (1) Kontakte zu Politikern zu pflegen und speziell mit pro-israelischen Politikern und Journalisten kontinuierlich in Kontakt zu stehen, (2) Journalisten als „starke und bekannte Exponenten“ aufzubauen, (3) mit Unterstützung der israelischen Botschaft ein „umfassendes Medienmonitoring“ und einen „Know-how-Pool mit allen relevanten Fakten und News“ zu realisieren und so (4) eigene Informationsplattformen zu schaffen und (5) „auf höchster Ebene auf einseitige, anti-israelische Berichterstattung“ zu reagieren.

Knapp zwei Wochen später wurde die Audiatur-Stiftung inkorporiert, wenig später startete die Website audiatur-online.ch. Erster Präsident des Stiftungsrats war Ekkehard W. Stegemann.Vergleiche 2024 wurde der Unternehmer André Gutenberg zum Präsidenten.

Kritik 2012 schrieb der damalige Chefredaktor von Der Bund, Artur K. Vogel, dass der größte Teil der Beiträge von Audiatur-Online darauf hinaus laufe, Positionen Israels und seiner gegenwärtigen Regierung zu erklären und zu rechtfertigen: „Dass man hingegen versucht, uns diese Propaganda als politisch unabhängige Information unterzujubeln, grenzt an intellektuelle Beleidigung.“ Im selben Jahr bezeichnete er Audiatur-Online als „proisraelische Propaganda Website“.

Im Jahr 2017 wies das Schweizer Radio und Fernsehen (SRG) auf Audiatur-Online erhobene Vorwürfe zurück: „Aus unserer Sicht verletzt unser Beitrag weder die journalistischen Sorgfaltspflichten noch beinhaltet er propagandistische, einseitige oder gar falsche Aussagen.“ Über die Vorwürfe und den Autor, Stefan Frank, schrieb der damalige SRG-Ombudsmann, Roger Blum: „Herr Frank sagt viel durchaus Richtiges. Aber er setzt die Akzente anders und er deutet die Geschichte Israels, die eine Opfer- und Täter-Geschichte ist, in eine reine Opfer-Geschichte um.“ Weiters hielt der damalige SRG-Ombudsmann fest: „Stefan Frank hat nicht begriffen, was das Thema des Beitrags war, noch hat er kapiert, dass Schweizer Journalistinnen und Journalisten durchaus bewusst ist, wer 1967 Aggressor war. Es nutzt auch nicht, immer wieder zu leugnen, dass Israel zu einer Besatzungsmacht geworden war.“

2024 schrieb die Journalistin Sarah Schmalz in Die Wochenzeitung, dass der Audiatur-Online-Autor Hanspeter Büchi auf Audiatur-Online Texte veröffentlicht habe, die klar auf Propagandalinie der extrem rechten Netanjahu-Regierung seien.

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