mini|Elling Eielsen Elling Eielsen (* 19. September 1804 auf dem Hof Sundve in Vossestrand, Hordaland, Königreich Norwegen; † 10. Januar 1883 in Chicago, Illinois) war ein norwegisch-amerikanischer lutherischer Wanderprediger und Geistlicher. Er war der erste norwegische Geistliche in den Vereinigten Staaten, gründete 1846 die erste Kirche norwegischer Herkunft und stand dieser Synode bis 1876 als Kirchenpräsident vor.
Biographie Eielsen wuchs in Norwegen in einer haugianisch geprägten Familie auf. Nach einer spirituellen Krise beschloss er als junger Mann, nach Bergen zu ziehen, wo er sich als Schmied und Zimmermannslehrling verdingte. Dort musste er auch Wehrdienst leisten, durfte aber mit Erlaubnis seiner Vorgesetzten zu den Soldaten predigen. Nach dem Ende seines Wehrdienstes ging er für zwei Jahre nach Nordland, wo er als Wanderprediger umherzog. 1834 traf er in Trondheim ein, wo er den Widerstand des örtlichen Pfarrers Lammers auf sich zog. Protegiert vom zuständigen Bischof Peter Olivarius Bugge konnte Eielsen jedoch auch hier seine Predigttätigkeit fortsetzen. Eielsen setzte später nach Dänemark über, wo er seine Verkündigung fortsetzte und mit den Theologen Ludwig Harms und Nikolai Grundtvig zusammentraf. In Dänemark war es jedoch verboten, ohne Ordination zu predigen, sodass Eielsen zweimal inhaftiert und nur auf Intervention von Prinz Christian und seiner Gemahlin Caroline Amalie freikam und nach Norwegen zurückkehrte.
Eielsen wanderte 1839 in die Vereinigten Staaten aus, wo er sich nach einem kurzen Aufenthalt in Chicago in der norwegischen Siedlung am Fox River niederließ. Dort wurde er zum geistlichen Oberhaupt der jungen Immigranten-Gemeinde und ließ 1841 das erste norwegische Andachtshaus in Amerika errichten. Er besuchte häufig die norwegischen Ansiedlungen im nahen Wisconsin und predigte auch dort. 1842 reiste er nach New York, um den Druck von Pontoppidans Sandhed Til Gudfrygtighed zu organisieren. Dies war das erste in norwegischer Sprache gedruckte Buch in den Vereinigten Staaten. Nachdem ihn die Kirchengemeinde am Fox River zu ihrem Pfarrer berufen wollte, wurde er am 3. Juni 1843 vom deutschamerikanischen Pfarrer Francis Hoffmann in Dunklee’s Grove als erster Norweger in Amerika ordiniert. Einige Zeit später berief ihn auch die norwegische Gemeinde in Wisconsin. 1846 wurde er an die Gemeinde von Jefferson Prairie berufen, reiste aber weiterhin viel umher.
mini|links|Eielsens Wohnhaus aus Jefferson Prairie befindet sich heute in Norway, Wisconsin, und steht unter Denkmalschutz. Mit den zwei Laienpredigern Ole Andrewson und Paul Anderson organisierte Eielsen am 13. April 1846 in Jefferson Prairie in Wisconsin den ersten Zusammenschluss norwegischer Lutheraner in den Vereinigten Staaten. Er selbst hatte die Kirchenverfassung entworfen. Diese Synode erhielt offiziell den Namen Evangelisch-Lutherische Kirche von Amerika, wurde allerdings – auch zur Unterscheidung von anderen Denominationen – meist nur nach ihrem Gründer als Eielsen-Synode bezeichnet. Eielsen wurde zum Präsidenten der Synode gewählt und in den folgenden Jahren stets im Amt bestätigt. 1859 bereiste er Texas, wo ihn das Schicksal der versklavten schwarzen Bevölkerung sehr mitnahm. Eielsen wurde zum Abolitionisten und verankerte die Ablehnung der Sklaverei auch in der Kirchenverfassung. 1856 kam es auf der Synodalversammlung in Primrose zu einem Konflikt zwischen Eielsen und dem Theologen Peter Andreas Rasmussen, infolgedessen Rasmussen mit einigen Gefolgsleuten die Synode verließ.
Von 1856 bis 1866 gab Eielsen auch die Kirchenzeitung Organ heraus. Die Synode hatte einen großen Mangel an Geistlichen und erst die Ordinationen von Arne Boyum und Østen Hanson linderten diesen etwas. 1861 brach Eielsen zu einer Reise nach Norwegen auf, von der er erst 1863 wieder zurückkehrte. 1873 wurde Eielsen an die Kirchengemeinde in Chicago berufen, wo er für den Rest seines Lebens blieb. 1875 wurden Stimmen in der Synode laut, die eine Revision der Kirchenverfassung von 1846 forderten. Nachdem Eielsen sich zuerst dazu bereit erklärt hatte, trat er dann doch mit einem Gefolgsmann aus der Synode aus und organisierte im Winter 1876 eine eigene Synode auf Grundlage der unveränderten Kirchenverfassung und war bis zu seinem Tod deren Präsident. Der Großteil der Gemeinden verblieb jedoch in der ursprünglichen, jetzt Hauge-Synode genannten Kirche.
Eielsen heiratete 1843 Sigrid Nilsen Tufte in Wisconsin. Er starb am 10. Januar 1883 in seinem Haus in Chicago. Seine letzten Worte an seine Frau sind überliefert: „Sag meinen Freunden und Bekannten, dass ich im Glauben meines Erlösers sterbe.“
Eielsen-Synode Neben Eielsen war 1876 nur der Pfarrer Peter Thompson aus der Hauge-Synode ausgetreten und hatte sich unter der alten Kirchenverfassung wieder organisiert. Es sollte fünf Jahre dauern, bis sich zwei weitere Geistliche der Synode anschlossen. Auch nach Eielsens Tod bestand diese Synode fort und erreichte 1893 mit neun Pfarrern und 1899 mit 52 Gemeinden ihre größte Verbreitung. Nach dem Tod des letzten in der Synode ordinierten Pfarrers Thore Larson im Jahr 1982 verblieben noch zwei Gemeinden im südlichen Minnesota mit etwa 50 Gläubigen. In den 80er-Jahren verlieren sich die Spuren der Synode. Sie verfügte nie über eigene Bildungseinrichtungen, gab aber bis 1962 die Kirchenzeitung Den Kristelige Lægmand heraus.
Schriften Eielsen betätigte sich auch als Autor und Herausgeber. Daneben verfasste er auch zahlreiche Artikel für kirchliche und religiöse Zeitschriften.
Weblinks Elling Eielsen im Store Norske Leksikon Elling Eielsen im Dictionary of Wisconsin History
Einzelnachweise
Kategorie:Präsident der Hauge-Synode Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Norwegischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1804 Kategorie:Gestorben 1883 Kategorie:Mann