Josef Soudek (* 31. Mai 1905 in Bodenbach, Österreich-Ungarn; † 19. Februar 1993)Josef Soudek Collection. In: Center for Jewish History (mit Lebensdaten, abgerufen am 7. Februar 2026). war ein aus Böhmen stammender US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer.Helge Peukert: Soudek, Josef. In: Harald Hagemann/Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933. Bd. 2: Leichter - Zweig. Saur, München 1999, S. 661–663, ISBN 3-598-11284-X.
Leben und Wirken Josef Soudek war ein Sohn des Einzelhändlers Emil Soudek und der Olga Fanta, seine 1900 geborene Schwester Gretel Rudnik wurde 1944 im KZ Auschwitz Opfer des Holocaust. Soudek studierte von 1924 bis 1927 Wirtschaftswissenschaft und Soziologie an den Universitäten Frankfurt/M., Berlin und Heidelberg. Im Jahre 1928 promovierte er an der Universität Frankfurt/M bei Franz Oppenheimer mit einer Dissertation über "Die sozialen Auswirkungen der Konjunkturschwankungen". Bis 1931 war er als Assistent im Management der "Deutschen Effecten- und Wechselbank" tätig. Von 1931 bis 1935 arbeitete er als Journalist bei der Frankfurter Zeitung und zwar überwiegend über deren Handelsteil. 1936 emigrierte er in die USA und zwar nach New York; die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb er 1942. Bis 1942 war Soudek am Institut für Sozialforschung, das sich zu der Zeit an der Columbia University befand, tätig. Es folgte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1971 die Tätigkeit als Hochschullehrer an dieser Universität, 1962 wurde er dort ordentlicher Professor. Er unterrichtete vor allem im Bereich der Dogmengeschichte der Wirtschaftswissenschaft.
Veröffentlichungen Die sozialen Auswirkungen der Konjunkturschwankungen (= Veröffentlichungen der Frankfurter Gesellschaft für Konjunkturforschung, Bd. 3). Schroeder, Bonn 1929 (= Dissertation Universität Frankfurt/M.) Finanzsoziologie. Eine Kritik der Goldscheidschen Theorie. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 62 (1929), S. 172–183. Zur Bibliographie der Konjunkturforschung. In: Bibliographie der Rechts- und Staatswissenschaften, Bd. 39 (1930/31), S. 1–12 u. S. 47–52. Die Ankurbelungsparole. In: Die Wirtschaftskurve, Jg. 1932, H. 4, S. 309–316. Aristotele's theory of exchange. An inquiry into the origin of economic analysis. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Bd. 96 (1952), S. 45–75. The genesis and tradition of Leonardo Bruni's annotated version of the (Pseudo-)Aristotelian economics. In: Scriptorium, Bd. 12 (1958), S. 260–268. Leonardo Bruni and his public. A statistical and interpretative study of his annotated Latin version of the (pseudo-)Aristotelian Economics. In: Studies in Medieval and Renaissance history, Bd. 5 (1968), S. 51–136. A fifteenth-century humanistic beststeller. In: Edward P. Mahoney (Hrsg.): Philosophy and humanism. Renaissance essays in honor of Paul Oskar Kristeller. Brill, Leiden 1976, S. 128–143, ISBN 90-04-04378-0.
Literatur Soudek, Josef, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. München: Saur, 1983, S. 1096f.
Einzelnachweise
Kategorie:Wirtschaftswissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Columbia University) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Tschechoslowakischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann