mini|hochkant|Wappen derer von Schüren im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schüren (auch Schuren, Schuiren, Schuir o. ä.; lat. de horreo (von der Scheuer/Scheune)) ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.

Laut Anton Fahne war die Familie eines Stammes mit dem wappengleichen Adelsgeschlecht Westerholt.Fahne (1858), S. 361.

Geschichte Das Geschlecht hatte seinen Stammsitz laut Max von Spießen bei Bochum.Spießen (1901–1903), S. 116. Möglicherweise war es aber eher Haus Schuir, ein Werdenschen Lehen im heutigen, nach dem Haus benannten Essener Stadtteil Schuir. Die Familie saß im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts ferner zu Haus Horst an der Ruhr im heutigen nach dem Haus benannten Essener Stadtteil Horst. Im 16. Jahrhundert fiel auch Haus Dönhoff in Wetter-Wengern an der Ruhr an die Familie.

Fahne setzte dieses westfälische Geschlecht zunächst gleich mit den Kölner Schuiren (de horreo) (→ Overstolzenhaus),Fahne (1848), S. 395. ließ diese Behauptung aber später explizit wieder fallen. Zu den westfälichen Schüren zählen u. a.:

1295 erscheint der Arnsberger Burgmann Johannes de horreo. 1296 wird ein Ritter Evert von Schuren erwähnt. 1350 trug Bruno de Schuren einen halben Mansen zu Runen von Arnsberg zu Lehen. Rutger van der Schuren († 1477/1478) war Kanoniker zu Xanten. 1498 findet sich Eberhard von der Schüren am klevischen Hof. Zuvor war schon Gert van der Schuren († 1496) Sekretär am Hof des Herzogs von Kleve und Verfasser einer klevischen Chronik. Zwei Söhne von Gert van der Schuren, Lambert und Johann, waren Pfarrer an der Kirche St. Peter in Büderich. 1454 stiftete der Priester Johannes van der Schuren sein Erbgut up dem Berge für die Katharinen-Vikarie der Kirche in Radevormwald. 1467 und noch 1482 war ein Johann van Schuren Kanoniker zu Essen. Dieser hatte das Gut Noelen/Nolden in Essen zu Lehen. 1502 verkaufte Catharina von Schüren, Stiftsdame im Kloster Gräfrath im Herzogtum Berg, ihrem Bruder Konrad von Schüren und dessen Frau Anna eine Rente, die sie von Hermann von Witten zu fordern hatte. Konrad von Schüren und Anna schenkten dieselbe Rente den Dominikanern zu Dortmund für eine Memorie. 1505 war Bruno von der Schüren Helfer des Kölner Erzbischofs gegen Soest. Adolf von Schüren († 1552), Herr von Horst an der Ruhr, war mit Anna von Diepholz verheiratet, eine Tochter von Friedrich I. von Diepholz († 1529), Herr der Grafschaft Diepholz, und Eva von Regenstein. 1580 starb der kinderlose Friedrich Eberhard von der Schüren, dessen Frau Irmgard eine Tochter des Damian Quadt zu Landskron war. Elisabeth von der Schüren zu Dönhoff war mit Hermann Ludwig Rump zu Wenne verheiratet. Ihre Mutter war eine von Bevernförde, ihre Großmutter eine von Mallinkrodt.

Im 16. Jahrhundert findet sich die Familie auch im Baltikum. Evert/Eberhard von Schüren besiegelte 1535 als Hauskomtur zu Riga mit dem Familienwappen eine Urkunde. Zuvor war er 1527 und auch 1548 Komtur zu Doblen.Gritzner (1901), S. 194.

Laut Max von Spießen existierte die Familie noch 1729.

Persönlichkeiten Johan van der Schuren († 1439), unter Erzbischof Friedrich von Saarwerden kölnischer Amtmann von Xanten Gert van der Schuren († 1496), Sekretär am Hof des Herzogs von Kleve und Verfasser einer klevischen Chronik Anna Magdalena von Schüren, 1695–1723 Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Herzebrock

Wappen Blasonierung: Von Schwarz und Silber gespalten und zweimal geteilt (geschacht zu sechs Plätzen). Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein silberner Schwanenhals zwischen zwei schwarz-silbern quadrierten Fähnchen an silbernen Stangen.

Im Baltikum führte Eberhard von Schüren 1535 eine abeichende Helmzier (zwei Flügel oder eine Straußenfeder und ein Flügel auf Spitzhut).

Das Wappen derer von Schuren/Schüren wurde von Essen-Schuir als Ortswappen angenommen.

Max von Spießen bringt unter Hinweis auf die Spaenschen Sammlungen unter „Schüren II.“ ein zweites Wappen, das jedoch mit dem derer von Dönhoff identisch ist, von denen die von Schüren im 16. Jahrhundert Haus Dönhoff übernahmen. Es wird sich dabei um eine Verwechselung handeln.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Heberle, Köln 1848, S. 395 (hhu.de). Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 361 (Google Bücher). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 194 (uni-goettingen.de) und Tfl. 130 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 116 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 289 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht