Maria Pinińska-Bereś (* 17. August 1931 in Posen; † 20. April 1999 in Krakau) war eine polnische Künstlerin. Ihr Schaffen umfasst Skulpturen, Installationen und Performances, die sich kritisch mit Geschlechterrollen und Gesellschaftsstrukturen auseinandersetzen. Sie war Teil der Künstlergemeinschaft in Krakau, wo sie lebte und arbeitete. Maria Pinińska-Bereś gilt als eine der Pionierinnen der feministischen Kunst.

Biografie Maria Pinińska-Bereś wuchs bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in einer streng katholischen Familie auf. Als ihr Vater in den Kriegsdienst eingezogen und von sowjetischen Truppen gefangen genommen wurde, floh sie mit dem Rest ihrer Familie nach Krakau. Nach Kriegsende lebte sie mit ihrer Familie in Katowice und absolvierte die Sekundarschule für Bildende Künste. 1950 begann sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau in der Bildhauerklasse von Xawery Dunikowski. 1956 erhielt sie ihr Diplom und im selben Jahr heiratete sie den Künstler Jerzy Bereś. Das Paar bekam 1958 eine Tochter namens Bettina Bereś, die ebenfalls Künstlerin wurde. Die Wohnung, in der Maria Pinińska-Bereś mit ihrer Familie lebte, war zugleich Atelier und Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle.

Maria Pinińska-Bereś nahm an zahlreichen künstlerischen Veranstaltungen teil und engagierte sich in kreativen Kreisen. 1962 initiierte sie zusammen mit ihrem Ehemann die jährliche Ausstellung Rzeźba Roku (Skulptur des Jahres), die fast 20 Jahre lang regelmäßig stattfand. Sie stellte dort auch ihre eigenen Werke aus. 1979 wurde sie in die Künstlervereinigung Grupa Krakowska (Kraków Gruppe) aufgenommen. Gleichzeitig stellte sie in der bedeutenden Gruppenausstellung Feministische Kunst Internationaal in Den Haag aus. Trotz der Schwierigkeiten, die sie als Künstlerin im kommunistischen Polen mit Zensur und eingeschränkter Meinungsfreiheit erfuhr, verfolgte sie konsequent ihren Weg.

Sie starb am 17. Dezember 1999 und wurde auf dem Friedhof Prądnik Czerwony in Krakau (Grabstelle XI-3-19) beigesetzt. Ihr Lebenswerk wird von der Stiftung Maria Pinińska-Bereś und Jerzy Bereś archiviert und publiziert.

Werk Maria Pinińska-Bereś brach mit den Konventionen ihrer traditionellen Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau und entwickelte eine eigene Formsprache, in die sie weiche Materialien wie Schaumstoff integrierte. Die Farbe Rosa war dabei ihr Erkennungsmerkmal. Sie reagierte damit auf das im Kommunismus omnipräsente Rot und transportierte zugleich ihre feministische Botschaft.

Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie noch mit Stein und Bronze, um Skulpturen im figurativen Stil zu schaffen, doch die Konventionen der klassischen Bildhauerei schränkten sie ein und sie begann leichte Materialien zu bevorzugen. In den 1960er-Jahren arbeitete sie mit Pappmaché und weichen Materialien; eigens gefertigte Stoffbezüge stopfte sie mit Watte und Schaumstoff aus. Die Farbe Rosa, die Pinińska-Bereś vorher gelegentlich verwendete, wurde zum bestimmenden Kennzeichen ihrer Arbeiten und zum Ausdruck ihrer weiblicher Selbstbestimmung. Sie setzte die Farbe sowohl ironisch als auch selbstbewusst ein: Rosa diente ihr als Mittel zur Kritik an sozialen Rollen und Geschlechterstereotypen.

In den 1960er-Jahren schloss sich Pinińska-Bereś einem Künstlerkreis um Tadeusz Kantor an. Sie nahm unter anderem 1967 an Tadeusz Kantors Panoramiczny happening morski (Panorama-Happening am Meer) bei Osieki teil, was ihr Interesse an der Performancekunst weckte. Im folgenden Jahrzehnt begann sie, eigene künstlerische Performances zu realisieren, oft in der freien Natur. Sie wurden nur durch Film oder Fotografie dokumentiert. In ihren Performances bezog sie sich oft auf Natur, Körper und Alltag.

Maria Pinińska-Bereśs Werk zeichnet sich durch seinen feministischen Ansatz aus, der zu dieser Zeit in Polen beispiellos war. Sie befasste sich konsequent mit sozialen und persönlichen Themen und bezog sich dabei häufig auf weibliche Geschlechterstereotypen in der patriarchalischen Gesellschaft.

In den 1980er- und 1990er-Jahren kreierte sie eine Reihe von Installationen und Environments, in denen sie sich weiterhin mit Weiblichkeit, Spiritualität, Körperlichkeit und der Beziehung zur Natur auseinandersetzte. Durch ihre formellen Experimente entwickelte sie ihr ganz eigenes künstlerisches Vokabular und kombinierte ihre innovative Herangehensweise an skulpturale Formfindung mit feministischer Perspektive.

Sammlungen Ihre Arbeiten befinden sich in polnischen und internationalen Museumssammlungen, darunter in den Sammlungen der Nationalmuseen in Krakau, Breslau, Poznań und Warschau, im Kunstmuseum in Lódź, im Zentrum der Polnischen Skulptur in Orońsko, in der Zachęta – Nationalgalerie der Kunst, im Museum für Gegenwartskunst Krakau, im Museum für Moderne Kunst in Warszawa, im Jacek Malczewski Museum in Radom, im Schlesischen Museum in Katowice, im Kunstmuseum Luzern, im Kunstmuseum Bochum, im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, im Museum Jerke in Recklinghausen, wie auch in kleineren öffentlichen und privaten Sammlungen.

Ausstellungen Einzelausstellungen 1958: Sculpture Exhibition (zusammen mit Jerzy Bereś und Tadeusz Szpunar), Dom Plastyków, Krakau. 1970: Piwnica pod Baranami, Krakau. 1973: Galeria Współczesna, Warschau. 1976: Galeria Labirynt, Lublin. 1980: Galeria Rytm, Krakau; Galeria Krzysztofory, Krakau. 1982: BWA, Lublin. 1988: Galeria Krzysztofory, Krakau; Galeria 72, Muzeum Okręgowe, Chełm. 1990: Galeria Krzysztofory, Krakau. 1991: BWA, Koszalin, STU Theatre, Krakau. 1992: Galeria Starmach, Krakau; BWA, Sandomierz; BWA – Schloss der Pommerschen Herzöge, Szczecin. 1993: Centrum Rzeźby Polskiej w Orońsku, Orońsko. 1995: Ausstellung im Rahmen der 6. Internationaln Ttriennale für Zeichnungen, Galeria BWA Awangarda, Breslau. 1996: Galeria Manhattan, Łódź. 1997: Egzystencjarium, Galeria Studio, Warschau. 1999/2000: Maria Pinińska-Bereś, Retrospektive, Bunkier Sztuki, Krakau; Galeria Bielska BWA, Bielsko-Biała; Galeria Miejska Arsenał w Poznaniu, Poznań. 2001: Maria Pinińska-Bereś, Retrosepktive, Bałtycka Galeria Sztuki Współczesnej in Słupsk. 2007: Ruchome-nieruchome. Performensy Marii Pinińskiej-Bereś w dokumentacji, Bunkier Sztuki, Krakau. 2011: Maria Pinińska-Bereś, Piekary Gallery, Poznań. 2012: Maria Pinińska-Bereś, Imaginarium cielesności, Państwowa Galeria Sztuki w Sopocie, Sopot. 2014: Maria Pinińska-Bereś and Jerzy Bereś, Galeria Monopol, Warschau. 2017: Maria Pinińska-Bereś, Trace of a Woman, BWA Gallery of Art in Olsztyn, Olsztyn. 2017: Maria Pinińska-Bereś, The Performer, Galeria Monopol, Warschau. 2020: Maria Pinińska-Bereś, Female Reservoir, ASP Gallery, Akademie der Bildenden Künste, Krakau. 2020: Maria Pinińska-Bereś, Soap Bubbles, Retrospektive, Galeria Sztuki Współczesnej w Opolu, Opole. 2022: Maria Pinińska-Bereś, Meadow of Your Body, Galerie nächst St. Stephan, Wien. 2024: Maria Pinińska-Bereś, Retrospektive, Nationalmuseum Breslau, Museum für zeitgenössische Kunst – Vier-Kuppel-Pavillon, Breslau. 2024: Maria Pinińska-Bereś, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Leipzig. 2026: Maria Pinińska-Bereś, Under the pink flag, Kunstmuseum Luzern. 2026/2027: Maria Pinińska-Bereś, Under the pink flag, Kunstmuseum Bochum.

Gruppenausstellungen (Auswahl) 1955: Ogólnopolska Wystawa Młodej Plastyki „Przeciw wojnie – przeciw faszyzmowi”, Arsenał, Warschau; Xawery Dunikowski i jego uczniowie, Galeria Zachęta – Nationale Kunstgalerie, Warschau. 1957: Wystawa młodej plastyki, Oslo, Bergen, Narvik. 1964: 20 Lat PRL w twórczości plastycznej, Kunstpalast Krakau. 1971: 3. Ogólnopolska Wystawa Rzeźby, Galeria Zachęta – Nationale Kunstgalerie, Warschau. 1973: The Connoisseur in Polen. Cracow Art Festival, BWA, Krakau. 1974: Krakowskie malarstwo i rzeźba w XXX-lecie PRL, BWA, Pałac Sztuki, Rzeźba plenerowa na Plantach, Krakau; Artysta wobec cywilizacji, CONTART 74, Galeria Studio, Warschau. 1975: Dziesięciu artystów prezentuje prace nowe i najnowsze (AICA), Nationalmuseum Poznań; Xawery Dunikowski i uczniowie. Wystawa w stulecie urodzin Xawerego Dunikowskiego, Muzeum im. Xawerego Dunikowskiego, Warschau. 1976: Rzeźba roku 1975 Polski południowej, BWA, Krakau; FORMAT: CZŁOWIEK, Galeria STU, Krakau. 1977: 14. Skulpurenbiennale, Middelheim (Belgien). 1979: Wystawa plastyki krakowskiej, Darmstadt (RFN); Erotyka. Malarstwo, grafika, rysunek, rzeźba, Dom Artysty Plastyka, Warszawa; 8 X KRAKÓW, Galeria Studio, Warszawa; Feministische Kunst Interntionaal, Haags Gemeentemuseum, Haga (Holandia). Ausstellung Krakauer Bildende Kunst, Darmstadt; Erotica: Painting, Graphics, Drawing, Sculpture, Dom Artysty Plastyka, Warschau; 8 X Kraków, Studio Gallery, Warschau; Feministische Kunst International, Kunstmuseum Den Haag. 1980: Sztuka Kobiet, Galeria ON, Poznań; 16. Wystawa Grupy Krakowskiej, Galeria Krzysztofory, Krakau. 1981: XI Spotkania Rzeźbiarzy, BWA Kraków. 1982: K 18 Stoffwechsel, Kassel. 1983: 17th International Biennial, São Paulo. 1984: Nurt intelektualny w sztuce polskiej po drugiej wojnie światowej, Performances Polskie, BWA, Lublin. 1986: Zapis 2, Galeria Labirynt, Lublin. 1988: The Presentation of Labyrinth Gallery, 1974–1988, Centre of Arts Tapes, The Alexandra Centre – Halifax; Centre en art actuel Le Lieu – Quebec. 1989: Labirynt 2. Labyrinth Gallery Presents, New Space Gallery, Fulda. 1990: Cóż po artyście w czasie marnym? Sztuka niezależna lat 80, Galeria Zachęta – Nationale Kunstgalerie, Warszawa; Nationalmuseum Krakau. 1991: Polish Women Artists, National Museum, Warschau; Voices of Freedom, The National Museum of Women in the Arts, Washington, D.C. 1992: Natura Natury, BWA, Lublin; Grupa Krakowska. Prace z lat 1957-1992, Kunstpalast Krakau. 1993: Żywioły, Państwowa Galeria Sztuki, Łódź; Galeria Domu Artysty Plastyka, Warszawa; Artyści z Krakowa, Galeria Zachęta – Nationale Kunstgalerie, Warszawa 1994: Haute volee, Rähnitzgasse Gallery, Dresden; Ars Erotica, Nationalmuseum Warszawa; Grupa Krakowska 1932-1994, Galeria Zachęta – Nationale Kunstgalerie, Warszawa; Klasycy współczesności, Nationalmuseum Warszawa. 1995: Poznańskie Seminarium Feministyczne. Pokazy artystyczne, Galeria Fractale, Poznań. 1996: Art in Poland: New Directions, University at Buffalo Art Gallery; Impact. Avant-Garde Cracovienne après 1945, Institut Polonais, Paris; Kobieta o kobiecie, Galeria Bielska BWA, Bielsko-Biała. 1998: Blask, Galeria Sztuki Współczesnej Domu Krakowskiego, Norymberga, Instytut Kultury Polskiej (Deutschland); Pieds sur Terre, Musée de l'Histoire vivante, Montreuil; Perz – Rhizom, Galeria Pryzmat, Krakau.

Einzelnachweise

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