mini|Verbreitungsgebiet des Bartvireos
Der Bartvireo (Vireo altiloquus) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Bartvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 1. Februar 2026.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Florida, auf den Bahamas, zahlreichen Karibikinseln sowie im Norden Südamerikas und im Amazonasbecken vor. In Florida hauptsächlich entlang der Küsten, auf den meisten Westindischen Inseln, fehlt auf Grand Cayman.
Die Art ist Ganzjahresvogel auf Haiti und der Dominikanischen Republik.
In Costa Rica ist er gelegentlicher Durchzügler an der Karibikküste,R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9 in Panama sehr selten von August bis April, meist nah an der KaribikküsteG. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7 und in Kolumbien seltener Durchzügler im Norden von August bis April, bis 1300 m. ü. M., mit zwei Unterarten (Ssp.) endemisch auf San Andrés und Providencia.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
Er überwintert auf Hispaniola, den Kleinen Antillen und in Südamerika von Nordostkolumbien über Venezuela, den Guyanas südlich östlich der Anden bis Nordperu und das Amazonasbecken in Brasilien.
Die Art wurde zwischenzeitlich in die Gattung Vireosylva gestellt und als Vireosylva altiloqua, auch als Vireo calidris bezeichnet.J. F. Chace, B. L. Woodworth und A. Cruz: Black-whiskered Vireo (Vireo altiloquus), version 1.0. In: A. F. Poole und F. B. Gill (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo altiloquusR. Ridgway: The Birds of North and Middle America. Part III. In: Bulletin of the United States National Museum, Band 3, S. 137, 1904 Biodiversity LibraryA. R. Phillips: The Known Birds of North and Middle America Part II: Bombycillidae; Sylviidae to Sturnidae; Vireonidae., 1991, ISBN 0-9617402-1-3 ISBN 978-0-9617402-1-4
Der Lebensraum umfasst in Florida fasst ausschließlich Mangrovenwald, in der Karibik außerdem subtropischen trockenen Kalkstein und gemäßigten Tieflandwald, auch Harthölzer und Bergwald. Beim Durchzug durch Mexiko busch- und baumbestandene Flächen, auch Mangrovenwald ähnlich wie der Gelbflankenvireo (Vireo flavoviridis), in Costa Rica dichter Unterwuchs in eher offenen Gelände. Zur Überwinterung werden neben Mangroven Wälder und Waldränder, Sekundärwald und Regenwald bis 1200 m. ü. M. genutzt.
Der Artzusatz kommt von und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, S. 43, 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Die Art ist 14–17 cm groß und wiegt etwa 18 g. Der schwarze laterale Bartstreif ist charakteristisch. Die Oberseite ist oliv bräunlich, die Unterseite weißlich, der blasse Überaugenstreif kontrastiert mit der grauen oder bräunlichen Kopfkappe, dem breiten grauen Augenstreif, der bis zum Schnabel reicht. Rücken, Bürzel und Oberschwanzdecken sind olivgrün, die Stirn ist blaugrau. Die Unterseite ist großteils weiß, die Flanken sind blass olivfarben, die Unterschwanzdecken zitronengelb. Die Schwungfedern sind bräunlich schwarz mit schmalen gelblich olivfarbenen Rändern an den Außenfahnen, an den Innenfahnen breit weißlich oder cremefarben berandet, jeweils mit schmalen weißen Spitzen. Die Steuerfedern sind bräunlich mit schmalen gelblich olivfarbenen Außenfahnen, die Innenfahnen der drei äußersten Federn sind schmal weiß oder cremefarben berandet. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind matter gefärbt, an der Unterseite gelbbrauner und haben mitunter angedeutete Flügelbinden.
Der Schnabel ist schwarz, die Iris rötlich braun, die Füße schwarz.
Die Art ähnelt dem Rotaugenvireo (Vireo olivaceus) und dem Gelbflankenvireo (Vireo flavoviridis), kann aber durch den schwarzen seitlichen Kehlstreif „whiskers“ (der aber nicht immer gut zu erkennen ist) und den brauneren Rücken unterschieden werden, außerdem ist er dunkler gelb an Flanken und Brustseiten. Schließlich sind auch die Zügel dunkler.
Die Lautäußerungen des Rotaugenvireo (Vireo olivaceus) sind sehr ähnlich, die Brutgebiete überlappen jedoch nicht, ebenso wenig wie die des Gelbflankenvireos oder des Yucatánvireos (Vireo magister). Außerhalb der Brutzeit sind alle Arten durchaus in gleichen Gebieten anzutreffen. Der Bartvireo hat einen kräftigeren Schnabel, breiteren Augenstreif und keine schwarze Abgrenzung oberhalb des Überaugenstreifes. Der Gelbflankenvireo erscheint grüner, der Yucatánvireo bräunliche Augen, ist an der Oberseite grauer und sein Überaugenstreif ist breiter.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 ok V. a. barbatulus (, 1855)J. Cabanis: Phyllomanes barbatulus. In: Journal für Ornithologie, Band 3, Nummer 18, S. 467–468, 1855, Biodiversity Library – Südosten der USA (Florida), Bahamas, Kuba (einschließlich Isla de la Juventud), Little Cayman und Cayman Brac; überwintert im Amazonasbecken. Klein, kurzschnäblig, mattgrauer Scheitel, kaum gegen Überaugenstreif abgegrenzt, letzterer weißlich etwas gelbbraun überhaucht, besonders über den Zügeln, Rücken und Bürzel matt oliv etwas grau überhaucht, Ohrdecken gelblich braun, Kehle und obere Brust etwas bräunlich und grünolivfarben. V. a. altiloquus (, 1808), Nominatform – Jamaika, Hispaniola und Puerto Rico; überwintert im nördlichen Südamerika V. a. barbadensis (, 1874)R. Ridgway: Vireosylvia calidris var. Barbadense. In: A history of North American birds. Land birds, Band 3, S. 359, 1874, Biodiversity Library – Kleine Antillen, Schnabel und Beine länger, Scheitel gräulich, deutlichere graue Abgrenzung des Scheitels, Überaugenstreif blassgrau überhaucht, in Richtung Schnabel in weiß übergehend, Oberseite heller grün V. a. bonairensis & , 1948W. H. Phelps und W. H. Phels, Jr: Vireo altiloquus bonairensis. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 61, Nummer 28, S. 173–174, 1948, Biodiversity Library – Inseln unter dem Winde (Antillen) und Isla Margarita, heller und leuchtender oliv bräunlich auf dem Rücken, Unterseite weniger gelb und bräunlich, mehr weiß, auch der Überaugenstreif ist weißer. V. a. grandior (, 1884)R. Ridgway: Vireosylvia grandior. In: Proceedings of the United States National Museum, Band 7, Nummer 420, S. 178, 1884, Biodiversity Library – Providencia Insel, langer Schnabel, sehr schmaler Bartstreif, Oberseite olivgrün, Flanken gelblich olivfarben, Unterschwanzdecken blass gelb. V. a. canescens (, 1887)C. B. Cory: Vireosylvia canescens. In: The Auk, Band 4, Nummer 3, S. 178, 1887, Sora – San Andrés Insel östlich Nicaraguas, matter als vorstehende Unterart, Oberseite grauoliv, Flanken und Unterschwanzdecken weißlich wie die übrige Unterseite.
Stimme Die Art ruft eher wenig (auf dem Durchzug).
Die Lautäußerungen werden als laut und deutlich beschrieben, als Folge kurzer, melodischer zwei- bis dreisilbiger Phrasen, jeweils durch eine kurze Pause getrennt, schärfer mit plötzlicheren Höhenwechseln im Gegensatz zum Rotaugenvireo (Vireo olivaceus). Die Unterarten singen jeweils etwas unterschiedlich.
Lebensweise Die Art ist ein Teilzieher. Die nördlicheren Populationen ziehen zwischen September und Januar in den Norden Südamerikas üblicherweise in Gruppen, der Rückzug erfolgt zwischen Februar und April. Die Unterarten V. a. bonairensis V. a. grandior V. a. canescens sind Standvögel. Auf Hispaniola kann es zu Höhenwanderungen je nach Jahreszeit kommen (Strichvogel). Die Art ist monogam und meist in gemischten Jagdgemeinschaften anzutreffen im oberen Wipfelbereich.
Die Nahrung besteht zu gut der Hälfte aus Früchten, die vornehmlich von Blättern abgelesen werden, seltener durch kurze Sprünge oder gar im Fluge.
Die Brutzeit liegt zwischen April bis Juli, das Weibchen baut allein das Nest, das Gelege besteht meist aus 3 rein weißen Eiern mit wenigen kleinen braunen bis purpurfarbenen Flecken. Gelegeverlust wird rasch ersetzt bis zu 3 oder mehr Bruten in Puerto Rico.
Hauptsächliche Nesträuber sind Ratten, der Goldstaubmungo (Urva auropunctata), die Perlaugen-Spottdrossel (Margarops fuscatus), der Mangrovenkuckuck (Coccyzus minor), der Puerto-Rico-Kuckuck (Coccyzus vieilloti) und die Rotfußdrossel (Turdus plumbeus). Brutparasitismus erfolgt meist durch den Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis).
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur L. P. Vieillot: Histoire naturelle des oiseaux de l’Amérique Septentrionale: contenant un grand nombre d’espèces décrites ou figurées pour la première fois. Band 1, S. 67, 1807, Biodiversity Library. Das Buch ist auf 1807 datiert, die Artbeschreibung wird auf 1808 angesetzt.
Weblinks
Macaulay Library
Bartvireo auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Vireos