Heinrich Adam Wohlfahrt (* 2. November 1887 in Steinheim am Main; † 27. Dezember 1966 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.

Leben Am 8. April 1902 begann Wohlfahrt seine Lehre in der Anstalt für christliche Kunst in Steinheim/Main bei Georg Busch. Seine Ausbildung setzte er bei Max Wiese an der Hanauer Zeichenakademie fort. 1933 beendete Wohlfahrt seine Mitarbeit in den Kunstwerkstätten Busch und war fortan selbständig tätig.

Wohlfahrt war seit 1915 verheiratet mit Magdalena Kemmerer (1887–1971). Der Ehe entstammt eine Tochter.

Werk Ab 1916 sind erste Werke von ihm bekannt. Wohlfahrt arbeitete entsprechend seiner Ausbildung hauptsächlich für katholische Kirchen. Seine Werke finden sich vorwiegend im Rhein-Main-Raum, von Mainz bis Gelnhausen und Mannheim, darunter auch Bauten von Dominikus Böhm und Martin Weber. Dabei entstanden großformatige Heiligenfiguren und Kruzifixe. Auch mehrere Weihnachtskrippen, Kreuzwege, Kriegerdenkmäler und Grabsteine entstammen seiner Werkstatt. Meist arbeitete Wohlfahrt mit Holz, zuweilen entstanden aber auch Steinskulpturen.

Einzelwerke 1916: Ölbergfiguren in der Kreuzkapelle auf dem Friedhof von Steinheim/Main 1919: Kreuzigungsgruppe und Bruder Konrad, in St. Nikolaus in Hanau-Steinheim 1919: Hildegard, Johannes, Theresia und Sebastian, in der Marienkirche in Hanau-Steinheim (zusammen mit Peter Georg Busch) 1926: Hauptaltar mit Kreuzigungsgruppe sowie Michaelsaltar, in St. Michael in Freigericht-Horbach 1931: Umarbeitung von zwei älteren Figuren zu einer hl. Katharina und einer hl. Barbara, Herz Jesu-Figur, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1933: Kriegerdenkmal, in Friedberg-Ockstadt (zusammen mit Peter Georg Busch) 1934: Holzkreuz (Baumkreuz) und Krippe, in Mariae Namen in Hanau 1935: Kreuzweg, in St. Peter und Paul in Oberrodenbach 1936: Aloysius, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1936: Weihnachtskrippe, in St. Michael in Niederrodenbach 1936–1939: Konraddenkmal, in Hanau-Steinheim 1937: Pieta, in St. Nikolaus in Offenbach-Bieber 1937/38: Krippenfiguren, in St. Martin in Mainz-Finthen 1937: Wendelinu,s in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1938: Krippenszene „Flucht nach Ägypten“, Auferstehungsheiland, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1939: Altarkreuz, in der Heiligkreuzkirche in Daxberg (Mömbris) 1939: Antonius, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1940: Pieta, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1941: Christus und Bonifatius, in St. Bonifatius in Großwelzheim 1941/1942: Weihnachtskrippe, in Ockstadt (Friedberg) 1942: Serie von Gefallenenkreuzen, in St. Peter und Paul in Dettingen/Main 1944–1946: Sebastian, Elisabeth von Thüringen, Martin, Josef, Johannes der Täufer, für St. Marien in Hanau-Steinheim 1953: Altarkreuz und Kreuzweg, in St. Gottfried in Butzbach 1954: Pieta, an der Pestkapelle in Hanau-Steinheim-Nord 1955: Sterbender Soldat, in der Pestkapelle in Hanau-Steinheim-Nord (Pfarrei St. Nikolaus) 1955: Kreuzweg, in Edelbach an der Fatimakapelle 1956: Weihnachtkrippe, in St. Gottfried in Butzbach 1957: Fatima-Madonna, in St. Gottfried in Butzbach 1957: Josef und Kreuzigungsgruppe, für St. Martin in Kelkheim Hornau 1960: Kruzifix, in St. Bonifatius in Großwelzheim 1960: Steinrelief über der Eingangstür, in St. Martin in Kelkheim Hornau 1962: Hölzernes Kreuz mit Corpus Christi, auf dem Grabmal von Ingram/Wohlfahrt, auf dem Friedhof Süd in Steinheim undatiert: Kreuzigungsgruppe, in der Kreuzburgkapelle in Großkrotzenburg

Literatur Michael Pfeifer (Hrsg.): Sehnsucht des Raumes. St. Peter und Paul in Dettingen und die Anfänge des modernen Kirchenbaus in Deutschland, Regensburg 1998, S. 74 f.

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