Das Chronicon Vulturnense ist eine bedeutende mittelalterliche Klosterchronik, die die Geschichte der Abbazia di San Vincenzo al Volturno im südlichen Italien von ihrer Gründung im 7. Jahrhundert bis ins frühe 12. Jahrhundert dokumentiert. Sie wurde größtenteils von dem Mönch Johannes (Iohannes) um 1115 verfasst.
Inhalt und Bedeutung Die Chronik ist eine vielschichtige Kompilation, die historische Erzählungen, Biografien der Äbte, hagiografische Texte und etwa 200 Abschriften von Urkunden aus dem Archiv der Abtei enthält. Diese Urkunden, darunter Privilegien von Päpsten, Herzögen, Langobardenkönigen und karolingischen Kaisern, dokumentierten den Landbesitz der Abtei.
Die Hauptziele des Werks waren die Stärkung des institutionellen Gedächtnisses der Mönchsgemeinschaft und die Rechtfertigung der Unabhängigkeit der Abtei, insbesondere während des Investiturstreits und im Kontext der normannischen Expansion in Süditalien. Das Chronicon Vulturnense ist heute eine wichtige historische Quelle für die Geschichte der langobardischen und karolingischen Herrschaft in Mittel- und Süditalien sowie für die mittelalterliche Rechtsgeschichte.
Manuskript Das originale, reich illuminierte Manuskript aus dem 12. Jahrhundert befindet sich in der Biblioteca Apostolica Vaticana, BAV Barb. Lat. 2724. Es ist in beneventanischer Minuskel, einer spezifischen mittelalterlichen Schrift, geschrieben und enthält zahlreiche Miniaturen und Abbildungen von Äbten.
Literatur Massimo Oldoni (Herausgeber), Giovanni Monaco (Autor), Luisa De Luca Roberti (Übersetzer): Chronicon vulturnense, Volturnia Edizioni 2011, ISBN 978-88-96092-09-5
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Einzelnachweise
Kategorie:Handschrift (8. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Sachliteratur (Kunst) Kategorie:Vatikanische Apostolische Bibliothek San Vicenzo Kategorie:Chronik (Literatur)