Sir Creek ist ein Ästuar, das sich über etwa 96 Kilometer erstreckt und im Arabischen Meer endet. Der Fluss verläuft entlang der Grenze zwischen Indien und Pakistan durch ein unbewohntes Sumpfgebiet des Indusdeltas und trennt den indischen Bundesstaat Gujarat von der pakistanischen Provinz Sindh.
Ursprünglich hieß das Gewässer Ban Ganga.
Die Grenze zwischen den beiden Ländern im Bereich des Sir Creek ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans umstritten. Ein internationales Schiedsgericht legte 1968 die Grenze zwischen den beiden Ländern fest, wobei 90 % der Fläche für Indien und 10 % für Pakistan entschieden wurde.
Geographie Einmal im Jahr, während der Monsunzeit zwischen Juni und September, tritt der Fluss über und flutet die tieferliegenden Wattflächen. In diesem Gebiet leben unter anderem Kettenvipern und Skorpione.
Zudem ist der Landstrich Lebensraum von Flamingos und anderen Zugvögeln. Der einmündende Abfluss vom Nareri-See ist der Hauptzufluss des Sir Creek.
Sir Creek ist einer von 17 größeren Flüssen im Indus-Delta. Auf der indischen Seite zählt er zu den sechs Hauptflüssen in der Region. Die anderen großen Flüsse sind Vian Wari Creek, Pir Sanai, Pabevari, Padala und Kori Creek.
Sir Creek liegt westlich des Great Rann of Kutch-Gebietes in Indien. All diese Flüsse liegen in indischem Gebiet, außer dem westlichen Teil von Sir Creek, der von Pakistan und Indien beansprucht wird. Durch die ständigen Veränderungen des Flusslaufs wechselt dieser zwischen Pakistan und Indien und die Folge ist eine sumpfige, schwer abgrenzbare Feuchtgebietsgrenze.
Sir Creek besitzt mehrere Nebenkanäle, von denen zwei besonders relevant für Indien sind, Harami Nala und der Bondho Dhoro. Vian Wari Creek beginnt auf indischer Seite, fließt dann im Norden nach Pakistan, unter dem Namen Harami Dhoro (Bastardbach), wendet sich dann nach Osten und fließt wieder nach Indien, nun Harami Nala (Bastardkanal) genannt, anschließend teilt er sich, und einer von beiden Strömen fließt wieder nach Pakistan. Diese Situation stellt ein Sicherheitsrisiko für Indien dar, weil er als illegaler Grenzübergang genutzt werden könnte. Eine weitere Risikostelle ist der Dhoro-Kanal, der auch aus Pakistan nach Indien fließt. Die indische Grenzsicherheitstruppe sichert diesen Bereich mit schwimmenden Grenzposten, Fahrzeugen und zu Fuß. Die Küstenwache überwacht den Küstenbereich und die Marine das Meer.
Einzelnachweise
Kategorie:Indisch-pakistanischer Grenzübergang Kategorie:Gewässer in Indien Kategorie:Gewässer in Pakistan