mini|hochkant=1.2|St. Johannes Evangelist St. Johannes Evangelist ist die römisch-katholische Kirche in Hockeln, einem Ortsteil der Stadt Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Die nach dem heiligen Evangelist Johannes benannte Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Gallus mit Sitz im Bad Salzdetfurther Ortsteil Detfurth, im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim. Zum Einzugsgebiet der Kirche gehört neben Hockeln auch Listringen.
Geschichte 1474 geht aus einem Vertrag hervor, dass in Hockeln ein Gotteshaus bestand, das die Patrozinien Maria und Johannes Evangelist trug. 1712 wurde die Kapelle, die das Johannespatrozinium trug, durch einen Neubau ersetzt. Nachdem dieser baufällig geworden war, wurde er 1863 abgerissen und von 1863 bis 1864 durch die heutige Kirche ersetzt. Bischof Eduard Jakob Wedekin nahm am 29. August 1864 die Kirchweihe vor. 1865 folgte der Bau des Pfarrhauses, von 1867 an wurden in Hockeln katholische Kirchenbücher geführt. Nachdem Hockeln zunächst zur Pfarrei St. Gallus in Detfurth gehörte, erhob Bischof Daniel Wilhelm Sommerwerck Hockeln 1894 zur selbstständigen Pfarrei.
Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils bekam die Kirche einen Volksaltar, der dem Hochaltar vorgelagert ist und am 20. Dezember 1975 durch Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht wurde.
Seit dem 1. November 2014 gehört die Kirche wieder zur Pfarrei St. Gallus mit Sitz in Detfurth,http://kiz-online.de/content/jetzt-sind-es-119-gemeinden die Pfarrei St. Johannes Ev., Bad Salzdetfurth-Hockeln wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden St. Gallus, Bad Salzdetfurth-Detfurth, Hl. Familie, Bad Salzdetfurth, St. Cosmas und Damian, Bad Salzdetfurth-Groß Düngen, St. Johannes Ev., Bad Salzdetfurth-Hockeln und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus, Bad Salzdetfurth. In: Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim. Ausgabe 8/2014 vom 3. November 2014, S. 214–216.
Auch die Dekanatsstrukturen wurden im Bistum Hildesheim an veränderte politische Zugehörigkeiten und abnehmende Katholikenzahlen angepasst. Nachdem Hockeln ursprünglich zum Dekanat Detfurth gehört hatte, wurde dieses 1978 mit dem Dekanat Bockenem zum Dekanat Bockenem-Detfurth zusammengeschlossen.Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 - Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 132. Am 1. Dezember 2002 erfolgte die Zusammenlegung der Dekanate Bockenem-Detfurth und Alfeld-Gronau zum heutigen Dekanat Alfeld-Detfurth.Urkunde über die Errichtung eines neuen Dekanates Alfeld-Detfurth. In: Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim. Ausgabe 8/2002 vom 26. September 2002, S. 203–204.
Lage, Architektur und Ausstattung mini|Inneres Die Kirche steht auf dem Grundstück Im Hoppensack 1 und ist vom Friedhof umgeben.
Die geostete Kirche steht auf einem rechteckigen Grundriss und einem dreiseitigen Chorschluss. Sie ist aus Sandsteinquadermauerwerk errichtet und mit einem Satteldach gedeckt, das über dem Chor abgewalmt ist. Im Westen erhebt sich ein verschieferter Dachreiter mit Knickhelm, der mit einer Turmkugel, einem Patriarchenkreuz und einem Wetterhahn bekrönt ist. Das Kirchenschiff wird durch jeweils drei in den Längsseiten der Kirche befindliche Rundbogenfenster belichtet. Die Rundbogentüröffnung an Ostseite, über der sich ein kleines Rundfenster befindet, ist vermauert.
Das Gotteshaus wird durch das Eingangsportal im Westgiebel, über dem sich ein weiteres Rundfenster befindet, erschlossen. Der Innenraum ist mit einer Flachdecke abgeschlossen. Das Rundfenster im Chor zeigt Jesus Christus mit seinem Heiligsten Herzen.
In den historischen Hochaltar ist der Tabernakel integriert, die Tabernakeltüren sind mit Engelsdarstellungen versehen. Darauf steht ein Kruzifix, das von knienden Engeln umrahmt ist, darüber die Heiliggeisttaube. In der Weihnachtszeit wird das Kruzifix durch eine Krippenszene ersetzt. Die Statuen an den Außenseiten des Altares stellen die Heiligen Johannes, den Schutzpatron der Kirche, und Josef, den Nährvater Jesu, dar. Seitlich im eine Stufe erhöhten Altarraum stellen hölzerne Statuen den heiligen Bischof Bernward mit Bernwardskreuz und Bischofsstab in seinen Händen sowie den heiligen Georg, den Drachentöter, dar. Die Georgsstatue stammt aus der Zeit um 1700 und befand sich früher an der Brüstung der Orgelempore. Seitlich vom Altarraum sind auch eine Statue, die Maria mit dem Jesuskind zeigt und vor der Opferkerzen aufgestellt werden können, sowie das Taufbecken platziert.
An den Seitenwänden des Kirchenschiffes befinden sich großformatige Gemälde von Friedrich Eltermann, welche die Heiligen Elisabeth von Thüringen und Johannes Nepomuk zeigen sowie winzige Kreuzwegstationen.
Im Denkmalatlas Niedersachsen ist die Kirche unter der ID-Nr. 34473702 verzeichnet.St. Johannes Evangelist-Kapelle, im Denkmalatlas Niedersachsen, abgerufen am 4. August 2026.
Siehe auch Liste der Baudenkmale in Hockeln Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Liste von Johanneskirchen in Deutschland
Literatur Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 - Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 145–146. Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 84–85.
Weblinks
Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei St. Johannes Evangelist-Kapelle, im Denkmalatlas Niedersachsen Kirche auf Internetpräsenz des Dekanates (Kirche auf ehemaliger Internetpräsenz des Dekanates)
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Johannes-der-Evangelist-Kirche Kategorie:Bauwerk in Bad Salzdetfurth Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Hildesheim Kategorie:Erbaut 1864 Kategorie:Baudenkmal in Bad Salzdetfurth Kategorie:Kirchengebäude in Europa