Verkehr ’45 (bzw. Verkehr 2045) ist ein koordinierter Ausbauplan für die Schweizer Verkehrsinfrastruktur bis zum Jahr 2045.Verkehr ’45. Abgerufen am 4. Februar 2026. Das Ziel ist die integrierte Planung von Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr, gestützt auf die Priorisierung des ETH-Gutachtens «Verkehr 2045». Durch diese verkehrsträgerübergreifende integrierte Planung unterscheidet sich Verkehr ’45 von den bisherigen Schweizer Ausbauplänen.

Gutachten «Verkehr 2045» Nachdem am 24. November 2024 der nächste Ausbauschritt für die Nationalstrassen von der Schweizer Stimmbevölkerung abgelehnt worden war und sich zeitgleich Finanzierungs- und Umsetzungsprobleme beim Angebotskonzept 2035 der Bahn gezeigt hatten, beauftragte das UVEK am 28. Januar 2025 die ETH Zürich, die offiziell geplanten baulichen Kapazitäts- und Angebotserweiterungen auf Strasse, Schiene und im Agglomerationsverkehr für die Periode 2025–2045 aus unabhängiger Sicht strategisch zu priorisieren.

Das Gutachten «Verkehr 2045» hat rund 500 zukünftige Schweizer Verkehrsprojekte aus den folgenden Projektgruppen einbezogen:

Nationalstrassenprojekte: Lückenschlüsse im Netz, Kapazitätsausbauten bestehender Nationalstrassenabschnitte, Redundanzen für den Grossunterhalt namentlich von Tunnels, Ortsentlastungen auf dem NEB-Netz. Bahnprojekte: Grossprojekte gemäss parlamentarischem Auftrag, Kapazitätsausbauten für den Personenverkehr, Kapazitätsausbauten für den Güterverkehr, Infrastrukturausbauten für Fahrplananpassungen, Bahnhofausbauten, neue Haltestellen. Agglomerationsprojekte: Ortsentlastungen und Strassenausbauten ausserhalb des Nationalstrassennetzes, neue Tram- und Stadtbahnstrecken, Verkehrsdrehscheiben, Fuss- und Veloverkehrsanlagen, weitere grössere Vorhaben. Alle Projekte hatten ein Gesamtvolumen von 112,7 Milliarden Schweizer Franken priorisiert und mussten in den Finanzrahmen von 30 bis 40 Milliarden Schweizer Franken eingepasst werden. Dabei fokussierte sich das Gutachten «Verkehr 2045» auf Projekte mit hoher Wirksamkeit. Für den relativen Vergleich der Wirkung wurde eine Methodik angewandt, welche über 40 Kriterien berücksichtigt.

Das Gutachten wurde von Professor Ulrich Alois Weidmann (Mandatsleiter) und Michael Nold erstellt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 9. Oktober 2025 unter deutlicher medialer Beachtung. Das Gutachten wurde auch in die französische und italienische Sprache übersetzt.

Ausbauplan Der Bundesrat legte an seiner Sitzung vom 28. Januar 2026 die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 fest. Ziel ist eine gezielte, koordinierte Weiterentwicklung von Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr. Diese stützten sich auf das Gutachten «Verkehr 2045» der ETH Zürich sowie Einschätzungen und Analysen der zuständigen Bundesämter. Bis Ende Juni 2026 wird hierfür eine Vernehmlassungsvorlage ausgearbeitet.

Bahninfrastruktur Die Schlüsselprojekte Bahninfrastruktur, will der Bundesrat realisieren, wie sie im Gutachten «Verkehr 2045» empfohlen worden sind:

Direktverbindung Neuenburg – La-Chaux-de-Fonds Ausbau des Bahnhofs Genf-Cornavin Bahnhof Basel SBB Zimmerberg-Basistunnel II Viertes Gleis Zürich Stadelhofen Durchgangsbahnhof Luzern Grimseltunnel

Nationalstrasse und Agglomerationsverkehr Bei der Nationalstrasse gibt es teilweise Abweichungen vom «Verkehr-2045»-Gutachten.

Die ETH Zürich hat in ihrem Gutachten ausschliesslich grössere Agglomerationsprojekte beurteilt, die Kosten von über 50 Millionen Franken aufweisen. Der Bundesrat ist vom Nutzen der Projekte überzeugt und will diese in einer der nächsten Generationen des Programms Agglomerationsverkehr mitfinanzieren.

Auswirkungen Bahn Kurz nach der Veröffentlichung des Gutachtens haben die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft angekündigt, anstelle des Projekts Herzstück in Höhe von 14,2 Milliarden Schweizer Franken einen reinen Durchmessertunnel zu bauen, damit die Kosten deutlich gesenkt werden und das Projekt damit einfacher finanzierbar wird.

Nationalstrasse Im Januar 2026 hat das UVEK bekannt gegeben, dass über 30 weitere Projekte aus dem Nationalstrassenprogramm nicht weiterverfolgt werden sollen. Dazu gehören unter anderem die am 24. November 2024 von der Schweizer Stimmbevölkerung abgelehnten Nationalstrassenprojekte für Kapazitätserweiterungsprojekte zwischen Le Vengeron und Nyon sowie zwischen Schönbühl und Kirchberg.

Literatur Ulrich Alois Weidmann, Michael Nold: UVEK: Verkehr 2045. Gutachten. ETH Zürich, 15. September 2025, doi:10.3929/ethz-c-000783536 (online; PDF; 712 kB).

Ulrich Alois Weidmann, Michael Nold: Die Methodik des Gutachtens «Verkehr 2045». In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Heft 11, 2025. Michael Nold: Weiterführende Erkenntnisse zum städtischen Nahverkehr aus dem Gutachten Verkehr 2045. ETH Zürich, Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme. In: SVWG Forum. 28. Januar 2026, doi:10.3929/ethz-c-000793832 (online; PDF; 1,4 MB).

Einzelnachweise

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