Carl Friedrich Luther (* 18. Februar 1663 in Breslau; † 10. Dezember 1744 in Kiel) war Professor für Medizin in Kiel und polnischer und holsteinischer Leibarzt.

Leben und Wirken Carl Friedrich Luther stammte väterlicherseits aus einer anerkannten thüringisch-schlesischen Familie, sein Urururgroßvater war ein Bruder von Martin Luthers Großvater Heine Luder. Sein Vater Georg Friedrich Luther (um 1636–1714) war Kaufmann in Breslau, seine Mutter Rosina war eine Tochter von Philipp von Holtzbecher aus Grunow .Luther, 1883, S. 59 Sein jüngerer Bruder Georg Christian Luther (1777–1846) wurde Landgerichtsadvokat in Kiel und Vorfahre eines erfolgreichen deutschbaltischen Zweigs der Familie. Carl Friedrich Luther studierte Medizin in Leipzig und wurde 1689 zum Dr. med. in Erfurt promoviert. Danach ließ er sich als Arzt in Kiel nieder. 1703 wurde er zum außerordentlichen Professor für Medizin an der Christian-Albrechts-Universität ernannt.

1705 berief ihn der schwedische König Karl XII. zum Staats- und Garnisons-Medicus und Professor für Medizin und Mathematik am Gymnasium Carolinum in Stettin in Pommern, das damals zu seinem Königreich gehörte. Um 1709 beauftragte er ihn, Leibarzt für den abgesetzten polnischen König Stanisław Leszczyński in dessen Exil in Schweden zu werden, er begleitete diesen später auch nach Zweibrücken und Weißenburg im Elsass.Luther, 1883, S. 60 Seit 1723 unterrichtete Carl Friedrich Luther dessen Tochter Maria Leszczyńska in Mathematik und weiteren Fächern, vor deren geplanter Hochzeit mit dem französischen König Ludwig XV.Paul Knuth, Geschichte der Botanik in Schleswig-Holstein, 1890, S. 1663, Anm., in mathematischen und anderen curieusen Wissenschaften; dort auch die einzige bekannte Schrift von Carl Friedrich Luther erwähnt

1726 wurde er Professor für Medizin und Naturphilosophie an der Universität Kiel, er war dort auch mehrere Male Prorektor und wurde 1730 als professor primarius medicinae (erster Professor für Medizin) bezeichnet. 1728 ernannte ihn Herzog Karl Friedrich von Holstein zum Justizrat und Leibarzt.

1742 wurde Carl Friedrich Luther gesundheitsbedingt von allen seinen Tätigkeiten entbunden. 1744 starb er in Kiel im Alter von 81 Jahren. Er wurde in der Ratskapelle von St. Nikolai bestattet, das Grab ist wahrscheinlich erhalten. Carl Friedrich Luther war viermal verheiratet und hatte mehrere Kinder.Luther, 1883, S. 60f., mit Angaben zu den Ehefrauen und Kindern, dort auch das Grab in St. Nikolai erwähnt

Literatur

Robert Luther: Genealogia Lutherorum redivia. Reval 1883. S. 59–61, mit detaillierten biographischen Angaben Ludwig Schmidt: Luthers Seitenverwandte. Eine Ergänzung zum Luther-Nachkommenbuch. Degener, Neustadt 1984. S. 191, mit kurzer Erwähnung

Weblinks Carl Friedrich Luther Kieler Gelehrtenverzeichnis

Einzelnachweise

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