mini|Waisenhausstraße 20 (2013) vor der Sanierung mini|Bruch’scher Stadtplan von 1787 Das Wohnhaus Waisenhausstraße 20 in Bad Homburg vor der Höhe steht unter Denkmalschutz. Es ist das Geburtshaus von Louis Jacobi.
Geschichte Ab dem Jahr 1684 wurde unter Landgraf Friedrich II. mit dem Bau der Neustadt begonnen. Die Neustadt wurde nach Friedrichs zweiter Frau, Luise Elisabeth von Kurland (1646–1690), Louisenstadt und die zentrale Straße Louisenstraße genannt. Im Gegensatz zu den verwinkelten, historisch gewachsenen Gassen der Altstadt, entstand in der Neustadt ein System rechtwinkliger Straßen nach einem einheitlichen Plan. Hauptachsen waren die parallel verlaufenden Straßen Louisenstraße und Dorotheenstraße. Die heutige Waisenhausstraße verband diese beiden Straßen.Friedrich Lotz: Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe, Teil 2, S. 103–105.
Im Rahmen dieser Entwicklung wurde auch das Haus Waisenhausstraße 20 im Jahr 1776 errichtet. Es war deutlich kleiner als die benachbarten Gebäude, dadurch entstand vor dem Haus ein kleiner Platz an der Kreuzung Dorotheenstraße/Waisenhausstraße, auf dem sich ein Brunnen befand, aus dem die Bewohner der Straße ihr Wasser schöpften. Auf dem Bruch’schen Stadtplan von 1787 sind Haus, Platz und Brunnen eingezeichnet.
Am 21. April 1837 wurde Louis Jacobi in dem Haus geboren.
Jährlich zeichnet der Kur- und Verkehrsverein Bad Homburg gelungene Denkmalsanierungen aus. Hierbei wird auch ein Negativpreis „Stein des Anstoßes“ für schlecht erhaltene Baudenkmäler vergeben. 2010 wurde das Haus Waisenhausstraße 20 mit diesem Negativpreis „geehrt“.
In der Folge erwarb ein Kronberger Architekt das Gebäude und sanierte es denkmalgerecht. In diesem Zusammenhang wurden die ursprünglichen Gauben wiederhergestellt und das Haus entsprechend der ursprünglichen Situation durch eine außenliegende Sandsteintreppe erschlossen. Es gelang, die originale Haustür und einige der originalen Fensterrahmen auf dem Bauhof der Stadt aufzufinden, aufzuarbeiten und einzubauen. In Erinnerung an den Brunnen befindet sich vor dem Haus eine runde Sandsteinplatte mit der Inschrift „Platz des historischen Brunnens der Armengasse um 1740“.
Baubeschreibung Es handelt sich um ein zweigeschossiges, kleinvolumiges Wohnhaus mit über Stufen erschlossenem Eingang. Der äußerlich schlicht gestaltete, verputzte Bau besetzt eine städtebaulich wichtige Position: zum einen wird durch seine zurückversetzte Lage ein für den neustädtischen Bereich typischer Brunnenplatz gebildet; zum anderen definiert er als Eckhaus zur Dorotheenstraße das Ende des Straßenzugs „Armengasse“. Es handelt sich aus städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen um ein Kulturdenkmal.
Quellen
Ulrike Koberg: Ein Stein bringt Geschichte ins Rollen, in: Taunuszeitung vom 19. Januar 2026, S. 20
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Bad Homburg vor der Höhe Kategorie:Kulturdenkmal in Bad Homburg vor der Höhe Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren