mini|hochkant=1.5|Charlotte Despard and Anne Cobden-Sanderson vor 10 Downing Street, kurz bevor sie zusammen mit Boileau verhaftet wurden. Lillie Mabel Boileau (* 4. April 1869 in Murree, Punjab, Britisch-Indien; † 15. August 1930 in Highgate, London) war eine englisch-britische Frauenrechtlerin und Humanistin. Sie war aktives Mitglied der Ethischen Bewegung und eines der ersten Mitglicer der Women’s Freedom League. Boileau war zudem eine der fünf Frauen, die bereits 1909 beim Versuch, Premierminister H. H. Asquith eine Petition zu überreichen, verhaftet wurde.
Leben Boileau war die zweite Tochter von Major General Neil Edmonstone Boileau und Mary Catherine Elizabeth Boileau, geborene Flemyng. Sie zog als Kind nach England, wo sie für den Rest ihres Lebens blieb.
Am 19. August 1909 wurde Boileau vor 10 Downing Street zusammen mit Charlotte Despard, Anne Cobden-Sanderson, Lilian Hicks, Edith Cranstoun, Marianne Hyde, Janet Bunten und Irene Tillard im Rahmen einer „Mahnwache“ der Women’s Freedom League (WFL) verhaftet. Berichten zufolge warf Boileau nach einem Wortwechsel eine Papprolle auf Premierminister H. H. Asquith, der an ihr und Bunten vorbeikam. Die „Mahnwache“ wurde von der WFL während des Sommers 1909 organisiert, um eine Anhörung bei der Regierung zu erlangen. Die WFL stützte ihren Anspruch auf ein Recht auf Petition an das Parlament auf ein Statut aus der Regierungszeit Karls II. sowie auf die Bill of Rights von 1688. Die WFL verteilt nach der Verhaftung, um öffentliche Sympathie und Unterstützung sowie neue Mitglieder für die WFL zu gewinnen.
Boileau ist in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.
In den Regierungsakten anlässlich der zum Kriegsbeginn von der Regierung mit den Suffragetten gegen Einstellung der militanten Aktionen gewährten Amnestie ist eine zweite Verhaftung Boileaus im November 1913 verzeichnet.
Boileau gehörte zu den Frauen, die im britischen Komitee am Women's International Congress in Den Haag 1915 mitzuwirken; aufgrund von Reisebeschränkungen, die von Winston Churchill eingeführt wurden, konnten jedoch nur drei teilnehmen: Chrystal Macmillan, Kathleen Courtney und Emmeline Pethick-Lawrence.
Nach der in Teilen erreichten Erlangung des Frauenwahlrechts durch den Representation of the People Act 1918 setzte Boileau ihre Aktivitäten mit erweiterten Zielen fort. The Vote berichtete: „Miss Boileau organisierte viele Versammlungen in ihrem eigenen Haus, bei denen Themen wie Frauenpolizei, Fabrikgesetzgebung, Wohnungsfragen, Frauen in Indien usw. erörtert wurden.“
Boileau war über mehr als drei Jahrzehnte in der humanistischen Ethischen Bewegung engagiert und gehörte ab 1906 dem Rat der Union of Ethical Societies an. Gustav Spiller schrieb in seiner Geschichte über die Bewegung, The Ethical Movement in Great Britain, dass die Union in Boileau „eine ihrer intelligentesten, loyalsten und einfühlsamsten Mitarbeiterinnen“ gefunden habe.
Boileau starb plötzlich am 15. August 1930, „während sie sich mit der Pflege der Blumen in ihrem altmodischen Garten in Highgate beschäftigte“. Sie wurde im Golders Green Crematorium eingeäschert. Die Trauerfeier wurde von Harry Snell geleitet, der sagte:
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