mini|Rainer-Maria-Rilke-Straße 32 Das Gebäude Rainer-Maria-Rilke-Straße 32 in der Südstadt von Weimar wurde von dem Architekten Emil Schmidt erbaut und wird auch als Haus Schmidt bezeichnet.
Geschichte Bauherr des Wohngebäudes war der Architekt Emil Schmidt (1912–1979), der auch das Haus entwarf. Der Entwurf datiert auf das Jahr 1966. Es entstand von 1969 bis 1971 und gilt als „ein künstlerisch bedeutendes Beispiel für das individuell gestaltete Einfamilienhaus dieser Zeit in Thüringen“ (Müller 2009).Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 792 f. Schmidt war von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1969 Professor für Baugestaltung, Bauaufnahme und Entwerfen an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar.
Architektur Der von Nordost nach Südwest gestreckte eingeschossige Baukörper ist von der Straßenfront betont abgerückt und steht auf einem mäßig abfallenden Gelände am südlichen Ende der Rainer-Maria-Rilke-Straße. Die flach geneigten, tief herabgezogenen Walmdächer sind mit Schiefer in altdeutscher DeckungAltdeutsche Deckung auf schieferlexikon.de gedeckt. Der Grundriss ist hakenförmig abgewinkelt und ermöglichte die Anlage von Freiplätzen und Innenhöfen, wodurch Innen- und Außenraum miteinander verschränkt wird. Schmidt orientierte sich bei der Gestaltung des Grundrisses und der Architektursprache an Frank Lloyd Wright. Der zur Straße vorgezogene Ostflügel steht auf einem Kellergeschoss, in welchen sich u. a. die Garage und der Heizkeller befinden. Der Westflügel mit dem 60 m² großen Wohnzimmer ist nicht unterkellert. Beide Flügel sind über einen schmalen Querbau miteinander verbunden. Dort befindet sich der Hauseingang. Davor wiederum sind nach Norden hin Rasenfläche und Wasserbassen, vor dem Westflügel und Gerätehaus angeordnet. Ein Laubengang im Obergeschoss des Ostflügels ist von den dahinter befindlichen Schlafräumen aus erreichbar. Die Außenmauern bestehen aus verputztem Backsteinmauerwerk; die Stützmauern der Terrassen sind mit Muschelkalk verblendet. Die bauzeitliche Ausstattung wie Eichenholztüren, Parkett- und Steinfußböden sind ebenso wie die Freiraumgestaltung des Grundstücks mit Rasenflächen und der akzentuiert eingesetzten Gehölzen ist unverändert erhalten.Rainer Müller verweist außer auf die Akte im Weimarer Bauaktenarchiv auf Katharina Schmidt: Prof. Dipl. Ing. Emil Schmidt. Sein Leben und Werk, Seminararbeit, Weimar 2004 [MS; vorhanden, Bauhaus-Universität Weimar, Lehrstuhl Architekturgeschichte III], S. 82 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäude in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1970er Jahren