Carl Freiherr von und zu Mansbach (* 2. März 1790 in Rendsburg; † 17. Juni 1867 in Mansbach) war ein dänisch-norwegischer Offizier und Diplomat deutscher Abstammung. Er spielte eine bedeutende Rolle während der Unabhängigkeitsbestrebungen Norwegens 1814 und im späteren schwedisch-norwegischen Staatsdienst.
Biographie Frühe Jahre und Napoleonische Kriege Mansbach war der Sohn von Johann Friedrich von und zu Mansbach (1744–1803), der 1772 aus seiner Heimat, der Landgrafschaft Hessen-Kassel in dänische Dienste übergetreten war, und Isabella von Oldenburg (1769–1855). Er wurde in der Festungsstadt Rendsburg geboren und trat früh in die dänische Armee ein. 1804 wurde er Sekondleutnant und stieg während der Koalitionskriege rasch auf. 1808 diente er in der dänischen Leibgarde zu Fuß.
Als sein Vater kommandierender General in Norwegen war, verbrachte Carl einen Großteil seiner Dienstzeit dort. Er diente als Adjutant und war eng in die Verteidigungsplanung der norwegischen Südgrenze eingebunden.
Als Dänemark im Kieler Frieden im Januar 1814 Norwegen an Schweden abtreten musste, weigerte sich die norwegische Bevölkerung unter Führung des Prinzen Christian Friedrich, diese Entscheidung zu akzeptieren.
Wie viele Offiziere deutscher oder dänischer Herkunft in Norwegen musste Mansbach entscheiden, ob er dem dänischen König (der ihn von seinen Diensten entbunden hatte) oder der neuen norwegischen Unabhängigkeitsbewegung folgen sollte. Er entschied sich für Norwegen. Er wurde Flügeladjutant von Christian Friedrich (dem späteren norwegischen König). In dieser Funktion war er an der Organisation des norwegischen Widerstands gegen die schwedischen Ansprüche beteiligt. Er gehörte damit zu den Offizieren, die versuchten, zwischen den dänischen Interessen und dem neuen norwegischen Nationalstolz zu vermitteln und war Zeuge der Verhandlungen von Eidsvoll am 17. Mai 1814, die zur norwegischen Verfassung und zur Wahl Christian Friedrichs zum Erbkönig von Norwegen führten. Am 22. Mai 1814 wurde er zum Hauptmann befördert.
In schwedisch-norwegischen Diensten Nachdem Norwegen im Herbst 1814 eine Personalunion mit Schweden eingehen musste, blieb Mansbach im Land und trat in den Dienst der schwedisch-norwegischen Könige Karl XIII. (bis 1818) und Karl XIV. Johann. Im September 1815 erreichte er den Dienstgrad Major und wurde im September 1821 zum Oberstleutnant befördert. Von August 1822 bis Juni 1828 leitete er die Norwegische Militärakademie. Im Juli 1823 wurde er zum Oberst, im Juni 1828 zum Generalmajor und im Januar 1839 zum Generalleutnant ernannt. Von 1828 bis 1838 kommandierte er die Festung Bergenhus und anschließend die Festung Fredriksten.
Begünstigt durch seine Sprachkenntnisse und seine Herkunft war er von 1820 bis 1846 als schwedisch-norwegischer Gesandter in verschiedenen diplomatischen Missionen am dänischen Hof in Kopenhagen eingesetzt. In dieser langen Amtszeit war er maßgeblich daran beteiligt, die durch die Trennung von 1814 entstandenen Spannungen zwischen Kopenhagen und Christiania (Oslo) abzubauen.
Am 30. Dezember 1847 trat Mansbach vollends in den diplomatischen Dienst über und wurde als schwedisch-norwegischer Gesandter an den folgenden Standorten eingesetzt: 1847–1851: Gesandter in Den Haag. 1851–1855: Gesandter in Wien. 1855–1858: Gesandter in Berlin und Dresden.
Späte Jahre Am 20. September 1858 wurde Carl von und zu Mansbach der Königliche Seraphinenorden, der höchste Orden des Königreiches Schweden sowie der Hausorden der Königlichen Familie, verliehen. Dies war die 342. Verleihung dieses Ordens.
Er verbrachte seinen Lebensabend auf dem hessischen Stammsitz seiner Familie in Mansbach. Er verstarb dort 1867.
Familie Mansbach war ab 1812 verheiratet mit seiner Cousine Sophia Marie Anker (1793–1860).Joh. K. Bergwitz: Vore Eidsvollsmænds Efterkommere gjennem alle Linjer i 100 Aar. I Hovedkommission hos L.E. Tvedtes Forl. Christiania. 1914. S. 4. Das Paar hatte folgende Nachkommen: Adalbert von und zu Mansbach (1820–1890), späterer Diplomat und als Nachfolger seines Vaters Botschafter beim deutschen Bund. Eleonore von und zu Mansbach (1825–1869), spätere Oberhofdame der schwedischen Kronprinzessin, entstammte dieser Verbindung.Norges statskalender. Christiania. 1856. S. 41. Sie heiratete im August 1845 den norwegischen Richter und Politiker Otto Joachim Løvenskiold.
Literatur (Erwähnung des Sohnes Carl von und zu Mansbach im biographischen Artikel seines Vaters)
Stichwort: Mansbach. Nordisk familjebok. Band 17: Lux – Mekanik. S. 811–812. Link. Abgerufen am 1. Februar 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Schweden) Kategorie:Schwedischer Diplomat Kategorie:Gesandter in Preußen Kategorie:Schwedischer Botschafter in den Niederlanden Kategorie:Schwedischer Botschafter in Deutschland Kategorie:Schwedischer Botschafter in Österreich Kategorie:Adliger (Dänemark) Kategorie:Adliger (Schweden) Kategorie:Träger des Seraphinenordens Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Dänemark-Norwegen) Kategorie:Freiherr Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1790 Kategorie:Gestorben 1867 Kategorie:Mann