mini|Verbreitungsgebiet des Graukopfvireos
Der Graukopfvireo, früher Blaukopfvireo, (Vireo solitarius), Syn. Muscicapa solitaria, ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).Graukopfvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 25. Januar 2026.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Nord- und Zentralamerika vor von Kanada entlang der Ostküste der USA bis Mexiko, als seltener Zugvogel zwischen Ende September und Ende März in Costa Rica und als Irrgast von November bis März in Panama.R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7
Die Art wurde früher als konspezifisch mit dem Cassinvireo (Vireo cassinii) und dem Weißstirnvireo (Vireo plumbeus) angesehen und als „Solitary Vireo“ (Vireo solitarius sensu latu) bezeichnetAmerican Ornithologists' Union: Check-list of North American Birds. 5. Auflage, 1957, Biodiversity Library, dann aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen aufgespalten in drei separate Arten.N. K. Johnson: Speciation in Vireos: 1. Macrogeographic Patterns of Allozymic Variation in the Vireo solitarius Complex in the Contiguous United States. In: The Condor, Band 97, S. 903–919, 1995, doi:10.2307/1369530American Ornithologists’ Union: Forty-first Supplement to the American Ornithologists’ Union Check-list of North American Birds. In: The Auk, Band 114, Heft 3, S. 542–552, 1997, doi:10.2307/4089270
Der Lebensraum umfasst Wälder oberhalb von 400 m Höhe, bevorzugt Koniferen.E. S. Morton und R. D. James: Blue-headed Vireo (Vireo solitarius), version 1.0. In: A. F. Poole (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo solitarius
Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Die Art ist 14–15 cm groß und wiegt 13–19 g, ein großer Vireo mit charakteristischer Kombination von grauem bis graublauem Kopf, grünlichem Rücken, weißer „Brille“, weißer Kehle und zwei gelblich weißen Flügelbinden. Die Oberseite ist olivgrün und geht in dunkles blaugrau am Nacken, Scheitel und Ohrdecken über. Das Gesicht ist bläulich grau abgesetzt gegen den breiten weißen Augenring und dem weißen Streif oberhalb der Zügel („Brille“). Die Schwingen und Steuerfedern sind schwarz mit schmalen gelblich olivgrünen Rändern, die beiden äußeren tragen breite weiße Ränder. Schulterfedern, Bürzel und Oberschwanzdecken sind olivfarben. Die großen und mittleren Flügeldecken sind schwärzlich mit olivfarbenen Rändern und breiten gelblich weißen Spitzen, die kleinen Flügeldecken haben grünliche und graue Ränder. Kehle und Brust sind weiß, die Unterseite ebenfalls, die Flanken gelblich angedeutet olivfarben gestrichelt. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine sind bläulich grau, bei Jungvögeln blasser. Der Schnabel ist schwarz, bei Jungvögeln am Oberschnabel bräunlich schwarz, am Unterschnabel bräunlich grau mit dunklerer Spitze. Die Geschlechter unterscheiden sich kaum, Weibchen sind etwas matter gefärbt, gerne auch brauner. Jungvögel sind etwas matter und mehr bräunlich gefärbt.
Die Art kann leicht vom Braunaugenvireo (Vireo bellii), Huttonvireo (Vireo huttoni) und Grauvireo (Vireo vicinior) unterschieden werden aufgrund der weißen „Brille“, der weißen Flügelbinden und der weißen Unterseite sowie durch den vom Rücken farblich abgesetzten Kopf.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 V. s. solitarius – (, 1810), Nominatform – brütet von Kanada bis Südpennsylvania und New Jersey, überwintert in Mexiko V. s. alticola – , 1886W. Brewster: Vireo alticola. In: The Auk, Band 3, Heft 1, S. 111–112, 1886, Digitalcommons, – brütet in den Appalachen von Maryland bis Georgia, überwintert in den Südstaaten entlang der Golfküste, größer, Mantel dunkler und grauer, kräftigerer Schnabel
Stimme Die Lautäußerungen des Männchens werden als von Pausen unterbrochene Folge über mindestens 1 Sekunde beschrieben als „teeyay, tayah, taweeto, teeaytoay, toowip“. Hinzu kommen Kontaktrufe, Warnrufe und leiseres „Cheee“.
Lebensweise Die Art ist ein Zugvogel, sie gehört zu den ersten Vireos, die im Frühling gen Norden ziehen, etwa 1–2 Wochen vor anderen. Diejenigen, die südlich in den Appalachen brüten, kommen eher als die nördlicher Brütenden und zwar Anfang März in Nordcarolina, Mitte April in Virginia und Pennsylvania. Ab Mitte April ist der Vogel aus Zentralamerika weggeflogen, ab Mitte Mai auch aus Mexiko. Gleichzeitig ist die Art der letzte Vireo im Herbstzug, aus Kanada bis Mitte oder Ende September abgezogen.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus mittelgroßen und großen Insekten, im Winter gelegentlich auch einige Früchte, die langsam von Ast zu Ast gesucht werden auf Blättern und durch kurze Sprünge oder kurze Flüge.
Die Brutzeit liegt zwischen April und Mai. Der Nestbau beginnt meist während der ersten 2 bis 4 Wochen nach Ankunft im Brutgebiet. Das Gelege besteht meist aus 4 Eiern.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur A. Wilson: Muscicapa solitaria. In: American Ornithology or, the Natural History of the Birds of the United States: Illustrated with Plates Engraved and Colored from Original Drawings taken from Nature, Band 2, S. 143, 1810, Biodiversity Library
I. Chiver, E. S. Morton, B. J. M. Stutchbury: Incubation delays territory defence by male blue-headed vireos, Vireo solitarius. In: Animal Behaviour, Band 73, Heft 1, S. 143–148, 2007, [DOI: 10.1016/j.anbehav.2006.06.001]
Weblinks
Macaulay Library
Graukopfvireo auf Briefmarken
Einzelnachweise
Kategorie:Vireos