Miki Ebisuya () ist eine japanische Entwicklungsbiologin und seit 2023 Alexander-von-Humboldt-Professorin an der Technischen Universität Dresden, wo sie die Professur für Mechanismen der Zell- und Gewebekontrolle am Exzellenzcluster Physik des Lebens innehat. Bekannt wurde sie durch Arbeiten zur artspezifischen Entwicklungszeit und den Aufbau eines Stammzellenzoos, mit dem ihr Team die Entwicklungsprozesse verschiedener Säugetierarten vergleicht.
Leben Ebisuya promovierte 2008 an der Kyoto University, übernahm dort anschließend eine Gruppenleitung und wechselte später an das RIKEN Center for Biosystems Dynamics Research sowie 2018 als Gruppenleiterin an das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Barcelona; 2023 folgte der Wechsel an die TU Dresden auf den Lehrstuhl für Mechanismen der Zell- und Gewebekontrolle. Am RIKEN-Standort leitete sie eine Forschungseinheit, die im März 2019 geschlossen wurde. Ihre Berufung nach Dresden wurde im Rahmen der Alexander-von-Humboldt-Professur vollzogen. Für ihre Forschung erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den Japanese Award for Excellent Young Researchers (2019) und einen ERC Consolidator Grant (2020); am 11. Mai 2023 wurde ihr die Alexander-von-Humboldt-Professur zuerkannt.
Wirken Ebisuya erforscht die physikalischen und molekularen Prinzipien, die bestimmen, warum Embryonen verschiedener Arten trotz ähnlicher Abläufe mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten reifen, wobei der Segmentation Clock als Modellsystem eine zentrale Rolle zukommt. Gemeinsam mit Partnern zeigte ihr Team 2020, dass Unterschiede in biochemischen Reaktionsgeschwindigkeiten maßgeblich erklären, warum die menschliche Segmentation Clock langsamer tickt als die der Maus. Die Arbeiten belegten artspezifische Unterschiede in Proteinabbau und Genexpressions-Timing, welche die langsamere Taktung in menschlichen Zellen verursachen. Im Jahr 2023 erweiterte ihr Stammzellen-Zoo den Vergleich auf sechs Säugetierarten und zeigte, dass die Taktfrequenz der Segmentation Clock eng mit der Gesamtdauer der Embryogenese skaliert, nicht jedoch mit Körpergewicht oder Tragezeit. Eine Studie von 2025 argumentierte, dass Stoffwechselaktivitäten keine globale Steuertaktung sämtlicher Entwicklungsprozesse darstellen, sondern selektiv einzelne Prozesse der Segmentation Clock modulieren. Diese Interpretation wurde in weiterer Berichterstattung aufgegriffen und mit Ebisuyas Wechsel an die TU Dresden kontextualisiert. In Dresden führt sie den Ansatz der vergleichenden Organoid- und Stammzellmodelle über Arten hinweg fort, um universelle und artspezifische Mechanismen biologischer Zeit zu identifizieren.
Einzelnachweise
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