Kəngərli (eingedeutscht Kängärli) ist ein Dorf im Rayon Ağdam der Republik Aserbaidschan. Es ist das Verwaltungszentrum der gleichnamigen
ländlichen Gemeinde.
Geographische Lage und Geschichte Kəngərli liegt auf der Karabach-Ebene, am rechten Ufer des Flusses Uzundərə nur 5 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Ağdam.
Der Ortsname hängt mit dem Stamm der Kəngərli zusammen, der zu den Petschenegen, einem bedeutenden oghusischen Stamm, gehörte. Im frühen Mittelalter ließen sie sich vor allem in Naxçıvan und umliegenden Territorien nieder. Im 18. Jahrhundert ließ Panah Ali Khan, Gründer des Khanats von Karabach, einen Teil von Kəngərli aus Naxçıvan nach Karabach umsiedeln.
In der Sowjetzeit war das Dorf Teil des Rajons Ağdam der Aserbaidschanischen SSR. Die Einwohner betrieben Baumwollanbau, Getreidewirtschaft, Viehzucht und Seidenproduktion. 1981 zählte die Ortschaft etwas mehr als 1100 Einwohner.
Im Sommer 1993 wurde ein Großteil der Provinz Ağdam, darunter Kəngərli im Zuge des Ersten Bergkarabachkrieges von armenischen Truppen militärisch besetzt. Gemäß dem trilateralen Übereinkommen zwischen Armenien, Aserbaidschan und Russland vom 10. November 2020 erfolgte die Rückgabe des Dorfes an Aserbaidschan. Während der Besatzungszeit wurde Kəngərli wie alle anderen Ortschaften von Ağdam komplett zerstört und lag zum Zeitpunkt der Rückgabe in Trümmern.
Im Oktober 2022 begann die aserbaidschanische Regierung mit den Wiederaufbaumaßnahmen. Die erste Bauphase des Dorfes wurde am 10. Mai 2025 abgeschlossen. Am selben Tag traf sich Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev im Dorf mit den umgesiedelten Dorfbewohnern und übergab ihnen feierlich die Schlüssel zu ihren neuen Häusern. Derzeit leben in Kəngərli etwas mehr als 1000 Einwohner.
Literatur und Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Aserbaidschan Kategorie:Rayon Ağdam