Oskar Baudisch (* 1893 in Reichenberg; † 22. November 1972 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutsch-böhmischer Architekt und Baurat.
mini| Palác City – Europäisches Haus in Liberec mini| Exporthaus C. A. Schmidt in Gablonz Anfang der 1920er Jahre studierte er an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag und absolvierte 1922 ein Praktikum für Industriebau bei Heinrich Ziegler in Zittau. Von 1924 bis 1926 arbeitete er beim Reichenberger Architekten Oskar Rössler (1878–1928). Danach war er als freiberuflicher Architekt und Baurat im Reichenberger Bauamt tätig. Seine Bauten zeichnen sich durch klassizistische Formen aus, die teilweise mit expressionistischen Elementen belebt werden.
Er war Mitglied im Metznerbund und von 1926 bis 1933 dessen Vorsitzender der Reichenberger Ortsgruppe. Er war auch Mitglied im Berufsverband Gemeinschaft deutscher Architekten in der Tschechoslowakischen Republik (Hauptbezirk Liberec).Jaroslav Zeman: Mezi Prahou a Drážďany. Architektura českých němců na severu Čech (Zwischen Prag und Dresden. Architektur der Deutschböhmen in Nordböhmen) in: Sbornik národního památkového ústavu v Ostravě 2018 PDF-Datei (tschech.), abgerufen am 1. Februar 2026 Obwohl er ab 1933 Mitglied in der Sudetendeutschen Partei (SdP) war, wurde er wegen seiner politischen Ansichten und der Mitgliedschaft in der Reichenberger Freimaurerloge „Latomia in den Bergen“ nach 1938 nicht in die NSDAP aufgenommen. Nach seiner Entlassung aus dem städtischen Bauamt und dem Tod seiner Tochter hat er im September 1948 mit einem Transport von Antifaschisten die Tschechoslowakei freiwillig verlassen. Er ging dann nach Köln und arbeitete dort als Baurat für Stadterneuerung. Nach seiner Pensionierung lebte er in Garmisch-Partenkirchen, wo er 1972 starb.Architektur in Nordböhmen: Oskar Baudisch (tschech.), auf liberec-reichenberg.net, abgerufen am 1. Februar 2026
In der Literatur sind nur zwei seiner Bauten bekannt: 1928/29: Ehemaliger Stadtpalast (Palác City) bzw. City Grand Garage Strass in Reichenberg – Liberec-Perštýn, U Jezu 525/4; jetzt Europäisches Haus neben der Kreisverwaltung der Region Liberec. Funktionalismus mit expressionistischen und Art-déco-Elementen; ursprünglich als Gewerbe- und Verwaltungsgebäude mit Garagen für den Kaufmann Hugo Strass entworfen und vom Bauunternehmer Karl Hocke errichtet, seit den 1950er Jahren als Forschungsinstitut für Textiltechnologie (VÚTS), nach Umbau 2017 als Sitz des Staatlichen Umweltfonds der Tschechischen Republik (Abteilung Nordost/Region Liberec) genutzt.Architektur in Nordböhmen: Palác City, Liberec-Perštýn (tschech.), auf liberec-reichenberg.net, abgerufen am 1. Februar 2026Geschäftshaus „City“ und Grand-Garage Strass, auf topomomo.eu, abgerufen am 1. Februar 2026 1930/31: Wohn- und Geschäftshaus (Exporthaus) C. A. Schmidt in Gablonz – Jablonec nad Nisou, Jiráskova 590/20, errichtet 1896 im Stil der Neorenaissance vom Gablonzer Architekten Franz Hasler (1851–1899). Umbau durch Oskar Baudisch, im Stil des Purismus mit expressionistischen Elementen.Architektur in Nordböhmen: Exportní dům C.A. Schmidt bzw. aus Webarchiv (tschech.), auf jablonec-gablonz.net, abgerufen am 1. Februar 2026
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Einzelnachweise
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