Johann Carl Heinrich „Henri“ Weigele (* 20. September 1858 in Schlierbach; † 4. Februar 1927 in Levallois-Perret) war ein deutsch-französischer Bildhauer, der überwiegend in Paris tätig war.
Leben und Werk mini|Büste einer jungen Frau, signiert „H. Weigele“, Schloss Hotel Bad Ragaz Weigele wurde in Schlierbach bei Göppingen geboren.Walter Ziegler (Hrsg.): Schlierbach: Heimat zwischen Teck und Fils. Konrad, Weißenhorn 2004, S. 447–449. Er war der Sohn von Johannes Carl Weigele und dessen Frau Magdalena Dorothea geb. Bauer.Friedhof: Historische Grabmale und Aussegnungshalle. In: Schlierbach, abgerufen am 4. Februar 2026. In Stuttgart absolvierte er eine Bildhauerlehre.
1877 ging er nach Paris und studierte bei Jules Franceschi. 1896 ließ sich Weigele in Frankreich naturalisieren. 1902 wurde er Societaire des Artistes Français, Mitglied der französischen Künstlervereinigung.Henri Weigele, Mapping the Practice and Profession of Sculpture in Britain and Ireland 1851–1951 In University of Glasgow History of Art and HATII, online database 2011. Abgerufen am 4. Februar 2026 (englisch). In Paris betrieb er bis zu seinem Tod ein eigenes Atelier. Er schuf hauptsächlich Büsten, bei denen er häufig Marmor und vergoldete Bronze kombinierte.Henri Weigele (French, 1858–1927), abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch). Seine Werke wurden im Salon de Paris ausgestellt, 12 seiner Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Musée d’Orsay. 1912 und 1913 stellte er bei der Royal Scottish Academy Exhibition aus. In Liverpool befindet sich eine Athena in der Walker Art Gallery.
Für seine Eltern und seine Schwester Caroline Christiane Dorothea Schmid schuf er die Grabmale auf dem Friedhof seines Geburtsorts. Weigele heiratete ein Jahr vor seinem Tod. Er ist zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn Charles im Familiengrab Weigele-Grünenwald auf dem Friedhof Levallois-Perret bei Paris bestattet. Das Grabmal „Mort de la colombe“ zeigt die allegorische Figur eines Knaben (Amor) mit Köcher, ein Motiv, das Weigele bereits in seiner Skulptur „Amour endormi“ verwendet hatte.
Die im Musée d’Orsay befindlichen Skulpturen Weigeles gelangten über das Vermächtnis des Pariser Kunstsammlers Alfred Chauchard in staatlichen Besitz. Chauchard hatte die Werke bis 1909 in seiner Sammlung, bevor sie 1910 testamentarisch dem französischen Staat vermacht wurden. Die Skulpturen wurden zunächst dem Louvre zugewiesen, später zeitweise im Mobilier national aufbewahrt und schließlich dem Musée d’Orsay übergeben.
Als im Jahr 2024 Museen in Frankreich an das 150. Jubiläum der Ersten Gruppenausstellung der Impressionisten 1874 erinnerten, verlieh das Musée d’Orsay aus seiner weltgrößten Impressionisten-Sammlung 178 Werke an 34 beteiligte Institutionen im Land. Aus der Sammlung wurde Weigeles Skulptur Alfred Chauchard assis (Alfred Chauchard sitzend) in Caen gezeigt.Loan of works · Impressionism’s 150th birthday. In: Musée d’Orsay, abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch).
Werke (Auswahl) mini|Porträtbüste des Kunstsammlers Alfred Chauchard in der Sammlung des Musée d’Orsay, Marmor, um 1903 mini|„Crepúsculo“ (Dämmerung), Skulptur von Henri Weigele, Praia de Botafogo, Rio de Janeiro Diane Amour endormi Femmes dansant
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Einzelnachweise
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