Der Falkland-Regenpfeifer (Anarhynchus falklandicus, Syn. Charadrius falklandicus) ist eine Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae), die in Argentinien, in Chile, auf den Falklandinseln, in Uruguay und dem südlichen Brasilien vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.IOC World Bird List Buttonquail, plovers, seedsnipe, sandpipers Früher wurde er gelegentlich als Unterart des Punaregenpfeifers (Anarhynchus alticola) betrachtet. Wegen des unterbrochenen Bandes bei der Population der Falklandinseln könnte es sich hierbei auch um eine Unterart handeln. Um dies zu klären, sind aber weitere Forschungen erforderlich.Popko Wiersma, u. a. (2020)

Merkmale Der Falkland-Regenpfeifer erreicht eine Körperlänge von 17,0 bis 19,0 cm bei einem Gewicht von 62,0 bis 72,0 g. Er ist etwas größer als der ähnliche Punaregenpfeifer (Anarhynchus alticola) und hat einen längeren Schnabel. Das Männchen hat einen weißen vorderen Oberkopf, weiße Zügel und einen schwarzen Stirnstreif. Der Oberkopf und der Hinterhals sind blass kastanienfarben. Er hat zwei schwarze Brustbänder, wobei das obere gelegentlich unterbrochen ist, besonders bei den Exemplaren auf den Falkland-Inseln. Das Weibchen ist rötlich am Kopf und die allgemeine Färbung wirkt matter. Die schwarzen Färbungen des Männchens sind bräunlich. Das obere Brustband ist weiß gefleckt. Bei erwachsenen Tieren, die nicht in Brutstimmung sind, wird das Schwarz durch Grau ersetzt, das Kastanienfarbene durch ein Graubraun. Jungtiere sehen wie erwachsene Vögel, die nicht in Brutstimmung sind, aus, doch sind die Brustbänder braun mit gelbbraunen Fransen und das Gesicht ist dunkler. Außerdem haben sie klare, beigefarbene Säume an den Federn der Oberseite.

Lautäußerungen Der Falkland-Regenpfeifer gibt am häufigsten einen kurzen, eindringlichen pit- oder einen sanfteren wit-Ruf von sich. Vermutlich besteht sein Balzgesang aus einer sich wiederholenden Serie von zwei bis drei sanften Tönen, gefolgt von einem rauen Trillern, das sich wie wit-wit-witrrrrrrt anhört.

Fortpflanzung Der Falkland-Regenpfeifer legt seine Eier Mitte September bis Januar, manchmal in den in Hochlandleben oder bei Ersatzbruten auch noch später. Er ist ein Einzelgänger und nistet in einer einfachen Vertiefung im Boden, gelegentlich mit etwas Gras ausgekleidet, oft versteckt in der Vegetation auf den Falklandinseln, aber auch an Stränden zwischen Seetangflecken. Ein Gelege besteht aus zwei bis vier Eiern. Die olivgrünen oder gelbbraunen Eier mit braunen bzw. schwärzlich grauen Flecken haben eine Größe von 34,5 bis 39,1 mm × 24,9 bis 26,1 mm. Beide Geschlechter bebrüten das Gelege, wobei das Weibchen meist während des Tageslichts und das Männchen während der Nacht zuständig ist. In den Brutgebieten wirkt er sehr ruhig. Die Küken sind hellbeige mit schwarzen Flecken und Streifen darüber. Potenzielle Nesträuber sind nicht bekannt. Einmal wurde beobachtet, wie ein Bronzekiebitz (Vanellus chilensis) seine Eier direkt in ein aktives Nest eines Falkland-Regenpfeifers legte und dann wieder verschwand.

Verhalten und Ernährung Der Falkland-Regenpfeifer ernährt sich von kleinen Wirbellosen. In einer Studie im argentinischen Patagonien wurden sieben Arten von Beute identifiziert. Am häufigsten wurden dabei Travisia olens und Glycera americana gefunden, gefolgt von Darina solenoides, Tellina petitiana, einer nicht identifizierten Mytilidae-Art, Insekten, Krebstieren und Samen. Die meisten Muscheln waren vier bis zwölf Millimeter groß. In einer weiteren Studie im nördlichen Argentinien fand man Laeonereis culveri, Tagellus plebeius, Mactra-, Ostracoda- und Malacostraca-Arten, Rüsselkäfer, Laufkäfer, Zweiflügler, Spinnen und Strahlenflosser. Sein Futter findet er an den Rändern der Brandungen, auf verrottenden Seetangbetten, im kurzen Gras und an den Rändern von Süßwasserteichen.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet hellblau: kein Brutgebiet; orange: Brutgebiet, lila: ganzjährig des Falkland-Regenpfeifers Der Falkland-Regenpfeifer kommt an den Küsten von Zentral- und Südchile und Argentinien vor. Örtlich ist er im Süden Brasiliens verbreitet. Er überwintert auf den Falklandinseln nördlich bis Nordchile, Uruguay und Südbrasilien. Dabei bevorzugt er kiesige und steinige Meeresküsten, aber auch Sandstrände, feuchte Savannen und Kurzgrasgebiete mit Sand- oder Kiesflächen in der Nähe von Bächen und Süß- oder Brackwasserteichen in Tieflandgebieten. Außerhalb der Brutzeit ist er auch auf Wattflächen anzutreffen. Meist bewegt er sich küstennah, brütet jedoch in Höhenlagen bis 1200 Metern in den Andenausläufern in der Provinz Santa Cruz.

Migration Die meisten Vögel ziehen außerhalb der Brutzeit nach Norden, obwohl einige noch immer in fast allen Brutgebieten anzutreffen sind, außer im äußersten Süden. An der Pazifikküste erreicht er Antofagasta im Norden Chiles. Von Patagonien aus erreicht er Uruguay und Rio Grande do Sul, ausnahmsweise auch den Süden von São Paulo. Er scheint seinen Überwinterungsgebieten treu zu bleiben. Die Population der Falklandinseln ist sesshaft und bewegt sich außerhalb der Saison nur über kurze Entfernungen, wobei die längste dort registrierte Bewegung nur zwei Kilometer beträgt. Außerhalb der Brutzeit ist er sozialer und kommt gelegentlich in Schwärmen von 150 bis 200 oder mehr Tieren vor.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Falkland-Regenpfeifers erfolgte 1790 durch John Latham unter dem wissenschaftlichen Namen Charadrius falklandicus. Als Verbreitungsgebiet gab er die Falklandinseln an.John Latham (1790), S. 747. 1832 führten Jean René Constant Quoy und Joseph Paul Gaimard die neue Gattung Anarhynchus ein.Jean René Constant Quoy u. a. (1832), S. 252.Zur genauen Publikationsgeschichte von Voyage de la corvette l'Astrolabe siehe Jiří Mlíkovský (2012) Dieser Name ist ein Wortgebilde aus und .Anarhynchus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur sah er mit ParaguayArnaldo de Winkelried Bertoni (1939), S. 19. basierend auf Arnaldo de Winkelried Bertoni zu wenig Nachweis für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 89.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

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