mini|Hegelstraße 22 Das Haus Hegelstraße 22 ist ein denkmalgeschütztes historistisches Wohnhaus in der Weimarer Westvorstadt (Weimar).
Geschichte Zur Zeit der Fertigstellung hieß die Hegelstraße Bernhardstraße, benannt nach dem Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, vorher Hinter der Brauhausstraße.Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar Straßennamen, S. 73, RhinoVerlag Ilmenau. ISBN 978-3-939399-49-0. Im Jahre 1876 stellte der Maler der Weimarer Malerschule Adolph BöhmBöhm war Schüler von Karl Gussow. einen Bauantrag für ein Wohnhaus auf einem Gelände, das zu der Zeit auf dem südwestlichen Bebauungsplan der Stadt Weimar noch nicht genehmigt war. Es entstand 1876/77 nach einem Entwurf von dem Maurermeister Friedrich Kurth im Stile der Neorenaissance. Nach Plänen von Otto Minkert wurde 1880 in dem Winkel der beiden Flügel ein Anbau eingefügt, 1897 bekam die Nordseite einen zweietagigen eisernen Austritt. Von der Fluchtlinie von Straße und Nachbargebäuden weicht seine Lage erheblich ab. Es liegt im rückwärtigen Teil des Grundstückes. Das wiederum lässt darauf schließen, dass der Bau vor dem Inkrafttreten des südwestlichen Bebauungsplans der Stadt Weimar errichtet wurde, was wiederum nach heutigen Maßstäben eigentlich ein sog. „Schwarzbau“ wäre. Dreigeschossig und aus zwei rechtwinklig angeordneten Flügeln bestehend, entsprechen die verwendeten Baumaterialien den Gepflogenheiten dieser Zeit; im Keller- und Erdgeschoss Bruch- bzw. Backstein, und in den darüberliegenden Geschossen Holzfachwerk mit gemauerter Vorlage. Der traufständige Ostflügel hat eine schlichte fünfachsige Putzfassade mit gebändertem Erdgeschoss, Eckrustika in den Obergeschossen und Gesimsbändern. Die Beletage wird durch Architrave über den Fenstern hervorgehoben. Der Austritt wurde 1996 erneuert. Über diesem befindet sich im zweiten Obergeschoss ein großes Atelierfenster. Der nachträglich in die Ecke eingestellte, im Untergeschoss als Loggia geöffnete Verbindungstrakt greift die Motive der beiden Hauptflügel auf, ergänzt sie jedoch durch dreiteilige Fenstergruppen, deren Gestaltung mit Pilastern, Architraven und rundbogige Mittelfenster auf Vorbilder der italienischen Renaissance verweist. Die erhaltene bauzeitliche Ausstattung besteht u. a. aus einer zweiläufigen Podesttreppe aus Holz mit Stabbalustergeländer, Haus-, Zimmer- und Wohnungstüren, Parkett- und Dielenfußböden. Ein Eisengitterzaun begrenzt das große Grundstück. Eine Zufahrt zu einer Tiefgarage befindet sich im südlichen Teil.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 740 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäude in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar