Eifelheim ist ein 2006 veröffentlichter Science-Fiction-Roman des amerikanischen Autors Michael F. Flynn, welcher zuerst 1986 als Novelle erschien. Die Novelle wurde 1987 für den Hugo Award for Best Novella, das Buch 2007 für den Hugo Award for Best Novel nominiert.
Handlung Im Jahr 1349 hörte Eifelheim, eine kleine Stadt im Schwarzwald, auf zu existieren. Die Stadt tauchte fortan weder auf Karten noch in Dokumenten auf, wurde von ihren Einwohnern verlassen, und danach nicht wiederbesiedelt. Während die zu der Zeit in Europa wütende Pest das Verschwinden der Einwohner erklärt, gibt es keine Erklärung dafür warum die Gegend später nie wieder besiedelt wurde. Dieses Mysterium erweckt die Neugier des kliometrischen Forschers Tom Schwoerin, welcher sich zusammen mit seiner Partnerin, der theoretischen Physikerin Sharon Nagy, aufmacht dieses Rätsel zu lösen. Nach und nach entdecken sie Hinweise für eine Bruchlandung eines außerirdischen Raumschiffes in der Gegend.
Im Laufe ihrer Forschungen erfahren beide, dass die Stadt ursprünglich Oberhochwald hieß, später in Teufelheim umbenannt wurde, welches im Laufe der Jahre zu Eifelheim wurde. Sie erfahren auch von dem Priester der Stadt, Pater Dietrich, einem gebildeten Mann, der der Stadt 1348 diente, als der Schwarze Tod in Nordeuropa ankam. Dietrich, so scheint es, handelte als erster Botschafter der Menschheit und war die wichtigste Verbindung zwischen Eifelheim und den Außerirdischen, die zufällig ihr Raumschiff im Wald außerhalb des Dorfes zerstörten.
Der Roman konzentriert sich vor allem auf das Zusammentreffen der Aliens mit den Einwohnern, im vierzehnten Jahrhundert und widmet dem Zusammenspiel zwischen Dietrich, einem christlichen Gelehrten, der Aristoteles und Metaphern liebt, und der technologisch fortgeschrittenen Gruppe außerirdischer Reisenden besondere Aufmerksamkeit. Das Zusammenspiel umfasst zwei theologische Fragen. Die erste: „Können Außerirdische Christen werden?“ Diese Frage kann man mit einem klaren Ja beantworten, da einige der Außerirdischen sich bekehren lassen. Die zweite: „Wo ist Gott, wenn etwas schief geht?“. Diese Frage ist schwieriger zu beantworten, sowohl für die Deutschen als auch für die außerirdischen Krenken. Die Deutschen sind vom der Pest betroffen, und die Krenken, die gegen die Krankheit immun sind, aber nicht in ihre Heimat zurückkehren können, benötigen eine Aminosäure, die in irdischen Organismen nicht zu finden ist. Die Antwort ist zweideutig: Es gibt immer Hoffnung, und Gottes Liebe wird uns in der selbstlosen Liebe der Mitgeschöpfe vor Augen gebracht. Dietrichs Versuche, die Wissenschaft der Krenken zu verstehen (ihre Sicht auf das Sonnensystem und die Schwerkraft, unterscheidet sich deutlich von seiner) und ihre Versuche, es ihm zu erklären, sind ebenfalls ein wichtiges Thema.
Wilhelm von Ockham erscheint als Nebencharakter. Nagys Suche nach einer neuen Physik, die zu einer neuen Art der Raumfahrt führen wird, wird durch Schwoerins Forschung unterstützt. Er entdeckt einen Schaltplan für Technologie der Krenken in den Handschriften der Mönche.
Rezeption Regina Schroder schrieb in ihrer Rezension für Booklist: „Flynn erzählt glaubwürdig aus der Sicht eines Mannes, dessen Weltanschauung auf Konzepten basiert, die dem modernen Geist fast völlig fremd sind, und er macht aus den zeitgenössischen Teilen der Geschichte eine spannende und aufregende Erzählung über historische Forschung.“
Kirkus Reviews lobte den Roman und nannte ihn „Einen weiteren sorgfältig recherchierten, intensiven und hypnotisierenden Roman (der in einem Teil auf einer Kurzgeschichte von 1986 basiert) für Leser, die nachdenkliche Science-Fiction der höchsten Qualität suchen.“
Hörspielbearbeitung Der Süddeutsche Rundfunk produzierte Eifelheim 1991 als knapp 58-minütige Funkfassung von Hermann Motschach innerhalb der Sendereihe Science Fiction als Radiospiel. Die Erstsendung fand am 6. Januar 1992 statt. Unter der Regie von Andreas Weber-Schäfer sprachen u. a. Marianne Lochert (Sheila), Gerd Baltus (Tom), Elenor Holder (Judy), Claus Boysen (Lippert), Klaus Herm (Zaengle), Heinz Schimmelpfennig (Captain) und Peter Lieck (Pfarrer Dietrich).ARD-Hörspieldatenbank (Eifelheim, Süddeutscher Rundfunk 1991)
Weblinks
Eifelheim (Hörspiel basierend auf der Novelle) in der ARD Audiothek
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)