mini|240px|Christiansen vor 1943 Georg Goritz (Coritis) Mørch (Mørk) Christiansen (* 14. September 1921 in Vejle; † 2. Dezember 1943 auf dem Schießplatz Skæringheide bei Skæring, Vorort von Aarhus) war ein dänischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht. Sein Operationsgebiet war der Osten Jütlands.

Familie und Persönliches Sein Vater war der zwielichtige Kollaborateur und GestapoinformantBiographie des Vaters auf nielsbirgerdanielsen.dk. Christian Marius Rudolf Christiansen (1893–1944)Er wurde am 20. April 1944 vom Widerstand aufgespürt und liquidiert, siehe Weblinks, Der Vater., in zweiter Ehe verheiratet mit seiner Mutter, der Stenographin Karen Sofie Mørch Hansen (* 1898). Die Mutter wurde vom Vater verlassen, die Ehe daraufhin noch vor seiner Geburt geschieden, sie ließ sich in Vejle nieder. Er hatte eine Schwester Margrethe (Grethe) Mørch (* 1920) und aus der ersten Ehe des Vaters den Halbbruder Georg Gorlitz.Bilder der Familienangehörigen, Biographie des Vaters auf hestetyven.dk.

Bis 1940 besuchte er die Aarhus Katedralskole (Gymnasium) und studierte danach Wirtschaftswissenschaften an der Universität Aarhus. Während des Studiums sympathisierte er mit dem Kommunismus und trat im Oktober 1942 in einen kommunistischen Studienkreis einUniversität Aarhus, Lebenslauf und Darstellung des Prozessverlaufs auf auhist.au.dk., wurde Mitglied der Kommunistische Partei Dänemarks (DKP)Lettere di condannati a morte, Seite 100, siehe Literatur..

Widerstand Dänemark wurde am 9. April 1940 von der Wehrmacht vollständig besetzt und unterwarf sich weitgehend dem aufgezwungenen deutschen Besatzerregime. Eine Ausnahme bildete die widerständige Kommunistische Partei, die nach der Verhaftung zahlreicher Mitglieder und ihrem Verbot am 20. August 1941 in den Untergrund ging und den Widerstand organisierte. Christiansen folgte diesem Weg und wurde Mitarbeiter bei der Untergrundpostille „Freies Dänemark“ (Frit Danmark), die den Widerstand des kommunistischen, aber auch anderer politischer Richtungen forcierte, er unterstützte deren Produktion und Verbreitung.

Ab Mai 1943 ging er in den bewaffneten Widerstand und organisierte mehrere Widerstandszellen, die Sabotageanschläge auf Fabriken und Eisenbahnanlagen durchführten. Er war beteiligt an der Sprengung der Langå-Brücken auf der strategisch wichtigen Ostjütländischen Längsbahn am 15. August 1943, wodurch die militärische Versorgungslinie zum besetzten Norwegen unterbrochen wurde.Datenblatt des dänischen Nationalmuseums auf modstand.natmus.dk.

Haft, Prozess und Hinrichtung Nach der Brückensprengung verstärkte die Gestapo die Fahndung nach den Sabotagegruppen, er wurde verraten und am 16. September 1943 verhaftet. Er saß ein im Gefängnis Aarhus, Søndergade 5. Der Prozess fand statt vor dem deutschen Kriegsgericht und am 24. November 1943 wurde er im Bürogebäude der Pflanzenölfabrik Aarhus (Aarhus Oliefabrik A/S) zusammen mit vier KameradenAnders Wilhelm Andersen (* 1924, Randers), Otto Manley Christiansen (* 1924, Randers), Sven Christian Johannesen (* 1923, Odense), Oluf Akselbo Kroer (* 1916, Randers). zum Tode verurteilt.

Seine Mutter bat ihren Ex-Mann, also seinen Vater, sich bei den Deutschen für den Sohn einzusetzen. Hochrangige Beamte der Heimatstädte der Verurteilten, aus Aarhus und Randers, darunter der Bürgermeister von Aarhus, reichten vor Ort persönlich Gnadengesuche ein, zuerst am 25. November 1943 beim Befehlshaber der deutschen Truppen in Dänemark Hermann von Hanneken in Silkeborg, danach am 30. November beim SS-Gruppenführer und deutschen Reichsbevollmächtigten für Dänemark Werner Best in Kopenhagen.

Am 2. Dezember 1943, früh 5 Uhr, wurde ihm und den anderen die Ablehnung der Gnadengesuche mitgeteilt, sie durften noch einen Abschiedsbrief schreiben, einige Stunden später wurde das Urteil von einem Erschießungskommando auf der Skaeringheide, heute Gedenkstätte, vollstreckt. Die Leichen wurden in Särge gelegt und bei Oksbøl im Südosten des Truppenübungsplatzes Kallesmaersk-Heide (heute Naturschutzgebiet) auf der Husbjerg-Düne (Husbjerg Klit) anonym und ohne Kennzeichnung vergraben. Nach dem Krieg durch Zufall wiederentdeckt, wurden sie exhumiert und in ihre Heimatorte überführt. Christiansen fand am 24. Mai 1945 auf dem Westfriedhof Aarhus (Aarhus Vestre) seine letzte Ruhe.

Gedenken mini|240px|Gedenkstein mit seinem Namen auf der Skaeringheide Gedenkstein mit Name und Geburtsdatum auf der Skæringheide (Skæring hede), heute eher ein parkähnlicher Wald mit dem Namen Skæring Mindelunden, in Skæring, nördlicher Vorort von Aarhus, enthüllt und eingeweiht am 17. September 1977, siehe Bild. Gedenkstein mit Name und Lebensdaten an dem Platz, an dem er nach der Hinrichtung heimlich verscharrt worden war, auf der Husbjerg-Düne (Husbjerg Klit), in der Kallesmaersk-Heide bei Oksbøl, enthüllt und eingeweiht am 5. Mai 1952.Bilder und mehr Informationen auf airmen.dk. Briefe an seine Mutter vom 29. November 1943, Hoffnung auf Begnadigung kurz vor der Hinrichtung: „Liebe Mutter! Von meinem Begnadigungsgesuch habe ich noch nichts gehört, und ich bin deshalb, offen gestanden, in einem etwas erregten Gemütszustand.“ Abschiedsbrief vom 2. Dezember 1943: „Liebe Mutter! Heute musste ich plötzlich mitten in der Nacht aufstehen. Ich fürchte, es ist das Ende. Mein Verteidiger hat mir zwar gesagt, ich könne damit rechnen, begnadigt zu werden. Leb wohl, Mutter, hab Dank für alle deine Güte.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 100–102: Christiansen, Seite 97–10: Überblick über den dänischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben. Niels Åge Nielsen: Mellem jyske modstandsfolk 1941–1945, Zwischen den Widerstandskämpfern in Jütland 1941–1945, Kopenhagen 1980.

Weblinks Datenblatt des dänischen Nationalmuseums mit ausführlichen Quellenangaben auf modstand.natmus.dk. Biographie mit den Basisdaten, Gedenkseite des Dänischen Nationalmuseums auf modstand.natmus.dk. Der Vater, Biographie und Familienverhältnisse auf hestetyven.dk und auf nielsbirgerdanielsen.dek. Gedenkseite der Universität Aarhus mit ausführlicher Darstellung des Prozesses und der Hinrichtung auf auhist.au.dk.

Einzelnachweise

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