mini|Henk Hos vor 1944 Hendrik (Henk) Pieter Hos (* 1. Dezember 1906 in Haarlem; † 11. Mai 1944 in der Waalsdorper Senke bei Wassenaar, Scheveningen) war ein niederländischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht.

Familie und Persönliches Seine Eltern waren Fredrik Coenraad Hos (1877–1953) und Geertruida Petronella Veldwijk (1877–1918).Genealogie auf ancestors.familysearch.org. Er lebte in Haarlem, war unverheiratet, aber verlobt mit Willy FickertAbschiedsbrief an seine Verlobte auf noord-hollandsarchief.nl. und kirchlich niederländisch-reformiert, arbeitete als Chemielaborant für verschiedene Ärzte, das Sankt-Johannes-de-Deo-Krankenhaus (Sint Joannes de Deoziekenhuis) in Haarlem und für den Kommunalen Medizin- und Gesundheitsdienst (Gemeentelijke Geneeskundige en Gezondheidsdienst, GG&GD) in Amsterdam.Kurzbiographie auf tracesofwar.com.

Widerstand Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande am 10. Mai 1940 kapitulierte das Land vor der erdrückenden Übermacht am 14. Mai 1940. Hos nahm zugleich den Widerstand auf und beteiligte sich an verschiedenen Widerstandsgruppen und -formen.

Schon im Mai 1940 schloss er sich der Spionagegruppe um die Professoren Jan Mekel und Richard Schoemaker an und unterstützte sie bei der Beschaffung und Übermittlung von Informationen an die Exilregierung in England.

Er half den Opfern des Generalstreiks vom 25.–26. Februar 1941, mit dem die Bevölkerung von Amsterdam gegen den nationalsozialistischen Terror gegenüber der jüdischen Bevölkerung protestiert hatte.Lettere di condannati, Seite 413, 437–440, siehe Literatur.

Er ging im Juli 1941 in den Untergrund und arbeitete ab Oktober 1941 mit an der Produktion und Verbreitung der von Henk van Randwijk und Wim Speelman herausgegebenen Widerstandspostille Freie Niederlande (Vrij Nederland). Er wurde in die Leitung des Blattes aufgenommen.

Er hatte Kontakt zur Widerstandsgruppe Ordedienst, unterstützte die Widerstandskämpferin Hebe Charlotte Kohlbrugge beim Aufbau einer Verbindungslinie in die Schweiz, beteiligte sich in der Gruppe um den Funker Jan Thijssen am Bau von Funkgeräten und dem Aufbau eines Funknetzes für den Widerstand und Kontakt nach London.

Am 30. November 1942 beschloss er, mit verschiedenen Spionageberichten nach England zu reisen, wurde aber verraten und am 1. Dezember 1942 in Haarlem verhaftet.

Haft, Prozess und Hinrichtung Bis zum 1. September 1943 war er im Gefängnis in Scheveningen, im Oranjehotel, inhaftiert, kam dann nach Vught ins KZ Herzogenbusch. Am 2. Januar 1944 wurde er wegen des Prozesses in Den Haag ins benachbarte Scheveningen zurückgebracht.

Der Prozess gegen ihn wurde vor dem deutschen Feldkriegsgericht im Gebäude des obersten Gerichtshof, des Hohen Rats, in Den Haag durchgeführt (13. und 15. Januar 1944). Er wurde der Hilfe für den Feind in Form von Spionage und Sabotage, des Waffenbesitzes, der Fälschung von Schriften und der Verbreitung von illegalen Flugblättern angeklagt. Wegen einer Infektion am Fuß, die er sich in der Haft zugezogen hatte, erlebte er die Verhandlung auf einer Trage.

Die Verteidigung hatte keine Chance, er wurde wegen seiner „Vergehen“ zusammen mit seinem mitangeklagten Freund Thies Jan Jansen* 1906, Landwirt, Kurzbiographie auf eerebegraafplaatsbloemendaal.de. zum Tode verurteilt und in den Dünen von Waalsdorp erschossen und vergraben (11. Mai 1944, 7.30 Uhr).

Auszeichnungen Widerstandskreuz, am 7. Mai 1946 posthum vom König verliehene Auszeichnung, siehe Weblinks.

Gedenken Sein Leichnam wurde exhumiert und fand am 12. Juli 1946 im feierlichen Rahmen auf dem Ehrenfriedhof Bloemendaal, Feld 40, seine letzte Ruhe.Zeitungsartikel zur Beerdigung auf delpher.nl. Grabstein mit Name und Lebensdaten und Angabe der Bibelstelle Römerbrief 8, 37: „Doch in alldem tragen wir einen glänzenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat.“ Die Bibelstelle wurde seinem Abschiedsbrief entnommen: „Mit dem Pastor habe ich heute Abend Psalm 139 und Römerbrief 8, 31/39 gelesen. Wir haben zusammen gebetet.“Bild des Steins auf ancestors.familysearch.org Im Abschiedsbrief an seinen Vater, geschrieben am Vortag seiner Hinrichtung, bittet er um Nachsicht mit seinem religiösen Beistand: „Heute Abend ist der Pastor bei mir gewesen, und wir haben einige Stunden miteinander gesprochen. Er ist ein feiner Mensch, obwohl er zu dem Volk unserer Feinde gehört. Ich bitte dich, und das ist mein letzter Wunsch: Nähre keinen Hass, wenn es dir auch manchmal schwerfallen mag, und sei nachsichtig. Vielleicht wird er dich bald einmal aufsuchen, empfang ihn freundlich, damit würdest du mir einen großen Gefallen tun.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 437–440: Eos, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Weblinks

Widerstandskreuz, Orden, eingetragen im nationalen Verzeichnis auf nationaalarchief.nl Biographie auf tracesofwar.com. Lebensdaten auf database.documentatiegroep40-45.nl. Brief an seine Verlobte auf noord-hollandsarchief.nl.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (niederländischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Häftling im KZ Herzogenbusch Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann