Ruth Jakusch, geborene Eisenberg (geboren 1914 in Frankfurt am Main; gestorben 1991 in München), eine deutsche Emigrantin zur Zeit des Nationalsozialismus, war von 1965 bis 1975 erste Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Leben Eisenberg emigrierte aufgrund der Judenverfolgung aus dem nationalsozialistischen Deutschland.Comité Internationale de Dachau; Barbara Distel, KZ-Gedenkstätte Dachau (Hrsg.): Konzentrationslager Dachau 1933 bis 1945 – Text- und Bilddokumente zur Ausstellung, München 2005, ISBN 3-87490-750-3, S. 218 Sie kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Gefolge der US-Armee nach Deutschland zurück, wo sie als Übersetzerin während der Dachauer Prozesse tätig wurde.Thomas Schlemmer: Fremde Wetten. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Verfolgtenorganisationen, das Institut für Zeitgeschichte und das Projekt »Widerstand und Verfolgung in Bayern 1933 bis 1945« . In: Frank Bajohr, Magnus Brechtken (Hrsg.): Zeitzeugen, Zeitgenossen, Zeitgeschichte. Die frühe NS-Forschung am Institut für Zeitgeschichte. Wallstein, Göttingen 2024, ISBN 978-3-8353-5596-5, S. 337, FN 37 Währenddessen lernte sie den KZ-Überlebenden Hugo Jakusch kennen, den sie später heiratete. Jakusch war fast die gesamte Zeit des Nationalsozialismus als kommunistischer Häftling im KZ Dachau inhaftiert gewesen.Gabriele Hammermann: „Dachau muß in Zukunft das Mahnmal des deutschen Gewissens werden“: Zum Umgang mit der Geschichte der frühen politischen Häftlinge. In: Nikolaus Wachsmann, Sybille Steinbacher (Hrsg.): Die Linke im Visier. Zur Errichtung der Konzentrationslager 1933. Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1494-8, S. 245
Beauftragt vom Comité International de Dachau (CID) begann sie 1962 mit Recherchen zur Geschichte des KZ Dachau und wurde 1963 hauptamtliche Mitarbeiterin der zunächst provisorischen Gedenkstätte. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe bestehend aus ehemaligen Häftlingen und Fachberatern konzipierte sie eine Ausstellung zum KZ Dachau. Sie wurde 1965 erste Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau,Harold Marcuse: Das ehemalige Konzentrationslager Dachau – Der mühevolle Weg zur Gedenkstätte 1945–1968,. In: Wolfgang Benz (Hrsg.) Erinnern oder Verweigern – Das schwierige Thema Nationalsozialismus. : Dachauer Hefte. Band 6. Dachau 1994, ISBN 978-3-423-04635-0, S. 201 die sie bis 1975 leitete. Als Gedenkstättenleiterin folgte ihr Barbara Distel nach.
Jakusch wurde nach ihrem Tod auf dem Waldfriedhof München beigesetzt.Münchner Friedhofsportal
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Aufarbeitung des Nationalsozialismus) Kategorie:Dolmetscher Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Frau Kategorie:Dachauer Prozesse