Alice Marie Margarethe Hell-Schimz, geb. Schimz, (* 5. September 1892 in Calbe (Saale); † 16. August 1975 in Darmstadt) war eine deutsche Grafikerin und Kinderbuchillustratorin.

Leben

Alice Schimz wurde am 5. September 1892 in Calbe (Saale) als Tochter des Konrektors und späteren Direktors der städtischen Schule Calbe (Saale) Alfred Carl Maximilian Schimz (1852–?) und der Mathilde Sophie Johanna Alice Schimz (1859–?), geborene Rettberg, geboren. Sie hatte drei Geschwister; ihre Schwester Adelheid Schimz wurde ebenfalls Grafikerin.

Alice Schimz studierte von 1909 bis 1911 und 1912 bis 1915 an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe (heute: Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig). Bereits während ihres Studiums hat die Schriftgießerei Klinkhardt, begründet von Julius Klinkhardt, 1910 und 1914 Vignetten von Alice Schimz in ihr Schriftprogramm aufgenommen. Ab 1916 betrieb sie zusammen mit ihrer Schwester Adelheid in Leipzig, Burgstr. 26, ein Atelier mit Privatschule für angewandte und freie Kunst. 1917 wurde sie mit einer silbernen Preismünze für ihre grafische Arbeit ausgezeichnet. Sie war Mitglied im Leipziger Künstlerverein e. G.

Am 7. Juli 1926 heiratete sie den Leipziger Kaufmann Otto Adolf August Gustav Philipp Hell (1883–1962). Noch 1932 stellte Alice Hell-Schimz auf der „Großen Leipziger Kunstausstellung“ zwei Werke aus. Nach 1933 sind von ihr keine künstlerischen Aktivitäten mehr nachweisbar. Möglicherweise hat sie im Zusammenhang mit ihrer Eheschließung ihre künstlerische Arbeit aufgegeben. 1949 übersiedelten die Eheleute nach Darmstadt.

Beteiligung an Ausstellungen (Auswahl) 1914 in Leipzig, Erste Internationale Graphische Kunstausstellung im Rahmen der BUGRA mit 2 Arbeiten 1917 in Leipzig, 4. Leipziger Jahresausstellung in der Galerie P. H. Beyer & Sohn 1923 in Leipzig, Ausstellung der Ortsgruppe Leipzig des Bundes Deutscher Gebrauchsgrafiker. In den Leipziger Neuesten Nachrichten heißt es dazu: "Von den bekannteren Kräften...seien genannt...die Schwestern Schimz, deren grafische Begabung und dekorativer Geschmack bekannt sind." 1932 in Leipzig, 2. Große Leipziger Kunstausstellung

Werke (Auswahl) Kinderbuch-Illustrationen Trotzkopfs Brautzeit: eine Erzählung für junge Mädchen, Autorin Else Wildhagen. Stuttgart, G. Weise Verl. Das Schweigen von Leonid Andrejew, Leipzig, J. Singer, 1924 Deutsches Herz im fremden Kleid: Erzählung für junge Mädchen von Josephine Siebe, Leipzig, A. Anton und Co., 1921 Sturmgebraus, Erzählung für junge Mädchen aus dem Kriegsjahr 1914 von Bertha Clément, Leipzig, Interim-Verl., 1915 Der fremde Vogel, eine Beethoven-Novelle von Martin Platzer, Leipzig, Verlag Kistner & Siegel, 1924

Grafikmappen Potsdam, Alice Schimz, Verlag Müller & Co., Potsdam, 1922 Die Leipziger Klein-Messe, Alice Schimz, Leipzig, Staatl. Akademie, 1922 Leipzig im Bild / Alice Hell-Schimz, Vorwort: Friedrich Schulze, Leipzig, Waldstr. 47, E. Reiß, 1927

Weblinks

Alice Schimz bei UN/SEEN

Einzelnachweise Julia Blume: Künstlerisches Frauenstudium an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in: Eisele, Petra; Naegele, Isabel (Hrsg.): "UN/SEEN : Frauen im Grafikdesign bis zum Bauhaus", Karlsruhe : Slanted Publishers UG (haftungsbeschränkt), 2026, ISBN 978-3-69202-001-3, S. 86 Schimz Alice. In: Leipziger Adressbuch 1917, Teil 2. S. 50: Schimz, Adelh. und Alice, Kunstwerkstatt

Katalog Große Leipziger Kunstausstellung 1932. S. 25

Erste Internationale Graphische Kunst-Ausstellung Leipzig 1914 bei artist-info.

Stadtarchiv Leipzig: Leipziger Volkszeitung. Nr. 132, vom 9. Juni 1917

Stadtarchiv Leipzig: Leipziger Neueste Nachrichten. vom 1. Februar 1923

DNB Information

DNB Information

DNB Information

DNB Information

DNB Information

DNB Information

DNB Information

Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Illustrator (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Frau