mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitung nahe verwandter Arten der Familie Rhinonycteridae, Trousseart-Dreizahnblattnase in rot und grün Die Trousseart-Dreizahnblattnase (Paratriaenops furcula) ist ein auf Madagaskar und den Seychellen verbreitetes Fledertier in der Familie Rhinonycteridae. Die Art wurde längere Zeit in der Gattung Dreizahnblattnasen (Triaenops) gelistet. Ein Vorschlag, den ursprünglichen Artzusatz furcula grammatisch an den Gattungsnamen anzupassen, so dass die Schreibweise furculus ist, wurde wieder rückgängig gemacht.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 60 mm, einer Schwanzlänge von 19 bis 27 mm und mit einem Gewicht von 4 bis 9 g ist das Tier eine kleine Fledermaus. Es sind 42 bis 49 mm lange Unterarme und Ohren von 15 bis 20 mm Länge vorhanden. Das Nasenblatt ist mit 6,5 bis 8 mm Breite im Verhältnis zum Kopf groß. Am oberen Teil befinden sich die drei namensgebenden zahnförmigen Hautlappen. Beim grauen, hellbraunem, gelbgrauen oder graubraunem Fell ist die Unterseite nur leicht heller. Die Art hat dunkelbraune Flughäute, während Ohren und Nasenblatt hell graubraun sind. Am Schädel sind im Bereich der Nasenöffnungen große Beulen vorhanden. Zwischen dem Schnauzenteil (Rostrum) und der Hirnschale kommt eine Vertiefung vor. Der Scheitelkamm ist flach und langgestreckt. Bei dieser Art ist das längste Schädelmaß 16 bis 18 mm und der Abstand von der Vorderkante des Hinterhauptbeins zu den Eckzähnen ist 14 bis 15,5 mm.
Verbreitung Diese Fledermaus lebt im westlichen Madagaskar und auf den Atollen Cosmoledo und Aldabra innerhalb der Seychellen. Sie hält sich im Flach- und Hügelland bis 200 Meter Höhe auf, wobei Gebiete bis 40 Meter Höhe bevorzugt werden. Das Tier lebt in trockenen Laubwäldern und in Regionen mit stachligen Büschen in Bereichen mit Kalksteinfelsen (Karst) oder im Umfeld von Klippen an der Küste. Die Trousseart-Dreizahnblattnase besucht auch Savannen und Galeriewälder.
Lebensweise Das nachtaktive Tier ruht am Tage in Höhlen und Felsspalten. Zeiten mit Torpor oder Winterschlaf sind nicht bekannt. Die Fledermaus startet ihren Ausflug bei Sonnenuntergang und kommt etwa drei Stunden später zurück. Danach erfolgt ein zweiter Ausflug, der bis zur Morgendämmerung dauern kann. Dabei verbringen Männchen deutlich weniger Zeit außerhalb des Verstecks. Wird die Höhle nicht rechtzeitig erreicht, können auch Löcher in Baumstämmen und Ästen als Unterschlupf dienen. Die bei der Jagd benutzten Rufe zur Echoortung sind 8 bis 22,5 Millisekunden lang und zwischen diesen liegen 14 bis 92,5 Millisekunden lange Pausen. Bei den Lauten sind der erste und der letzte Teil frequenzmoduliert und der mittlere Teil hat eine konstante Frequenz. Im ersten Teil steigt die Frequenz kurz an. Beim mittleren Teil liegt die höchste Frequenz bei Männchen durchschnittlich bei 114,8 und bei Weibchen bei 99,5 kHz. Die geringsten Werte sind 110,5 kHz bei Männchen und 95,7 kHz bei Weibchen. Im letzten Teil bleibt die mittlere Frequenz gleich oder sie sinkt, so dass 68 bis 97 kHz erreicht werden.
Die Fledermaus jagt häufig an Waldrändern oder über Schneisen. Bei der Beute stellen Nachtfalter mit fast 60 Prozent den größten Anteil. Zusätzlich werden Käfer, Fliegen und Küchenschaben gefangen. In der Regenzeit ist der Anteil an Käfern höher. Das Tier fällt selbst dem Fledermausadler (Macheiramphus alcinus) zum Opfer. In großen Höhlen können sich Kolonien mit 10.000 Mitgliedern beider Geschlechter bilden. Zum Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt.
Gefährdung Störungen an den Ruheplätzen können sich negativ auswirken. Die Trousseart-Dreizahnblattnase kann sich an einen gewissen Grad Forstwirtschaft anpassen, doch bei völliger Abholzung von Wäldern verschwindet sie aus der Region. Die Gesamtpopulation nimmt geringfügig ab. Deswegen wird die Art von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hufeisennasenartige