Oscar Foerster (* 13. Januar 1871 in Hannover; † 2. Mai 1910 in Berlin-Nikolassee) war ein deutscher Offizier und Kolonialkartograph. Er war an der Vermessung von Deutsch-Ostafrika beteiligt und leitete später die Grenzregulierungskommissionen zur Festlegung der Südgrenzen von Kamerun.

Leben und militärischer Werdegang Frühe Jahre und Ostafrika Oscar Foerster wurde 1871 in Hannover geboren. Er trat in die Preußische Armee ein und wurde 1893 zum Leutnant im 1. Posenschen Feldartillerie-Regiment Nr. 20 befördert.

Im Jahr 1898 ließ er sich zur Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika versetzen (Status: à la suite). Dort wurde er aufgrund seiner mathematischen und geodätischen Kenntnisse primär für Vermessungsaufgaben eingesetzt. In den Jahren 1898 und 1899 war er maßgeblich an der topographischen Aufnahme des Usambara-Gebirges beteiligt. Im Jahr 1900 kehrte er kurzzeitig in den Dienst der preußischen Armee nach Deutschland zurück, wo er noch den Dienstgrad Hauptmann erreichte.

Die Vermessung Kameruns Bereits 1901 trat Foerster erneut in den Kolonialdienst, diesmal in der Schutztruppe für Kamerun. Seine erste große Aufgabe war die Teilnahme an der sogenannten „Südkamerun-Grenzexpedition“ (1901–1903) unter der Leitung von Philipp Engelhardt.Stichwort: Grenzexpeditionen/Grenzfestsetzungen, Unterpunkt: Kamerun Veröffentlicht in: Deutsches Kolonial-Lexikon, Band I, Leipzig. 1920. Seite 557 f. Ziel dieser Unternehmung war die Erkundung des Hinterlandes im Grenzgebiet zu den französischen und spanischen Besitzungen.

Aufgrund der hierbei erworbenen Expertise wurde Foerster ab 1905 selbst mit der Leitung komplexer Grenzregulierungen betraut: Grenzfestlegung zu Spanisch-Guinea (1905–1907): Als Leiter der deutschen Kommission verhandelte und vermaß er gemeinsam mit spanischen Vertretern die Grenze zum Muni-Gebiet (heute Teil von Äquatorialguinea). Grenzfestlegung zu Französisch-Kongo (1908–1909): Nach einem Heimaturlaub kehrte er als Hauptmann und kaiserlicher Kommissar zurück, um die Grenze zu Französisch-Äquatorialafrika (heute: Gabun und Republik Kongo) entlang der Flüsse Ntem (Campo) und Kje endgültig zu fixieren.

Bedeutung für die Kartographie In der Dissertation von Rudolf Hafeneder zur „Deutschen Kolonialkartographie“ wird Foerster als einer der produktiven Vermessungsoffiziere hervorgehoben. Seine Routenaufnahmen und astronomischen Ortsbestimmungen flossen direkt in die offiziellen Kartenwerke des Reichskolonialamtes ein, insbesondere in die „Karte von Kamerun“ im Deutschen Kolonialatlas (bearbeitet von Max Moisel). Seine Arbeit schuf die völkerrechtliche Basis für die noch heute gültigen Staatsgrenzen in dieser Region.

Tod Während der abschließenden Arbeiten an der französischen Grenze erkrankte Foerster im Frühjahr 1909 schwer an einer Nierenentzündung (Folge einer Tropenerkrankung). Er musste im Juni 1909 nach Deutschland transportiert werden. Oscar Foerster verstarb am 2. Mai 1910 im Berliner Krankenhaus der Charité an den Spätfolgen seines Einsatzes.

Literatur Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Band 1. Quelle & Meyer. Leipzig. 1920. S. 651. Rudolf Hafeneder: Deutsche Kolonialkartographie 1884–1919. Dissertation an der Universität der Bundeswehr München, 2008, S. 268 u. S. 343. (Online abrufbar unter: PDF). Deutsches Kolonialblatt. Amtsblatt für die Schutzgebiete in Afrika und der Südsee, 21. Jahrgang (1910), S. 466 (Nachruf). Florian Hoffmann: Okkupation und Militärverwaltung in Kamerun. Cuvillier Verlag, Göttingen 2007, Teil II, S. 343 f.

Einzelnachweise

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